Naturkosmetik selber machen
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Heike Käser
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Olionatura, Naturkosmetik selber machen Olionatura | Basiswissen · Theoretische Grundlagen

Naturkosmetik konservieren

Selbst gerührte Kosmetika ist »Frische-Kosmetik«. Gerade die natürlichen Ingredienzen und der bewusste Verzicht auf Füllstoffe und starke Konservierungsmittel macht für viele Menschen, die sich diesem Hobby widmen, ihren besonderen Wert aus. Leider stehen sie vor einem Problem: Wasserhaltige kosmetische Produkte sind grundsätzlich mikrobiell nicht stabil und bieten ein ideales Milieu für die Vermehrung von Bakterien, Pilzen und Hefen.

Dennoch ist es für viele Menschen wenig praktikabel, die eigene Kosmetik alle Tage frisch anzurühren oder sich den Cremetopf jeden Abend aus dem Kühlschrank zu holen. Auch für sie gibt es Methoden, ihre Produkte für einen gewissen Zeitraum zu konservieren: 4–12 Wochen Haltbarkeit sind mit hautverträglichen Methoden zu erzielen, ohne dass der Cremetopf im Kühlschrank stehen muss.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Bedeutung eine hygienische Herstellungspraxis und der Aspekt der Konservierung für Ihre Hautgesundheit hat.

Die verkannte Gefahr: Verkeimung

Warum sind Mikroorganismen in Kosmetika überhaupt gefährlich? Zuviel Hygiene ist nach neuesten Erkenntnissen doch eher kontraproduktiv – oder?

Fakt ist: Wir haben körpereigene Mikroorganismen auf der Haut, z. B. Staphylococcus epidermidis, Micrococcus luteus und andere Bakterien, die die so genannte residente Flora bilden. Manche dieser Mikroorganismen produzieren Stoffwechselprodukte, die das Wachstum anderer vorhandener Bakterien und Pilze hemmen. Eine gesunde Haut zeichnet sich durch ein sinnvolles Zusammenspiel einer aus wenigen Arten bestehenden, symbiotischen Population an hauteigenen Mikroorganismen aus, die sich gegenseitig begrenzen und verhindern, dass sich Fremdkeime ausbreiten. Unsere Haut ist alles andere als steril, das ist korrekt.

Auch unsere selbst hergestellten Kosmetika sind nicht keimfrei. Unabdingbar ist jedoch, die Anzahl dieser Fremdkeime möglichst gering zu halten. Mit einer begrenzten Menge kann unsere hauteigene Keimbesiedlung umgehen und Fremdkeime eliminieren. Gefährlich wird es, wenn die Anzahl der Fremdkeime Überhand nimmt und durch ihre Stoffwechselprodukte sensible Prozesse unserer körpereigenen Mikroorganismen aus dem Gleichgewicht bringen. Meiner Wahrnehmung nach haben ein Großteil der Hautirritationen, die von Selbstrührern auf Wirkstoffe zurückgeführt werden, ihren Ursprung in nicht sorgfältig genug hergestellten, unzureichend konservierten oder zu lange aufbewahrten kosmetischen Produkten. Die Hautreaktionen können vielfältig sein: Unreinheiten und Unterlagerungen treten auf, die Haut wirkt gereizt, beginnt zu spannen, schuppt, zeigt Rötungen. Schnell wird der Verursacher in einem Rohstoff vermutet, die Rezeptur entsprechend geändert, neu gerührt, und alles scheint in Ordnung – bis nach 2–3 Wochen das Spiel von vorne beginnt und die gleichen Symptome auftreten. Ich habe dieses Phänomen 2008 beschrieben und konserviere seitdem erfolgreich mit mindestens 12, eher 15 Vol.-% Alkohol auf Wasserphase statt der damals propagierten 5 %.

Fakt ist: eine Emulsion kann bereits eine für unsere Haut kritische Verkeimung aufweisen, ohne dass wir es ihr ansehen oder es am Geruch feststellen.

