Naturkosmetik selber machen
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Heike Käser
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Cetylalkohol

1-Hexadecanol, Cetyl Alcohol

  • CAS-Nummer: 36653-82-4
  • HLB-Wert: 15,5 (Required HLB)
  • Funktion: Konsistenzgeber, Koemulgator
  • Klasse: nichtionisch
  • Dosierung: In Pflegeemulsionen 0,5–2 %, in Haarpflegeprodukten bis 4 %
  • Verarbeitung:

    Eine weitere Eigenschaft von Cetylalkohol ist, dass er das Einziehverhalten von Emulsionen verändert: sie ziehen haptisch deutlich schneller ein und wirken dadurch weniger fettig und glänzend auf der Haut: eine Eigenschaft, die z. B. in Handcremes sehr geschätzt wird.

Beschreibung

Cetylalkohol (auch Palmitylalkohol genannt) ist ein lipophiler Fettstoff (genau gesagt ein aus C16-Atomen bestehender Fettalkohol) mit einem Schmelzpunkt von 49 °C. Er gilt als im Allgemeinen gut verträgliche, glättende und nicht fettende Komponente; wir verwenden ihn in primär in Emulsionen und in Haarpflege-Produkten. Cetylalkohol ist in Form kleiner, weißer Plättchen im Handel.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Cetylalkohol wird als Konsistenzgeber, Koemulgator und Emollient (weichmachende, glättende Substanz) in kosmetischen Präparaten verwendet. Er ist in Wasser unlöslich. Wird jedoch ein wenig hydrophiler Emulgator hinzugegegeben, verhält sich Cetylalkohol bei der Dispersion in Wasser wie andere Lipidemulgatoren mit langen C-Ketten und bildet mit ihnen so genannte flüssig kristalline Gelgerüste (lyotrophe Mesophasen) aus, in denen er Wasser innerhalb eines Gel-Gerüsts einlagert, das als Depot dient. Dadurch erzeugt er die gewünschte Konsistenz.

Die untere Abbildung macht dieses Gelgerüst sichtbar: Sie sehen dort eine Emulsion aus 3 g Cetylalkohol, 0,2 g hydrophilem Emulgator (Glycerinstearat SE) und 7 g Wasser. Es ist keine weitere Lipidkomponente wie Öl vorhanden. Was wir hier sehen, ist das flüssig-kristalline Gel-Netzwerk aus Cetylalkohol, Emulgator und lamellar gebundenem Wasser sowie auskristallisierter Cetylalkohol, der die so genannte lipophile Gelphase bildet:

Flüssig-kristalline Gelphasen sichtbar gemacht
Flüssig-kristalline Gelphasen sichtbar gemacht

Verarbeitung

Cetylalkohol weist einen Schmelzbereich von 48–52 °C auf und wird mit anderen Lipiden in der Fettphase aufgeschmolzen; anschließend werden die jeweils gleich temperierten Fett- und Wasserphasen emulgiert. Es kann mit anderen Fettalkoholen wie Cetearylalkohol oder Cetylpalmitat ersetzt werden; auch nichtemulgierende Glycerolmonostearate (Glycerinstearat, nicht selbstemulgierend, HLB 3,8) sind eine gute Alternative.

Dosierung

Sehr angenehme Texturen erzeugt ein Zusatz von Cetylalkohol in Kombination mit Pflanzenbuttern. In geringer Dosierung bis ca. 1 % gibt Cetylalkohol leichte, aber spürbare Konsistenz, beeinflusst jedoch die Geschmeidigkeit der Emulsion kaum. Bei höheren Einsatz-Konzentrationen steigert Cetylalkohol das Einziehvermögen deutlich, erzeugt jedoch ab einer bestimmten Menge ein stoppendes, stumpfes Gefühl, das in Gesichtscremes unangenehm, in Hand- und Fußcremes durchaus erwünscht ist. Aus meiner Erfahrung heraus sollte Cetylalkohol mit klassischen Emulgatoren nicht höher als 3 % dosiert werden, in Emulsionen für das Gesicht nicht höher als 1,5 %. Mit Lyso- oder einem anderen Lecithin kombiniert verliert er in den genannten Einsatzkonzentrationen das Wachsige und bildet Emulsionen mit angenehmen Applikationseigenschaften.

In Haarpflegeprodukten wird Cetylalkohol in der Regel mit 2–4 % dosiert, dort vor allem in Kombination mit dem kationischen Emulgator TEGO® Amid S 18.