Naturkosmetik selber machen
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Heike Käser
Kinderhausen 17
51381 Leverkusen, Deutschland
Fon +49 (0) 21 71 · 5 26 30
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Olionatura, Naturkosmetik selber machen Olionatura | Basiswissen · Öle kombinieren

Ölgruppen nach Olionatura®

Verschiedene pflanzliche Öle
Native pflanzliche Öle sind das Herz unserer Naturkosmetik.

Im Folgenden finden Sie eine Gruppierung verschiedener Öle, die Ihnen eine Kombination (oder ein Austausch von Ölen in einem Rezept) erleichtern soll. Bitte sehen Sie diese Auflistung als Anregung, nicht als Vorgabe. Die Gruppierung orientiert sich im Wesentlichen an den spezifischen Fettsäuremustern; die anschließenden Empfehlungen versuchen, ein breites Fettsäurespektrum zu erzielen, in dem Öl-, Linol- und Palmitinsäure die Basis bilden und Linolensäuren die Rezepturen vervollständigen. Natürlich kann es auch Ihre Strategie sein, gezielt linolsäure- oder ölsäurehaltige Rezepturen zu erstellen, dann mischen Sie eben innerhalb einer Teilgruppe. Im Forum von Olionatura, der Rührküche finden Sie Anregungen und Erfahrungsberichte zu erprobten Ölkombinationen und können eigene Erfahrungen und Ihre »Ölfavoriten« zur Diskussion stellen.

Lichtexponiertheit und oxidative Stabilität

Bei den Ölen in den Listen weiter unten werden Sie bei einigen den Hinweis finden »Nicht in lichtexponierten Pflegepräparaten verwenden«. Dieser Hinweis betrifft insbesondere Öle mit hohen Anteilen mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Neben Sauerstoff beschleunigen UV-Licht und Wärme die Oxidation und Zersetzung von Ölen mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf und in der Haut. Ihre z. T. toxisch wirkenden Spaltprodukte können bei entsprechender Disposition Zellmembrane schädigen und zu Pigmentflecken, Sonnenallergien (bekannt ist die Acne aestivalis, die so genannte Mallorca-Akne) und Irritationen führen. Beachten Sie daher die Empfehlungen in den jeweiligen Ölgruppen. Gut geeignete Öle für den Einsatz in Sonnencremes und anderen stark lichtexponierten Situationen sind im Folgenden entsprechend gekennzeichnet. »Lichtexponiert« bedeutet ein Einsatz in kosmetischen Präparaten, mit denen man sich über längere Zeit intensiverer Sonneneinstrahlung aussetzt (längerer Aufenthalt in der Sonne, Strand usw.).

Daneben hat es sich als kosmetisch sinnvoll erwiesen, Kosmetika mit einem hohen Anteil an oxidativ anfälligen nativen Ölen für normale Tagespräparate durch Basislipide wie Jojoba-, Wiesenschaumkrautöl, Squalan (alternativ Neutralöl) zu stabilisieren. Diese Öle verlängern die Haltbarkeit mehrfach ungesättigter Fettsäuren und ermöglichen hautphysiologisch sinnvolle und reizfreie Kompositionen. Eine gute Strategie ist, sehr instabile Öle bei entsprechender Dispositon in die Nachtpflege auszulagern, um oxidativen Stress für die Haut zu minimieren.

Im Folgenden finden Sie eine Kurzübersicht über die verschiedenen Ölgruppen.

Stabilisierende Basisöle: Gruppe B-0 (20–50 % der Mischung)

Pflanzenbuttern: Ölgruppe PF-1 und PF-2 (zählen zum Anteil von B-0)

Pflanzenbuttern: Ölgruppe PF-1 und PF-2 (zählen zum Anteil von B-0)

Pflegende Basisöle: Ölgruppen B-1, B-2, B-3 (50–70 % der Mischung)

Wirkstofföle: Ölgruppen W-, W-2, W-3 (5–10 % der Mischung)

Konzeption einer Ölmischung

  1. Wählen Sie 1 Basisöl aus der Gruppe B-0 als stabilisierende Komponente.
  2. Wählen Sie 1–2 (oder mehr) Öle aus den Basisölen (B-1/B-2, B2-/B-3 oder B1-/B-3); Gruppe B2 enthält Öle mit einem sehr ausgewogenen Verhältnis an Öl- und Linolsäure, die eventuell auch solo als Basisöl verwendet werden können. Wünschen Sie gezielte Fettsäure-Dominanzen, um die spezifischen Wirkungen dieser Gruppe zu nutzen, kombinieren Sie Öle aus einer Basisöl-Teilgruppe. Für kosmetische Produkte im Sommer bzw. bei stärkerer Lichtexponiertheit sollten Öle der Gruppe B-1 und B-2 dominieren; Öle der Gruppe B-3 tendieren bereits zu den Wirkstoffölen.
  3. Dann wählen Sie 1–2 Öle aus den Wirkstoffölen W-1, W-2 oder W-3. Auch hier können Sie gezielt das gesamte Spektrum an Linolensäuren ins Auge fassen.
  4. Kosmetisch reichhaltigere Emulsionen werden durch Pflanzenbuttern ergänzt; sie bieten (wenn sie nativ ist) eine reiche Auswahl an pflegenden Fettbegleitstoffen. Sie können pur, mit 10–50% Ölen gemischt oder als Bestandteil einer Emulsion mit ca. 5–30 % Anteil an der gesamten Fettphase eingesetzt werden. Wählen Sie eventuell 1–2 Pflanzenbuttern aus der Gruppe PF-1.
  5. Öle aus der Gruppe PF-2 erzeugen haptisch leichte Emulsionen, da sie sich schnell auf der Haut ausbreiten (spreiten) und nicht »kleben«; daher sind sie vor allem in Lotionen beliebt. Ergänzen Sie ein Öl aus der Gruppe PF-2, wenn Sie die spezifischen Wirkungen (siehe Ölportraits) nutzen wollen. Haben Sie bereits Squalan in der Rezeptur, ist ein Zusatz aus haptischen Gründen nicht mehr notwendig.

B Quellenangaben

  1. Heike Käser: Naturkosmetische Rohstoffe. Wirkung, Verarbeitung, kosmetischer Einsatz. Linz: Freya, 2012
  2. Heike Käser: Naturkosmetik selber machen. Das Handbuch. Linz: Freya, 2012