Naturkosmetik selber machen
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Heike Käser
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Olionatura, Naturkosmetik selber machen Olionatura | Öle · A-E

Amaranthöl (Amaranthus caudatus Seed Oil)
Amaranthblüten
(© Nikola Hahn, fotolia.com)

Mittel sonnentaugliches Öl

Amaranthöl

INCI: Amaranthus caudatus Seed Oil

  • Basisöl
  • Ölgruppe: B-3
  • Jodzahl: 78–90
  • Verseifungszahl: 170–200
  • Schmelzbereich: -27 °C
  • Typ: nicht trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®:
    mittelspreitend

Die Samen des Amaranth, einer Pflanze aus der Familie der Amaranthaceae, der Fuchsschwanz-Gewächse, sind ausgesprochen klein und enthalten nur ca. 5–6 % Öl (im Vergleich: Macadamianüsse bieten eine Ausbeute von bis zu 75 %); eine Ölgewinnung durch Pressung erfordert sehr viele Samen. Aus diesem Grund wird gerne die CO2-Extraktion angewandt, ein sehr schonendes, aber auch teures Verfahren, bei dem die Ölausbeute wesentlich höher liegt: CO² wird unter Druck und tiefer Temperatur verflüssigt und mit den Samen zusammen gebracht. Der hohe Druck bewirkt ein Aufplatzen der Samen und setzt das gering vorhandene Öl frei. Nach Fortnahme des Drucks verwandelt sich das CO2 wieder in Gas und lässt ein wertvolles Öl von hoher Reinheit zurück. Vor diesem Hintergrund wird nachvollziehbar, dass Amaranthöl zu den höherpreisigen Ölen gehört. Vermutlich aus diesem Grund (und weil es nur wenige Anbieter gibt) ist dieses wunderbare Öl bei Selbstrührern eher wenig bekannt. Nicht unerwähnt werden darf der charakteristische Geruch, der vor allem bei den CO2-extrahierten Qualitäten etwas muffig wirkt und bei unparfumierten Rezepturen durchkommt; er entspricht exakt dem Duft von Amaranthsamen. Die gepressten Öle riechen dezenter; nicht wenige bevorzugen sie.

Inhaltsstoffe

Mit ca. 40–45 % dominiert die 2-fach ungesättigte Linolsäure, hinzu kommt ein hoher Anteil an schützender Palmitinsäure und 5–8 % Squalen, einem hautanalogen Triterpen und bis zu 3 % weiteren unverseifbaren Bestandteilen.

Fettsäurezusammensetzung von Amaranthöl (%)
Fettsäure J. T. Budin (1996)¹ K. Stolzenburg (2003)²
Quelle: ¹ Datenbank SOFA (Seed Oil Fatty Acids) der BfEL Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel), ² Landesanstalt für Pflanzenbau Forchheim, Landinfo 6/7/2003
(Squalen) (nicht erfasst) (8,1)
Palmitinsäure 16,0 18,4
Stearinsäure 3,1 3,6
Ölsäure 28,0 28,4
Linolsäure 35,6 35,8
Linolensäure 0,3 0,6

Kosmetischer Einsatz

Aufgrund seines außergewöhnlich hohen Anteils an Squalen, einem hautverwandten, gut spreitenden Lipid und Triterpen mit antioxidativen Eigenschaften, und seinem ausgewogenen Fettsäure-Spektrum ist das klare, leicht gelbliche Amaranthöl ein ausgezeichnetes Basisöl für trockene und gereizte Haut mit gestörter Barrierefunktion. Es enthält die wesentlichen hauteigenen Lipide in einer ausgesprochen günstigen Zusammensetzung: Phytosterole unterstützen die Hautregeneration durch Stärkung der hauteigenen Lipidbarriere. Durch den hohen Squalen-Gehalt besitzt es darüber hinaus die Fähigkeit, UV-Strahlen zu absorbieren. Eine Studie belegte die Fähigkeit von Squalen, Sauerstoffmoleküle freier Radikale zu »quenchen«, d. h. in einen unangeregten Zustand zurück zu versetzen und dadurch die Lipidoxidation effektiv zu verhindern (1). Diese Ergebnisse lassen Amaranthöl als geeignetes Öl für Sonnenpflege-Produkte erscheinen.

Seine Wirkung als Antioxidant basiert u. a. auf seinem Gehalt an Tocopherolen. Ein erheblicher Teil der Vitamin-E-Fraktion besteht aus Tocotrienolen, die eine besonders hohe antioxidative Wirkung aufweisen und, in Verbindung mit Squalen, dem hauteigenen Antioxidantiennetzwerk sehr ähnlich ist. In einer Studie wurde seine entzündungshemmende Wirkung bei Psoriasis vulgaris bestätigt (2).

Amaranthöl wird durch seine Affinität zu hauteigenen Lipiden sehr gut aufgenommen, es wirkt feuchtigkeitserhaltend und rückfettend. Sein hoher Gehalt an Squalen und Phytosterolen bewirkt ein gutes Einziehverhalten und eine gute Spreitfähigkeit; dies zeigt auch sein sehr niedriger Schmelzbereich von ca. —27 °C, trotz des hohen Gehalts an Palmitinsäure: beide Eigenschaften würde man, nur mit Blick auf das Fettsäurespektrum, eher gering einschätzen. In Rezepturen für reife Haut empfehlen sich Kombinationen mit α- oder γ-linolensäurehaltigen Ölen, z. B. Preiselbeersamen-, Hanf-, Wildrosen-, Holundersamen- oder Johannisbeersamenöl.

Amaranthöl | Basisöl | Ölgruppe B-3

Anteile an Unverseifbarem (%)
7–9 % (Squalen eingerechnet)
Zusammensetzung
Linolsäure (ca. 36–45 %), Ölsäure (ca. 24–28 %), Palmitinsäure (ca. 17–20 %), Stearinsäure (ca. 3 %), Squalen (ca. 5–8 %), weitere unverseifbare Stoffe (bis ca. 3 %); Tocopherole (sortenbedingt große Unterschiede in der Menge, ca. 30–70 mg/100 g, davon vor allem β-Tocopherol), Phytosterole (Δ7-Avenasterol, Δ7-Campesterol, β-Sitosterol, Δ7-Stigmasterol).
Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes)
ca. 9 Monate
Kosmetischer Einsatz
Trockene, sensible, gereizte Haut, Schuppenflechte, Neurodermitis.
Fettsäurespektrum von Amaranthöl
Fettsäurespektrum von Amaranthöl mit den dominierenden Fettsäuren.