Öle und Buttern

Johannisbeersamenöl

Johannisbeeren, © asadykov, fotolia.com

Der ca. 150 Arten des Johannisbeerstrauchs gehören zur Familie der Grossulariaceae, der Stachelbeergewächse. Sie sind vor allem in Europa und Asien verbreitet; es gibt jedoch auch Vorkommen in den USA. Die Schwarze Johannisbeere ist ein bis zu 2 Meter hoher Strauch mit grünweißen, in Trauben hängenden Blütenbüscheln, die sich in der Regel selbst bestäuben, und 5-lappigen, am Grund herzförmigen und doppelt gesägten Blättern.

Die Beeren sind vielsamig, schwarz und haben einen Durchmesser von ca. 1 cm. Neben den gerbstoffhaltigen Blättern, die gerne in Teemischungen verwendet werden, gewinnt man aus den Samen das wertvolle Öl.

Johannisbeersamenöl kann auch aus den Kernen der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum L.) stammen; Gewissheit gibt hier das Fettsäurespektrum, da sich beide Arten in ihrem Fettsäuremuster unterscheiden. Natives, hochwertiges Johannisbeersamenöl ist gelb und riecht fruchtig-tresterartig. Eine tiefgrüne Farbe weist eventuell auf eine erhöhte Temperatur beim Pressvorgang hin, die den Ertrag erhöht, jedoch auch unerwünschte Begleitstoffe wie Chlorophyll extrahiert, oder, wie mir gegenüber ein Ölmüller äußerte, auf Mitpressung von Blattwerk und Fruchthäuten.

Inhaltsstoffe von Johannisbeersamenöl

Johannisbeersamenöl ist ein in seiner Zusammensetzung der Fettsäuren bemerkenswertes Öl. Es enthält als eines der wenigen Öle sowohl α- (ω3) als auch γ-Linolensäure (ω6) sowie eine weitere, sehr seltene 4-fach ungesättigte ω3-Fettsäure, die Stearidonsäure (C18:4). Letztere wurde erst die letzten Jahre erforscht und zeigt eine stark entzündungshemmende Wirkung, die im Körper und auch topisch (d. h. äußerlich auf die Haut aufgetragen) nachweisbar ist. Gleichzeitig weist das Öl einen hohen Gehalt an Linolsäure auf, die u. a. in das hauteigene Ceramid I eingebaut wird. Beide stabilisieren die Barriereschicht der Haut und sichern damit ihren Gehalt an hauteigener Feuchtigkeit.
Aufgrund seines erstaunlichen Gehalts an den seltenen ω3-Fettsäuren α-Linolen- und Stearidonsäure wird Johannisbeersamenöl in der Literatur als Nahrungsergänzungsmittel bisweilen als Alternative zu Fischöl genannt.

Kosmetischer Einsatz von Johannisbeersamenöl

Dieses wertvolle, milde Öl ist in seinem Einsatz ein vielseitiges Wirkstofföl: trockene und reife Haut profitiert von den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und lipophilen Flavonoiden mit zellschützenden und -regenerierenden Eigenschaften, fettende, unreine und dermatitische Hautzustände durch die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe und den geringen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. Vor allem sensible Hautzustände profitieren von diesem Öl.
Verwenden Sie Johannisbeersamenöl als Wirkstofföl nicht über 10 % der Ölmischung; seine geringe oxidative Stabilität macht eine Kombination mit Jojoba-, Wiesenschaumkraut- (Meadowfoam-) oder Marulaöl sowie ölsäurereichen Ölen empfehlenswert; auch als Zusatz in einem Sheabalsam ist es als heilende Komponente hervorragend geeignet.

INCI: Ribes Nigrum (Black Currant) Seed Oil

Fettsäurediagramm von Johannisbeersamenöl (Ribes Nigrum (Black Currant) Seed Oil)

  • Wirkstofföl | Ölgruppe: W-2
  • Jodzahl: 160–175
  • Verseifungszahl: 185–195
  • Typ: trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®: mittelspreitend
  • Anteile an Unverseifbarem: 1,8–2.3 %
  • Zusammensetzung: Linolsäure (ca. 46 %), γ-Linolensäure (ca. 12–16 %), α-Linolensäure (ca. 12–14 %), Stearidonsäure (ca. 2–4 %), Ölsäure (ca. 10–15 %), Palmitinsäure (ca. 7 %), Phytosterole, Flavonoide, β-Carotin
  • Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes): ca. 3 Monate
  • Kosmetischer Einsatz: Trockene, entzündliche und reife Haut, hypersensible Haut. Unreine Haut.