Rührgeräte im Überblick

Wenn Sie derzeit noch mit Minimixer oder Handrührer arbeiten, so ist dies gerade für Einsteiger absolut akzeptabel: Wer noch nicht weiß, ob er bei diesem schönen Hobby bleibt, wird nicht viel Geld investieren wollen und nimmt zunächst, was da ist. Wenn Sie jedoch entdecken, dass das Herstellen Ihrer eigenen Hautpflegeprodukte zur Leidenschaft wird, empfehle ich Ihnen, die im Folgenden aufgeführten Rühralternativen zumindest einmal zu prüfen: Der Unterschied zwischen einer konventionell hergestellten und einer hochtourig gerührten Emulsion ist unbeschreiblich! In diesem Beitrag sind endlich alle hier, im Forum oder in meinem Blog vorgestellten Rührgeräte an einem Ort vergleichend gegenübergestellt.

Nicht nur Stabmixer finden sich nun im Repertoire des modernen Selbstrührers: Nicht wenige rühren mittlerweile mit auf Onlineplattformen ersteigerten Laborgeräten. Nun, das sind sicher Ausnahmen, aber es gibt durchaus bezahlbare Alternativen: Mit ca. 60 Euro sind Sie bereits dabei. Die in diesem Beitrag aufgeführten Rührgeräte sind die aktuell am häufigsten verwendeten und mit Vor- und Nachteilen portraitiert, so wie ich sie wahrnehme.

Power aus der Küche: Der Stabmixer

Stabmixer ESGE Zauberstab
Stabmixer ESGE Zauberstab mit Schlagscheibe, Quirlscheibe, Multimesser (von links)

Ein Stabmixer ist der einfachste Einstieg in die Welt des hochtourigen Rührens à la Olionatura®. Aufgrund seiner hohen Leistungsfähigkeit und guten Verarbeitung empfehle ich gerne den ESGE Zauberstab. Bereits mit dem Basismodell M 100 D erhalten Sie ein ausgezeichnetes Rührgerät, das mit 7000–10.000 rpm arbeitet und in einer Minute (durch die extrem hohen Scherraten sollten sie nicht länger als eine Minute hochtourig rühren) wunderbar feindisperse Emulsionen erzeugt; anschließend wird mit einem Spatel normal und ruhig kalt gerührt oder die Intervallmethode genutzt.

Durch die kurze Einsatzzeit stört das relativ hohe Eigengewicht von ca. 940 g nicht, im Gegenteil überzeugt der 35 cm lange Zauberstab durch seine ergonomische Form, die ihn gut in der Hand liegen lässt. Für die Herstellung von Emulsionen habe ich die Quirlscheibe (Artikel-Nr. 7020, Kosten ca. 9–12 Euro) als optimal empfunden, da sie kaum Luft einrührt. Das Basismodell M 100 D wird mit dem Multimesser geliefert, und selbstverständlich können Sie auch mit dem Multimesser qualitativ gute Emulsionen rühren.

Nichts spricht dagegen, einen günstigen Stabmixer einer anderen Firma zu kaufen. Hier fehlen mir Erfahrungen, daher konzentriere ich mich auf den »Klassiker«. Wenn Sie ein anderes Fabrikant bevorzugen, achten Sie auf den Spritzschutz: Er sollte sich gut reinigen lassen und nicht zu viel Produktmasse zurückhalten.

Vorteile

  • Die hohen Scherkräfte erzeugen in nur einer Minute feinstdispergierte, haptisch angenehme Emulsionen, die kaum Lufteinschuss aufzeigen.
  • Durch den integrierten Spritzschutz ist die Arbeit mit diesem Gerät weitgehend spritzfrei.
  • Das Gerät arbeitet akkustisch leise.
  • Die Kosten liegen mit ca. 60 bzw. 70 Euro (wenn Sie die Quirlscheibe dazukaufen) im Rahmen. Da das Gerät auch in der Küche eingesetzt werden, relativieren sich die Kosten. Wenn Sie ein günstigeres Modell kaufen, sind Sie bereits ab 15 Euro dabei.
  • Die Reinigung mit der Hand ist einfach.
  • Auch nachträglich lassen sich Emulsionen stabilisieren und gewinnen in einer Minute an Konsistenz und Stabilität.
  • Auch größere Produktchargen lassen sich problemlos herstellen.