Es ist sogar möglich, dass diese Emulsion von anderen problemlos vertragen wird, auf unsere Haut jedoch irritativ wirkt, weil sie reaktiver ist als normale Haut. Vor allem Spaltprodukte (durch Zersetzung von Inhaltsstoffen in der Rezeptur) und Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen wirken hautreizend und zelltoxisch. Jede Veränderung der Emulsionen –  Verflüssigung, Schaumbildung, Farbveränderungen, sichtbare Punkte usw. sind so gut wie sicher Hinweise darauf, dass in dem Produkt Abbau- und Stoffwechselprozesse von Mikroorganismen abgelaufen sind (und zwar schon einige Zeit). In diesem Falle sollten Sie keine Kompromisse eingehen: Weg damit!

Naturkosmetische Konservierungsstrategie

Ich habe Ihnen eine Auswahl an Konservierungs-Alternativen zusammengestellt, die ich persönlich als akzeptable Alternative ansehe. Lesen Sie dort exakte Details zur Wirkungsweise, Verarbeitung und zur Einsatzkonzentration der Konservierer.

Wichtig ist sich zu verdeutlichen, dass die hautfreundlichen Einsatzkonzentrationen unserer Konservierer, so wie der Hersteller sie empfiehlt, auf die extrem saubere Produktionspraxis in der Industrie ausgerichtet sind. In der heimischen Küche können wir diesen Standard nicht erreichen. Um so wichtiger ist, die Grundkontamination (das bedeutet: die mikrobielle Besiedlung, die ein Rohstoff und Produkt nach Herstellung hat – danach setzt die Vermehrung der Mikroorganismen und eine wachsende Verkeimung ein) eines selbst hergestellten Kosmetikums so gering wie möglich zu halten, um für 4–8 Wochen ein zuverlässig (sowie möglichst niedrig) konserviertes, hautgesundes Produkt verwenden zu können. Eine geringe Besiedlungsdichte ist Voraussetzung dafür, dass ein Konservierungsstoff überhaupt zuverlässig wirken und vorhandene Keime abtöten kann. Ist diese Besiedlungsdichte von Beginn an zu hoch, hilft auch ein korrekt dosierter Konservierer nicht mehr, weil Keime überleben und sich zu vermehren beginnen.

Hier besteht oft eine grundsätzlich falsche Vorstellung bei Selbstrührern: »Unsere Produkte müssen ja nicht 30 Monate haltbar sein, sondern nur 4 Wochen, da reicht's ja« denken so manche – ein fataler Irrtum. Zuverlässige Konservierung bedeutet, dass ein Konservierer die mikrobielle Besiedlung (die Grundkontamination) eines Kosmetikums abtötet, so dass keine Vermehrung stattfinden kann. Industrielle Kosmetikhersteller arbeiten mit einer zusätzlichen Konservierungsreserve: das Konservierungsmittel wird so hoch dosiert, dass auch neu eingebrachte Keime (z. B. durch Produktentnahme mit den Fingern) abgetötet werden können. Wir dosieren nach Herstellerangaben entsprechend, haben aber naturgemäß Produkte mit einer bereits deutlich höheren Grundkontamination. Konkret bedeutet dies: unseren Emulsionen fehlt die Konservierungsreserve, und dies kann dazu führen, dass sie bereits nach 2 Wochen (!) eine kritische Besiedlungsdichte aufweisen, die zu negativen Hautreaktionen führen kann – noch bevor sie optisch, geruchlich oder in der Konsistenz verändert ist.

Jede Konservierung bedeutet einen Kompromiss zwischen dem Wunsch nach naturbelassener Kosmetik und dem Schutz unserer Haut vor schädlichen Stoffwechsel-Produkten von Mikroorganismen, die ihr nicht minder schaden können wie manche Konservierungsmittel.

Lesen Sie in einschlägigen Foren: Es ist erschreckend, wie viele Selbstrührer die Herstellung von Gesichtspflegeprodukten aufgegeben haben, weil ihre Haut diese nicht verträgt. Nun kennen sie den Grund.

