Dermosoft® GMCY MB

Dermosoft® GMCY (Glyceryl Caprylate)

INCI: Glyceryl Caprylate

Weitere Handelsname(n): Cosphaderm® GMCY (Cosphatec), Softisan GC 8 (IOI Oleo GmbH), Lexgard CMCY (Inolex)

Das rein pflanzliche, naturkosmetikkonforme Glyceryl Caprylate ist ein Mono­ester aus der Fettsäure Capryl­säure und Glycerin. »Monoester« bedeutet, dass nur eine einzelne Fettsäure (griechisch mono bedeutet »eins« oder »allein«) mit dem Glycerinmolekül verbunden ist. Diese ambiphile Struktur – d. h. das Molekül ist durch das Glycerin wasser- und durch die Fettsäure fettliebend zugleich – erklärt die sehr guten Benetzungseigenschaften dieses Rohstoffs, da er die Grenzflächenspannung zwischen Oberflächen herabsetzt. Die weißliche, wachsige, geruchsdezente Substanz erinnert in Textur und Optik an gehärtetes Kokosfett.

In der Regel kaufen Endverbraucher das Handelsprodukt Dermosoft® GMCY von Dr. Straetmans/Evonik. Es gibt jedoch auch andere Hersteller des Rohstoffs. Aus markenschutzrechtlichen Gründen wird Glyceryl Caprylate unter diversen Alternativ-Bezeichnungen mit dem Zusatz »GMCY« angeboten. Achten Sie auf die INCI-Bezeichnung, um den richtigen Rohstoff zu erhalten.

Der Zusatz im Produktnamen »MB« meint »mass balance«. Er kennzeichnet seit Neuestem palmölhaltige Produkte, die nach einem bestimmten Handelsmodell zertifiziert werden. Dieses gewährleistet, dass die Menge verarbeiteten zertifizierten Palmöls der eingekauften entspricht. Dieses Modell ist insbesondere für Unternehmen interessant, deren Lieferkette z. B. nicht vollständig kontrollierbar ist.

Dermosoft® GMCY (Glyceryl Caprylate)

Kurzportrait von Dermosoft® GMCY MB

  • Herkunft: pflanzlich
  • Funktion: Rückfettend, weichmachend, antimikrobiell wirksam
  • Kosmetischer Einsatz: Multifunktionelles Additiv mit antimokrobiellen und rückfettenden Eigenschaften für Emulsionen, Badeöle, Gesichtswasser, Körperspray und Tensidprodukte.
  • Schmelzpunkt: 30–35 °C
  • Verarbeitung: In der Fett- oder Wasserphase bis 80 °C aufschmelzen.
  • Dosierung: 0,3 – 1 %
  • PH-Wert-Bereich: pH 4,5 – 7
  • Lagerung: kühl, gut verschlossen
  • Hinweise: naturkosmetikkonform | Non-GMO | Vegan

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Glyceryl Caprylate gehört als kosmetischer Rohstoff zu den »multifunktionellen Additiven«, einer Gruppe an Substanzen, die verschiedene Funktionen in sich vereinen. Obwohl laut Kosmetikverordnung nicht als Konservierungsstoff gelistet, zeigt das ambiphile Glyceryl Caprylate ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften, insbesondere gegen gram-positive, anaerobe Bakterien wie Propionibacterium acnes, das als sekundärer Faktor an der Entstehung von Akne beteiligt ist. Auch in Deo-Formulierungen ist Glyceryl Caprylate daher sinnvoll eingesetzt und mindert dort die Vermehrung geruchsbildender Bakterien.

Gegen Hefen wirkt Glyceryl Caprylate gut, gegen Schimmel moderat. Optimal wird es daher mit einem Produkt kombiniert, das ausgeprägte, fungizide Wirkungen aufweist. In der Praxis bewährt sich die Kombination mit Dermosoft® 1388 eco (INCI: Aqua, Glycerin, Sodium Levulinate, Sodium Anisate), einem multifunktionellen Additiv, das auf in Wasser und Glycerin gelösten organischen Säuren basiert. Glyceryl Caprylate wirkt hier als Booster für Dermosoft® 1388 eco und realisiert mit diesem Produkt ein zuverlässiges breitband-konservierendes System, das zudem rein gemäß Kosmetikverordnung eine Auslobung als »frei von Konservierungsmitteln« erlaubt. Eine Alternative ist Kaliumsorbat, ein naturkosmetikkonformes, zuverlässig gegen Hefen und Schimmel wirkendes Konservierungsmittel.