Nachteile

  • Kleine Chargen unter 50 g lassen sich nicht sinnvoll herstellen, da sehr viel Produktmasse zwischen den Messern und im Spritzschutz hängen bleibt.
  • Das Gerät sowie das Becherglas müssen jeweils festgehalten werden, es ist keine Hand frei.
  • Das klassische langsame Kaltrühren muss mit einem anderen Gerät mit niedrigen Umdrehungsraten oder mit der Hand erfolgen. Alternativ arbeiten Sie mit der oben beschriebenen Intervall-Methode.
  • Das Gerät kann nicht in der Spülmaschine gereinigt werden (auch nicht, wenn Sie noch ein gebrauchtes Modell erstehen, bei dem sich der Spritzschutz abnehmen lässt: Er ist aus Aluminium und läuft in der Spülmaschine an).

Kosten (ESGE M 100 D): ca. 70 Euro | Bezugsquelle: In Haushaltswarengeschäften.

Der Blendia von KAI EUROPE – leider nicht mehr erhältlich!

Im Oktober 2013 entdeckte das Rührküchenmitglied Majabiene den Stabmixer Blendia von KAI Europe; die ersten Praxistests hatte »Pialina« dokumentiert. Dieses Gerät war ein Senkrechtstarter: Innerhalb weniger Wochen avancierte er in der Forenstatistik neben Stabmixer und Proxxon zum Favoriten der Rührküchenmitglieder. Nicht der Stabmixer selbst war in erster Linie das neue Highlight am Selbstrührer-Himmel, sondern der so genannte Mixer: Ein ca. 19,3 mm breiter Aufsatz, der nach dem Rotor-Stator-Prinzip von Labordispergierern wie einem IKA® Ultra Turrax arbeitet und in unserem Bereich ein Novum darstellt. Die obigen Bilder in der Galerie zeigen Detailaufnahmen des Aufsatzes: Außen sehen wir den Stator, ein metallener, statischer Zahnkranz mit Öffnungen, innen dreht sich der Rotor, der die Emulsion durch hohe Scherraten von 5000–12.000 rpm durch die Öffnungen einsaugt, im Inneren des Stators verwirbelt und wieder nach außen presst. Dabei entstehen sehr kleine Tröpfchen mit geringen Größenunterschieden, was sich positiv auf die Stabilität von Emulsionen auswirkt.

Der Blendia Stabmixer bestand neben dem Mixer aus einem Set aus verschiedenen Rühraufsätzen (Häcksler, Pürierer, Schneebesen) sowie einem Mahlwerk. Der Blendia-Stabmixer war genial: Effizient, für kleine wie große Chargen geeignet und aufgrund des Rotor/Stator-Prinzips des Mixer-Aufsatzes unter den Nicht-Labor-Geräten einzigartig. Aus diesem Grund habe ich damals den Stabmixer Blendia als Rührgerät für meine Praxis-Seminare gewählt.

Vorteile

  • Durch die hohen Scherkräfte entstehen in einer Minute feinstdispergierte, haptisch angenehme und stabile Emulsionen, von Kleinstchargen (mit dem Mixer) bis zu großen Chargen (mit dem klassischen Stabmixer).
  • Das gesamte Set bietet, wenn Sie noch nicht entsprechend ausgestattet sind, viele sinnvolle Hilfsmittel für Selbstrührer (ob dieser Vorteil zutrifft, muss also individuell betrachtet werden).
  • Der Mixer ist von seiner Technik her einzigartig unter allen Aufsätzen.
  • Das Gerät arbeitet akkustisch leise.
  • Auch nachträglich lassen sich Emulsionen stabilisieren und gewinnen in einer Minute an Konsistenz und Stabilität.