Daher rate ich Ihnen dringend: arbeiten Sie extrem sauber, sehen Sie das Selbstrühren als professionelles Handwerk. Es lohnt sich; unsere Produkte können qualitativ mit jedem industriellen Produkt konkurrieren. Es liegt einzig und allein an Ihnen. Im Beitrag Herstellungs- und Produkthygiene zeige ich Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Neben im Handel erhältlichen naturkosmetikkonformen Konservierungsmitteln gibt es verschiedene Substanzen, die ebenfalls eine konservierende oder keimtötende Wirkung zeigen, z. B. bestimmte ätherische Öle, Harnstoff, Sorbit, Glycerin und andere (z. B. antioxidativ wirkende) Stoffe. Das Problem ist, dass die erforderliche minimale Hemmkonzentration, um eine Wirkung zu erzielen, so hoch ist, dass sie oft nicht mehr im kosmetisch sinnvollen Rahmen liegt, weil zugleich andere, unerwünschte Wirkungen auftreten. Dennoch unterstützen Glycerin, ätherische Öle, manche Extrakte (z. B. Bartflechtenextrakt) oder Tinkturen (z. B. Benzoetinktur) die mikrobielle Stabilität und können die Gesamtwirkung der enthaltenen Konservierer optimieren. Es spricht nichts dagegen, sie zusätzlich einzusetzen – alleine auf sie verlassen sollten sich Selbstrührer in keinem Fall.

Hilfe aus dem Haushalt: der Dampfdrucktopf

2008 habe ich das erste Mal ein Haushaltsgerät ausprobiert und seine Effektivität schätzen gelernt: den Dampfdrucktopf. Im Dampfdrucktopf können Sie Bechergläser, Glasstäbe, Spenderflaschen und Cremedosen aus Porzellan oder Glas annähernd sterilisieren: 20 Minuten bei 2 bar töten Mikroben und Sporen weitgehend ab. Auch Gele auf Cellulose-Derivat-Basis oder Hyaluronsäure-Gele lassen sich im Dampfdrucktopf »autoklavieren« und annähernd keimfrei herstellen. Das macht auch Sinn, wenn wir zuhause ansonsten keine sterilen Bedingungen vorfinden: Ziel ist, die Grundkontamination eines Produkts so gering wie möglich zu halten, und das erreichen wir mit einem Dampfdrucktopf ganz hervorragend. Nutzen Sie dieses wertvolle Hilfsmittel; vor allem für hypersensible und neurodermitische Haut sind diese keimarmen Wasserphasen eine Wohltat. Mittlerweile hat sich die Methode des Autoklavierens im Dampfdrucktopf bei vielen Selbstrührern etabliert.

Wenn Sie auf Konservierung verzichten möchten

Es gibt Gründe, auf eine Konservierung verzichten zu wollen: Möglicherweise reagiert Ihre Haut sehr sensibel auf Zusatzstoffe oder Sie sind von allergischen Reaktionen betroffen; vielleicht möchten Sie einfach ganz konsequent Produkte umsetzen, die keine Konservierungsstoffe enthalten. Es gibt durchaus eine Alternative; sie erfordert lediglich etwas mehr Aufwand. Wenn Ihnen dieser Aspekt jedoch wichtig ist, werden Sie diesem gelassen begegnen:

  • Portionieren Sie Ihre Emulsionen in Kleinstgebinden, die Sie in einer Woche aufbrauchen und lagern Sie sie im Kühlschrank.
  • Verwenden Sie Pumspender oder Tuben, die eine hygienische Entnahme des Kosmetikums erlauben.
  • Frieren Sie nicht benötigte Gebinde ein und lassen Sie es am Abend vor der Nutzung im Kühlschrank sanft auftauen (damit sich wenig Kondenswasser bildet).
  • Entnehmen Sie das Produkt aus Tiegeln konsequent nur mit Spatel.
  • Brauchen Sie das Produkt binnen 7 Tagen auf.

Eine gewissenhafte und hygienische Herstellung ist selbstverständlich.

Natur pur? Frische Pflanzengele, Tee und Milch als Wasserphase

Erlauben Sie mir eine Bemerkung zu den bei manchen Selbstrührern so beliebten, weil völlig natürlichen Pflanzengelen (aus selbst pürierten Aloe-Pflanzen, Eibischwurzeln, Quitten- oder Leinsamen usw.) und Teeaufgüssen (Infus) aus eigener Produktion: Sie sind als Rohstoffe für kosmetische Produkte mit verlängerter Anwendungsdauer nicht geeignet. Winzige organische Schwebstoffe fördern das Wachstum vorhander Keime, die per se höhere Grundkontamination lässt selbst Konservierer nach kurzer Zeit an ihre Grenzen stoßen. Mein dringender Rat: Verwenden Sie diese Zubereitungen ausschließlich frisch. Genau so werden diese pflanzlichen Präparate seit Jahrhunderten eingesetzt: Frisch hergestellt, frisch verbraucht – etwas, das »moderne Kräuterhexen« gerne vergessen.