Neben seinen konservierenden Wirkungen zeigt Glyceryl Caprylate durch seine Ambiphilie rückfettende und wasserbindende Eigenschaften:

In Pflegeemulsionen ist Glyceryl Caprylate ohne Einschränkungen einsetzbar und fungiert als Emollient.
In Badeölen wirkt es nach Wasserkontakt emulgierend und fördert die Feinstverteilung der pflegenden Öle im Badewasser.
In dekorativer, fett- und pigmentbasierten Kosmetikprodukten (dazu gehören auch mineralische Sonnenschutzprodukte) fördert Glyceryl Caprylate die Pigmentbenetzung und eine gleichmäßige Verteilung. Seine ambiphilen Eigenschaften schützen Puderprodukte vor Verkeimung z. B. durch ein Wassereintrag mit einen angefeuchteten Pinsel.
Eher abzuraten ist von einem Einsatz in Reinigungsölen: Hier sind bei Augenkontakt Reizungen und Rötungen möglich.
In wässrigen Produkten benötigen Sie einen Lösungsvermittler, um Glyceryl Caprylate feinst zu verteilen. Ein Zusatz an Ethanol oder Glycolen wie Pentylene Glycol kann die Einsatzkonzentration des Lösungsvermittlers verringern.

Verarbeitung

Glyceryl Caprylate kann in einem breiten pH-Wert-Bereich von pH 4,5 bis pH 7 verarbeitet und mit einem Schmelzpunkt von ca. 30–35 °C sowohl in der Fettphase als auch in der Wasserphase aufgeschmolzen werden. Es toleriert kurzzeitig eine Erhitzung auf bis zu 80 °C. Vermeiden Sie einen pH-Wert über pH 7, um eine Hydrolyse des Rohstoffs zu vermeiden.

Da wir in dekorativen Kosmetikprodukten wie gepressten Eyeshadow oder Blush nur eine minimale Einsatzkonzentration benötigen, empfiehlt sich dort das Aufschmelzen von Glyceryl Caprylate in einem Öl bzw. einer Ölmischung, die gleichzeitig als Binder fungiert.

Dosierung

Je nach Einsatzbereich und Kombination haben sich folgende Einsatzkonzentrationen bewährt:

Als Ko-Konservierer in O/W-Emulsionen
(PH-Wert bei Bedarf auf pH 5–5,5 korrigieren)
0,5 % Dermosoft® GMCY
+
3,0 % Dermosoft® 1388 eco
alternativ:0,5 % Dermosoft® GMCY
+
1,0 % Kaliumsobat
In Badeölenca. 10 %
Als Emollient (Weichmacher, Rückfetter) in Emulsionen:0,5 – 1 %
Als Konservierung in dekorativer Kosmetik0,2 %

Wichtiger Hinweis: Beachtet werden muss, dass Glyceryl Caprylate als grenzflächenaktive Substanz bei höherer Dosierung (über 0,3 %) die Viskosität von Emulsionen – und damit abhängig von der vorliegenden Formulierung – ihre Stabilität beeinflussen kann. Die viskositätsmindernde Wirkung resultiert aus einer Störung der inneren flüssig-kristallinen Gelphasen von Emulsionen, was zu einem Verlust an gebundenem Wasser und Verflüssigung führen kann. Ein Zusatz an viskositätserhöhenden Gelbildnern wie 0,3 % Xanthan oder 0,5 % Siligel®, alternativ eine höhere Einsatzkonzentration an konsistenzgebenden Fettalkoholen oder Wachsestern (ca. 1,5–3 %) können zusätzlich stabilisierend wirken.

In geringerer Dosierung (bis ca. 0,3 %) fördert ein Zusatz an Glyceryl Caprylate in O/W-Emulsionen hingegen die Größe der einzelnen Öltropfen und wirkt emulsionsstabilisierend.

Quellen

  • Product Information: Dermosoft® GMCY. Dr. Straetmans Chemische Produkte GmbH, 2008
  • Eigene Tests mit dem Rohstoff und Austausch mit dem Hersteller
© Heike KäserOLIONATURA®