Nachteile

  • Es gibt ihn nicht mehr im Handel, der Verkauf wurde eingestellt. Wer ein gebrauchtes Gerät ersteht, findet in den folgenden Aspekten wertvolle Hinweise.
  • Die Kosten: Sie liegen deutlich höher als die anderer Rührgeräte aus dem Küchen- oder Heimwerkerbereich.
  • Das gesamte Set bietet eventuell überflüssiges (weil bereits vorhandenes) Zubehör (ob dieser Nachteil zutrifft, muss also individuell betrachtet werden).
  • Die Aufsätze können nicht in der Spülmaschine gereinigt werden.
  • Das klassische langsame Kaltrühren muss mit einem anderen Gerät mit niedrigen Umdrehungsraten oder mit der Hand erfolgen. Alternativ arbeiten Sie mit der Intervall-Methode.

Das Gerät ist leider nicht mehr im Handel erhältlich.

Rührpower aus dem Baumarkt: Kleinbohrmaschinen

Proxxon (Dremel)
© Nicole Horn

Eine Alternative zum Stabmixer ist eine entsprechend ausgestattete Kleinbohrmaschine. Bewährt haben sich u. a. der Proxxon FBS 240/E und der Donau Elektronik Hobby Drill 650 Speedy. Dieser Gerätetyp wird in der Regel mit einem Schnellspannfutter und Rühr-Aufsätzen eines normalen Minimixers zu einem hochtourigen Rührgerät, das bis 20.000 U/min arbeitet. Während der Proxxon bei ca. 5000 rpm startet, kann der »Speedy« in Kombination mit seinem Netzteil sogar stufenlos von 0 rpm an eingesetzt werden.

Um übliche Rühraufsätze (bis 6 mm Schaftdurchmesser) einzuspannen, ist ein Schnellspannbohrfutter notwendig, das noch einmal ca. 10 Euro kostet. Passende Aufsätze von so genannten »Minimixern« bekommen sie u. a. im Gastrobedarf, bei Ebay und regelmäßig bei Discountern. Die Flügelrührer des Unguator®-Systems sind leider nicht geeignet, sie spritzen sehr stark und weisen eine große Unwucht auf.

Vorteile

  • Die hohen Scherkräfte erzeugen, einen passenden Rühraufsatz vorausgesetzt, in nur einer Minute feinstdispergierte, haptisch angenehme Emulsionen.
  • Es lassen sich auch Kleinstchargen rühren.
  • Die Aufsätze können in der Spülmaschine gereinigt werden.
  • Mit vorhandenem Stativ, Stativklemmen und Doppelmuffen lässt sich ein Rührsystem zusammenstellen, das beide Hände freihält.

Nachteile

  • Große Chargen über 200 g lassen sich nicht optimal herstellen, da die verfügbaren Aufsätze nicht dafür ausgelegt sind.
  • Das Gerät sowie das Becherglas müssen jeweils gut festgehalten werden, da die Rühraufsätze frei im Becherglas positioniert werden (anders als beim ESGE Zauberstab, bei dem man den Rühraufsatz auf dem Becherglasboden abstellt) und schnell an die Glaswände geraten. Die Scherraten sind extrem hoch und sollten nicht unterschätzt werden.
  • Das Gerät ist nicht für die Arbeit mit feuchten Materialien ausgelegt, und er kann sich überhitzen. Man muss also grundsätzlich vorsichtig hantieren, damit keine Feuchtigkeit (z. B. durch Produktspritzer) ins Gerät gelangt und der Motor nicht überansprucht wird.
  • Das klassische langsame Kaltrühren muss beim Proxxon mit einem anderen Gerät mit niedrigen Umdrehungsraten oder mit der Hand erfolgen. Alternativ arbeiten Sie mit dem Speedy oder mit der Intervall-Methode.