Auch Frischmilch sollte nur als Zutat zu frisch angerührter Kosmetik für den sofortigen Gebrauch verwendet werden, da die vorhandenen Mikroorganismen, Proteine usw. zu einer extrem schnellen Zersetzung mit Spalt- und Stoffwechselprodukten führen. Hydrolate hingegen eignen sich durch ihre Herstellung hervorragend als Wasserphase, hier sollte im Zweifelsfall kurzes Aufkochen reichen. Hydrolate hervorragender Qualität, penibel sauber hergestellt und abgefüllt, sind an sich steril.

Wer pflanzliche Wirkstoffe und Milchproteine in Kosmetika für den längeren Gebrauch einsetzen möchte, sollte im Interesse seiner Haut auf kosmetische Alternativen zurückgreifen: Aloe-Vera- oder Milchpulver sind zwar industriell aufbereitet, jedoch mikrobiell geprüft; Tinkturen und Öle bieten per se keine Angriffsfläche für Mikroben.

Umstrittende Konservierungsmittel

Grapefruitkernextrakt

Ein Produkt wird nach wie vor als natürliche Konservierungs-Alternative propagiert und ist Thema diverser populärwissenschaftlicher Buchpublikationen: Grapefruitkernextrakt (GKE). Grapefruitkernextrakt wird aus Pressrückständen der Saftproduktion (Fruchtfleisch und Kernen) in einem Walz- und Mahlverfahren unter Einsatz von Glycerin als Auszugsmittel erzeugt; fertige Produkte bestehen aus ca. 33 % V/V (Volume to Volume, Volumenanteil) Grapefruitkernextrakt und 67 % Glycerin; der prozentuale Reinanteil des Extrakts beträgt daher real ca. 20 %.

Die Wirkungsversprechen sind hoch: Neben angeblich antibiotischen Eigenschaften soll GKE Wirksamkeit gegen 800 verschiedene Bakterien- und Virusstämme sowie gegen 100 Pilzstämme aufweisen – ohne toxische, irritative oder allergene Nebenwirkungen zu zeigen. In wissenschaftlicher Literatur fehlen jedoch entsprechende Nachweise bis auf wenige Ausnahmen, bei denen sich jedoch herausstellte, dass die beschriebene Wirkung Folge eines Zusatzes an Methylparabenen, Triclosan oder Benzethoniumchlorid war (1).

Immer wieder tauchen auf dem Markt vereinzelt Kosmetika auf, die angeblich mit wirksamem natürlichen GKE konserviert seien; bei näherer Untersuchung handelt es sich um kosmetische Formulierungen, die (neben entsprechend steriler Produktionsweise) durch die Gesamtkomposition und Synergie verschiedener Substanzen (z. B. ätherische Öle, Vitamine, mehrwertige Alkohole und Antioxidantien) konserviert werden.

Fazit: Was immer Grapefruitkernextrakt auch für Vorteile haben mag, konservierende Wirkungen weist er nur dann auf, wenn höchst umstrittende Konservierungsstoffe enthalten sind. Vergessen Sie nicht: Grapefruitkerne fallen bei der Saftgewinnung als Abfall an. Hinter ihrer Vermarktung stecken weniger ökologische Aspekte, sondern vor allem einer: Der Wunsch nach Profit. Wenn Sie ihn unbedingt benötigen, sammeln Sie die Kerne Ihrer im Bioladen erworbenen Grapefruit und stellen Sie Ihren eigenen Extrakt her: Mit Bioglycerin und Hydrolat. Dann wissen Sie, was Sie haben.

