Naturkosmetik selber machen
Publikationen und Schulungen

Heike Käser
Kinderhausen 17
51381 Leverkusen, Deutschland
Fon +49 (0) 21 71 · 5 26 30
h.kaeser@olionatura.de

Olionatura® online

Impressum und Kontakt

Olionatura im Social Network

Newsletter abonnieren

Aktuell beziehen 3362 Leser(innen) den Olionatura-Newsletter.

Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Menue

Olionatura, Naturkosmetik selber machen Olionatura | Glossar · K-O

Okklusiv-Effekt

Unter Okklusiv-Effekt versteht man die Abdichtung des Stratum corneum durch einen Film (in der Regel durch Fette) nach außen, sodass keine hauteigene Feuchtigkeit mehr abgegeben werden kann. Folge ist eine Aufquellung der Hornschicht durch eine so genannte »Mazeration« und eine vorübergehende optische Glättung der Epidermis, weil die Hornzellen der Haut das Wasser aufnehmen, aufquellen und kleine (Knitter-)Fältchen scheinbar verschwinden. Konventionelle, auf Mineralölen und ihren Derivaten basierende Kosmetika machen sich diesen Okklusiv-Effekt zunutze, um eine Wirksamkeit gegen Hautalterungen zu suggerieren. Nachteil einer ausgeprägt okkludierenden Wirkung ist, dass die Haut als Organ keine regulierenden Impulse mehr von außen erhält, um eigene Prozesse zu steuern. Sie benötigt einen gewissen, sogenannten Wasserflux (das ist die Abgabe von Wasser nach außen und die Nachlieferung aus tieferen Schichten der Haut), damit bestimmte Enzyme aktiviert werden, die die Produktion hauteigener NMF regulieren: Okklusion minimiert diesen Flux und gibt an die Haut den Impuls zurück, keine NMF zu bilden.

Fatal ist in diesem Kontext vor allem die Mazeration durch Aufquellen der Hornschicht, die u. a. zu einer verminderten Integrität der hauteigenen Barriereschicht führt, weil die Quellung der Hornschicht zu Lücken in der Hautbarriere führt. Folge ist, dass nach Absetzen des okklusiv wirkenden Produkts der transepidermale Wasserverlust höher ist als vor der Anwendung und Mikroorganismen und Schadstoffe leichter in die Haut eindringen können. Gleichzeitig fehlen die hauteigenen NMF, um Wasser zu binden.

Ein moderater Okklusiv-Effekt ist durchaus erwünscht, da die Strömungsrichtung des hauteigenen Wassers (das nach außen abdunstet) umgekehrt wird und sich der transepidermale Wasserverlust verzögert. Dies führt zu einer erhöhten Hydratisierung der Haut. Im Gegensatz zu vielen Mineralölderivaten verbleiben pflanzliche Öle jedoch nicht als undurchdringlicher Film auf der Oberfläche, sondern sind semipermeabel (halb durchlässig) und werden durch ihre Affinität (Ähnlichkeit) zu hauteigenen Lipiden von der Haut aufgenommen, d. h. durch Lipasen gespalten und in den Stoffwechsel der Haut integriert. Auf diese Weise unterstützen sie hauteigene Prozesse und stabilisieren die Barriereschicht des Stratum corneum in seinen Funktionen.