Naturkosmetik selber machen
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Heike Käser
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Olionatura, Naturkosmetik selber machen Olionatura | Öle · F-J

Jojobaöl (Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil)
Zweig des Jojobastrauchs mit Blüte
(© H. Käser)

Sonnenstabiles Öl

Jojobaöl

INCI: Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil

  • Basisöl
  • Ölgruppe: B-0
  • Jodzahl: 80–88
  • Verseifungszahl: 90–98
  • HLB-Wert: 6
  • Schmelzbereich: 7 °C
  • Typ: nicht trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®:
    mittelspreitend

Jojobaöl (»Hohoba« gesprochen) wird aus den ca. 1 cm langen Samen eines holzigen, immergrünen Strauchs aus der amerikanischen Sonora-Wüste gewonnen.

Inhaltsstoffe

Jojoba ist, chemisch gesehen, ein flüssiges Wachs, das zu über 97 % aus flüssigen, langkettigen Wachsestern mit einer Kettenlänge zwischen 38 und 44 C-Atomen, Tocopherolen und freien Sterolen zusammengesetzt ist. Chemisch betrachtet unterscheidet es sich im Wesentlichen von Ölen dadurch, dass seine gebundenen Fettsäuren nicht mit Glycerin, sondern mit einem sog. Fettalkohol (den oben genannten Wachsestern) verbunden sind. Diese langkettigen Ester sind den Estern ähnlich, aus denen menschlicher Hauttalg besteht und bewirken, dass sich Jojoba hervorragend mit diesem mischt und einen zarten, nicht okklusiven Lipidfilm bildet, der die Feuchtigkeit der Haut bindet, sie jedoch in keiner Weise abdichtet.
Hochwertiges, natives Jojobaöl erkennen Sie an seiner ins Goldgelbe spielenden Farbe und einem sehr dezenten, aber typischen Geruch. Hellere bis farblose Öle lassen auf weiterführende, verarbeitende Prozesse bis hin zur Raffination schließen.

Kosmetischer Einsatz

Jojobaöl wird durch seine spezifische Struktur auf der Haut nicht durch hauteigene Lipasen gespalten und schützt die Hornschicht daher zuverlässig und langanhaltend vor Wasserverlust, ohne haptisch fettend zu wirken. Diese Faktoren sind wesentlich für die feuchtigkeitsspendende Wirkung verantwortlich, die Jojobaöl auszeichnet.

Interessant ist, dass Jojobaöl von Mikroorganismen wie Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa und Candida albicans nicht verstoffwechselt werden kann und ihnen somit die Lebensgrundlage entzieht. Gleiches gilt analog für Propionibacterius acnes, anaerobe Keime, die bei verstopften Follikelausgängen zu entzündlichen Komedonen bis hin zu Akne führen können. Für unreine Haut ist Jojobaöl daher eine hervorragende Lipidkomponente. Im Hinblick auf Konservierung bedeutet dies, dass Rezepturen mit Jojobaöl geringere Mengen an konservierenden Zusätzen benötigen als andere Ölkombinationen.

Bemerkenwert ist seine außerordentliche Resistenz gegenüber oxidativen Prozessen; dadurch eignet sich Jojobaöl in Ölmischungen auch zu einer Stabilisierung anderer Öle, die dadurch deutlich länger haltbar bleiben. Es weist einen sehr dezenten Eigengeruch auf und ist aus diesem Grund beliebt als Basisöl in Kombination mit ätherischen Ölen. Es ist ausgesprochen verträglich und zieht leicht ein. In Emulsionen verhält sich Jojoba deutlich konistenzgebend, gilt jedoch als schwierig, stabil zu emulgieren.

Jojobaöl wird wegen seiner feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften gerade bei reifer und trockener Haut sehr geschätzt. Darüber hinaus ist es ein universell in der Haut- und Haarpflege einsetzbares Öl, das jede Rezeptur sinnvoll ergänzen kann. Mischen Sie es mit linolsäure- und linolensäurehaltigen Ölen, da es selbst keine Anteile an diesen Fettsäuren hat. Seine prädestinierte Eignung für unreine Hautzustände wurde oben bereits notiert.

Jojobaöl | Basisöl | Ölgruppe B-0

Anteile an Unverseifbarem (%)
37–49 %
Zusammensetzung
Gadoleinsäure (C20:1,ca. 70 %), Erucasäure (C22:1, ca. 15 %), Ölsäure (ca. 10 %), Palmitinsäure (ca. 1 %), Nervonsäure (ca. 2 %).
Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes)
ca. 24 Monate
Kosmetischer Einsatz
Für jeden Hauttyp geeignet, optimales, oxidationsstabiles Basisöl, hervorragend geeignet als Trägeröl für Naturparfüm.
Fettsäurespektrum von Jojobaöl
Fettsäurespektrum von Jojobaöl mit den dominierenden Fettsäuren.