Parabene

Die Hobbythek® hat ein Gemisch aus Parabenen als Lösung im Angebot, Paraben K aus Estern der Para-Hydroxy-Benzoesäure (4-Hydroxy-benzoesäure), exakt Methylester und Propylester. Sie sind im schwach sauren bis neutralen Bereich am wirksamsten und dürfen als Gemisch in Kosmetika bis zu 0,8 % eingesetzt werden, Monosubstanzen bis zu 0,4 %. Da ihre Wasserlöslichkeit schlecht ist, werden sie oft als Lösung angeboten; Paraben K verwendet dazu den leicht mandelartig riechenden Benzylalkohol. Ihre Verwendung in Natur-Kosmetik ist umstritten, obwohl Methyl- und Propylester als gesundheitlich unbedenklich gelten, für Lebens- und Arzneimittel zugelassen und gut erforscht sind. Im Allgemeinen sind sie gut verträglich. Es gibt auch pflanzliche Konservierungsmittel, die eine in der chemischen Struktur den Parabenen entsprechende Substanz enthalten: Parahydroxy benzoic acid, z. B. im Extrakt von Lonicera japonica, das japanische Geißblatt (engl. Japanese Honeysuckle). Kosmetische Produkte mit diesem Wirkstoff werden als parabenfrei ausgezeichnet; chemisch ist dies durchaus diskutierbar.

2004 gerieten Parabene durch Ergebnisse einer Studie (veröffentlicht in: Journal of Applied Toxicology, 2004; 24: 5–13) über parabenhaltige Deodorantien in Verbindung mit Brustkrebs in die Schlagzeilen. Bis heute sind ursächliche Zusammenhänge zwischen der Verwendung parabenhaltiger Produkte und möglicher östrogener und karzinogener Wirkungen von Parabenen nicht eindeutig geklärt; das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt in einer Stellungsnahme von Februar 2004 zu dem Schluss: »Allein aufgrund der Tatsache, dass Parabene in Tumorgewebe von Brustkrebskranken enthalten sein könnten, lässt sich nach Meinung des Institutes noch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen Stoffen und der Entstehung von Brustkrebs herstellen.«

Aktuell werden vor allem die östrogenen Wirkungen von Parabenen sehr kritisch diskutiert, die sich durch ihre alltägliche Präsenz und die daraus resultierende addierende Wirkung ergeben: Sie befinden sich in Lebensmitteln, in Kleidung, in den meisten Kosmetika. Problematisch ist also nicht ihre Präsenz in einem einzelnen Kosmetikum, sondern dass wir (in der Regel ohne es zu wissen) im Alltag so vielen Parabenen ausgesetzt sind, dass sie teilweise als Summe eine kritische Menge erreichen. Im Zweifelsfalle sind Parabene sicher weniger gefährlich als eine verkeimte Creme. Dennoch habe ich aufgrund der bis heute publizierten Ergebnisse die persönliche Entscheidung getroffen, in meinen selbst hergestellten kosmetischen Produkten keine Parabene einzusetzen, zumal es in meinem Augen wirkungsvolle und verträgliche Alternativen gibt.

Quellenangaben

  1. Th. von Woedtke, B. Schlüter, P. Pflegel, U. Lindequist: Aspects of the antimicrobial efficacy of grapefruit seed extract and its relation to preservative substances contained. Pharmazie. 1999 Jun; 54 (6): 452–6.
  2. Kantonales Laboratorium Basel: Kosmetika und Grapefruitkern-Extrakte / Quaternäre Ammoniumverbindungen. Bericht 46/2004.
  3. M. Gloor, K. Thoma, J. Fluhr: Dermatologische Externatherapie. Berlin: Springer-Verlag, 2000
  4. Eberhard Heymann, Haut, Haar und Kosmetik. Verlag Hans Huber 2003
  5. Dr. Hans Lautenschläger: Mindesthaltbarkeit und Konservierung. Beauty Forum 2004 (6), 68–69
  6. Dr. F. Ibarra: Konservierungsmittelfreie Konzepte für die Natur-Kosmetik. Natürliche Rohstoffe für natürliche Produkte. In: B. Ziolkowsky (Hrsg.): Kosmetikjahrbuch 2007. Augsburg: Verlag für chemische Industrie 2007
  7. Ulrike Alberg: Wasserhaltige Hydrophile Salbe DAB mit suspendiertem Hydrocortisonacetat – Einfluss von Ethanol auf die Mikrostruktur der Creme, Arzneistofffreigabe und Arzneistoffpermeation durch humanes Stratum corneum. Dissertation, Universität Braunschweig, 1998

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  1. Heike Käser: Frei von Konservierungsmitteln? Veröffentlicht: 12.01.2011