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Reiskeimöl (Oryza sativa (Rice Germ) Oil) | olionatura.de :.

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Reiskeimöl

INCI: Oryza sativa (Rice Germ) Oil

Mittel sonnentaugliches Öl

  • Basisöl
  • Ölgruppe: B-2
  • Jodzahl: 92–115
  • Verseifungszahl: 185–195
  • Typ: halb trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®:
    mittelspreitend

Reis, Oryza sativa, ein einjähriges Rispengras aus der Familie der Süßgräser, gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen. Seine Heimat ist Südostasien; über Indien und Persien gelangte er in den Mittelmeerraum; in Spanien wird er seit 700 n. Chr. kultiviert. Hauptanbaugebiet heute ist Asien, dort primär Malaysia, Indien, die Philippinen, China, Korea und Japan. In Italien gilt die Po-Ebene als Kernanbaugebiet; auch in Spanien und Italien wird er kultiviert. Daneben findet man Felder im tropischen Westafrika, im Süden der USA und in Südamerika.

Reiskeimöl wird aus der fett-, protein- und vitaminreichen Reiskleie gewonnen, die aus Fruchtwand, Samenschale, Aleuronschicht und Embryo des Reiskorns besteht und beim Schälen (Polieren) des braunen Roh-Reises anfällt. Die Kleie enthält, je nach Sorte, ca. 16–32 % Öl, das durch Lösungsmittelextraktion und Raffination gewonnen wird. Während natives gepresstes Reiskeimöl gelbbräunlich ist und einen charakteristischen Geruch aufweist, ist das bei uns als kosmetisches oder Speiseöl angebotene raffinierte Reiskeimöl in der Regel hellgelb bis klar und annähernd geruchlos. Die Herkunft aus dem Keimling als Bestandteil der Kleie spiegelt sich auch in den gebräuchlichen Bezeichnungen des Öls als Rice Bran Oil (Reiskleieöl) oder Rice Germ Oil (Reiskeimöl); beide meinen das selbe Produkt. Bisweilen wird es auch als Reisöl angeboten.

Die in der Reiskleie enthaltenen Lipasen und andere Enzyme beginnen sehr schnell, Lipide, Proteine und Kohlenhydrate zu zersetzen und erfordern in der Regel eine rasche Behandlung der Kleie, um diese Enzyme zu inaktivieren, beispielsweise durch kurze Erhitzung auf 130–140 °C; dennoch ist die Gefahr rasch steigender Werte an freien Fettsäuren groß, die die Qualität des Öls negativ beeinflussen. Auch der hohe Gehalt an Wachsen, Phytosterolen und Phospholipiden, die daraus resultierende dunkle Farbe und die Neigung zur Schaumbildung bei Erhitzung mindern die Eignung als Speiseöl; daher wird Reiskeimöl bevorzugt raffiniert und die daraus gewonnenen Ferulasäureester (Gamma-Oryzanol), Reiswachs sowie Tocopherole separat vermarktet.

Inhaltsstoffe

Auf dem Markt werden sehr unterschiedliche Qualitäten angeboten, die sich in den Verarbeitungsschritten und ihren Gehalten an Gamma-Oryzanol (einer Mischung aus Phytosterolen, die mit der antioxidativ wirkenden Ferulasäure verestert sind), Phytosterolen, Lecithinen und Tocopherolen deutlich unterscheiden. Vollständig raffiniertes (entschleimtes, entsäuertes, gebleichtes und desodoriertes) kosmetisches Reiskeimöl enthält gegenüber dem nativen Öl in der Regel nur noch ca. 0,5–1 % Gamma-Oryzanol absolut, 66 % der vormals vorhandenen Tocopherole, keine Phospholipide (Lecithine) mehr, immerhin jedoch noch 95 % der ursprünglich enthaltenen Phytosterole; gleichzeitig werden ca. 99 % der unerwünschten freien Fettsäuren entfernt. Daneben gibt es mit Oryzanol angereicherte und auf einen bestimmten Wert standardisierte, diätische Öle, die als Nahrungsergänzungsmittel (u. a. für Sportpferde) angeboten werden. Den für Pferde und Hunde angebotenen Ölen fehlen in der Regel Untersuchungen, die sie als lebensmitteltauglich charakterisieren, daher sind sie kostengünstiger. Zur Verseifung eignen sie sich durchaus; für den kosmetischen Einsatz und als Speiseöl sollten Sie auf entsprechend geprüfte Öle zurückgreifen.

Das Fettsäuremuster von Reiskeimöl ist dem Arganöl ähnlich und durch einen hohen Palmitinsäuregehalt und ein relativ ausgewogenes Verhältnis zwischen Öl- und Linolsäure geprägt, das es als gutes, verträgliches Basisöl auszeichnet. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren fehlen fast völlig und geben ihm eine gute oxidative Stabilität. Die Einordnung als halbtrocknendes Öl habe ich auf Basis verschiedener chargenbezogener Analysen getroffen und weil sein Fettsäuremuster eher halbtrocknenden Ölen entspricht; es bewegt sich tatsächlich genau im Grenzbereich um Jodzahl 100 mit leichter Tendenz darüber bis etwa 115.
Im Hautgefühl ist es ein eher leichtes, gering fettendes Öl, das Emulsionen einen angenehm »feuchten« Charakter verleiht.

Fettsäurezusammensetzung von Reiskeimöl (%)
Fettsäure chargenbezogene Analyse¹ chargenbezogene Analyse²
Quelle: ¹ Henry Lamotte Oils GmbH, Bremen (2008) ² Tahira et al. (2007)
Palmitinsäure 16,8 16,7
Stearinsäure 0,2 1,7
Ölsäure 43,3 42,7
Linolsäure 34.1 34.6
Linolensäure 1.1 0.19

Kosmetischer Einsatz

Die oben genannte oxidative Stabilität und der (wenn auch durch die Raffination verminderte) Gehalt an UVA- und UVB-absorbierendem, antioxidativ wirkendem natürlichem γ-Oryzanol prädestiniert Reiskeimöl für einen Einsatz in Sonnenschutzpräparaten und in der Tagespflege sowie in Präparaten für sensible, gereizte und barrieregestörte Haut. Der Phytosterolgehalt fördert das Einziehverhalten und wirkt beruhigend auf gereizte und trockene Hautzustände. Durch Gamma-Oryzanol kann das raffinierte Öl entsprechend angereichert werden.

Reiskeimöl | Basisöl | Ölgruppe B-2

Anteile an Unverseifbarem (%)
1–5 %
Zusammensetzung
Ölsäure (ca. 43 %), Linolsäure (ca. 34 %), Palmitinsäure (ca. 17 %), Stearinsäure (ca. 1 %), γ-Oryzanol (1–2–% in nativem Öl), Phytosterole (β-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol, Δ5-Avenasterol u. a.), Wachse, Lecithine (nur in nativem Öl), Tocopherole (ca. 32 mg/100 g Öl).
Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes)
ca. 12 Monate
Kosmetischer Einsatz
Trockene und sensible Haut. Mildes, leichtes Basisöl für Reinigungsmilch, Körperlotionen, leichte Feuchtigkeitscremes.
Fettsäurespektrum von Reiskeimöl
Fettsäurespektrum von Reiskeimöl mit den dominierenden Fettsäuren.