Wenn Sie mit dem Rühren beginnen (oder beginnen möchten),
stehen am Anfang viele Fragen im Raum. Auf dieser Seite finden Sie
Antworten auf einige Fragen, die fast immer gestellt werden.
Bleiben Fragen offen? Gerne bemühe ich mich, Sie zu beantworten.
Fragen, von denen ich glaube, dass sie von allgemeinem Interesse sind,
werde ich in diese Frequently Asked Questions (FAQ) aufnehmen.
Gibt es Anhaltspunkte für die jeweiligen Mengenverhältnisse, die man an Öl, Wasser, Emulgator und Wirkstoffen braucht?
Wie gut sich eine Rezeptur auf der eigenen Haut anfühlt, ist ein sehr subjektives Empfinden. Manche mögen nur ganz leichte Emulsionen oder fast fettfreie Gele, andere schätzen einen spürbaren schützenden »Film« auf der Haut. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, die ich unter dem Titel Aufbau einer Emulsion zusammen gestellt habe. Folgende Übersicht ist diesem Beitrag entnommen und ergänzt:
Typische Phasenverhältnisse für O/W-Emulsionen:
Als Anhaltspunkt soll folgende Auflistung typischer kosmetischer Emulsionen und ihrer grundsätzlichen Konzeption dienen. Ich habe nur Öle und Konsistenzgeber (dunkelgrün), Emulgatoren (hellgrün) und die Wasserphase (blau) berücksichtigt; Wirkstoffe und Konservierung sind hier nicht dargestellt, sie werden in der Regel zur Wasserphase gezählt.
Serum, leichtes Hydrodispersionsgel: 5–10 % Fettgehalt, vorwiegend niedrigviskose Öle, keine bis geringe Anteile an Konsistenzgebern, keine Wachse. Mit Gelbildner stabilisiert. Oft Lipoderminzusatz. Eignet sich als Solo-Pflege für fettende, unreine Hautzustände, als Feuchtigkeitsserum für normale und trockene Haut.
Reichhaltiges Hydrodispersionsgel, Fluid: 10–20 % Fettgehalt, vorwiegend niedrigviskose Öle, geringe Anteile an Konsistenzgebern, keine Wachse. Mit Gelbildner stabilisiert. Oft Lipoderminzusatz. Eignet sich als Solo-Pflege für fettende Hautzustände und Mischhaut, als Feuchtigkeitspflege für normale und leicht trockene Haut (letztere kann mit etwas Hautöl oder einem Oleogel gezielt zusätzliche Lipide angeboten bekommen), als Gelmaske oder leichtes Körperfluid.
Lotion: 20–25 % Fettgehalt, ölbasiert mit geringen Anteilen an konsistenzgebenden Lipiden (Buttern, 1–1,5 % Cetylalkohol, Cetylpalmitat oder Myristylmyristat, kein bis geringer Wachsanteil. Mit geringem Anteil an Gelbildnern stabilisiert. Eignet sich als Solo-Pflege für normale und leicht trockene Hautzustände oder für zu Unreinheiten neigende reife Haut, als Körperlotion.
Feuchtigkeitscremes, »Tagescremes«: 25–35 % Fettgehalt, mittlerer Anteil an Konsistenzgebern (1–2 % Cetylalkohol, Cetylpalmitat oder Myristylmyristat, 20–30 % Butteranteil auf die Öle gerechnet), geringer Wachsanteil. Eignet sich als Tages- oder Nacht-Pflege für normale und leicht trockene Hautzustände, als reichhaltige Körperlotion.
Reichhaltige Cremes, »Nachtcremes«: über 35 % Fettgehalt, konsistenzgebende Lipide (Buttern und Cetylalkohol, Cetylpalmitat oder Myristylmyristat, Wachse, Stearinsäure usw.). Eignet sich als Tages-Pflege für trockene Hautzustände oder als Nachtpflege für normale bis leicht trockene Hautzustände, für Crememasken oder Körpercremes.
Hinweise zur Dosierung von Wirkstoffen sind in der Navigations-Rubrik in den jeweiligen Portraits notiert.
Eine kleine Hilfe zur Entwicklung erster Rezepte (oder der Analyse von Rezepten, die Ihnen gefallen haben) bietet der online verfügbare Fett- und Wasserphasen-Rechner. Vor allem Einsteiger können
die Ergebnisse nutzen, um Rezepte zu analysieren und neue zu planen. Besonders
hilfreich ist, dass er Ihnen einen Einsatzbereich des Emulgators vorschlägt und auch auf Besonderheiten hinweist. Probieren Sie ihn aus! Wie Sie ihn zur Entwicklung eigener Rezepte nutzen können, ist Schritt für Schritt in diesem bebilderten Beitrag beschrieben.