Der OCIS 2.0

© Bildrechte: Paul Seitz

Den OCIS lernte ich durch eine meiner Seminarteilnehmerinnen kennen. Da der Vertrieb des KAI Blendia eingestellt wurde, suchte sie nach einer Alternative und fand diese in einer Eigenkonstruktion ihres Lebensgefährten – einem Maschinenbauingenieur. Ich durfte das Gerät vor Markteinführung testen. Mein Fazit: Klasse!

Der OCIS ist in Manufaktur gefertigter Aufsatz für einen marktüblichen Dremel. Konkret bedeutet dies: Er besitzt keinen eigenen Antrieb. Als Rotor/Stator emulgiert er nach dem gleichen Prinzip wie ein professioneller Labordispergierer (z. B. der IKA® Ultra Turrax T 18). Auch der KAI Blendia arbeitete auf diese Weise. In der Leistung vergleichen kann man den OCIS und den KAI Blendia nicht wirklich: Der OCIS emulgiert ungleich effektiver. Welche Dremel-Typen geeignet sind, erfahren Sie auf der unten verlinkten Webseite, die mit umfassenden Erklärungen und Videos keine Frage offenlässt.

Da es eine gut strukturierte und informative Webseite zum OCIS gibt, möchte ich mich hier kurz fassen. Wer ein hochwertiges und effektives Rührgerät sucht, findet im OCIS ganz sicher eine Alternative. Aufgrund des höheren Preises im Vergleich zu handelsüblichen Stabmixern ist er allerdings nichts für Gelegenheitsrührer. Sie sollten das Herstellen Ihrer eigenen Kosmetik aus Überzeugung betreiben – dann lohnt sich die Anschaffung, die eine fürs Leben ist.

Vorteile

  • Das Gerät ist hochwertig verarbeitet, dadurch extrem langlebig und wird in Manufaktur in Deutschland hergestellt.
  • Die hohen Scherkräfte erzeugen in nur einer Minute feinstdispergierte, haptisch leichte und homogene Emulsionen.
  • Es lassen sich Kleinchargen ab 50 ml bis zu 1000 ml rühren.
  • Die Aufsätze können auf Wunsch in der Spülmaschine gereinigt werden.
  • Mit vorhandenem Stativ, Stativklemmen und Doppelmuffen lässt sich ein Rührsystem zusammenstellen, das beide Hände freihält.
  • Das Gerät besitzt nur ein Verschleißteil, das bei Bedarf für wenige Euro ersetzt werden kann.

Nachteile

  • Der OCIS rührt nur hochtourig. Kaltrühren muss man manuell oder mit einem entsprechendem Gerät.
  • Der Preis ist im Vergleich zu Küchengeräten naturgemäß höher.

Kosten: 320 Euro (Gerät mit Halterung) | Bezugsquelle: Ausschließlich beim Hersteller

Rührer aus der Apothekenpraxis?
Der Gakomix®

Das Gakomix®-Basisgerät wird mit einem Rührschaft und in der Größe variablen Rühraufsätzen, den Gakoblades, eingesetzt. Die Verarbeitungshinweise zeigen, dass die Arbeitsweise des Gakomix® grundsätzlich anderen Regeln folgt als die klassische Herstellung einer Emulsion, so wie wir sie kennen.

Das Gakomix®-Konzept basiert auf einer Technologie aus der Apothekenpraxis und besteht aus dem Gakomix® (dem Basisgerät), das durch die Rühraufsätze (Gako-Blades®) ergänzt wird. Die Blades werden auf den Gako-Blade-Schaft aufgesteckt, der Schaft durch den Krukendeckel geführt und die Kruke nach Befüllen mit Fett- und Wasserphase geschlossen. Ein Hochdrücken des Krukenbodens minimiert Luft im Krukensystem. Nun rührt man in Intervallen von ca. 30 Sekunden, die man durch 30–60 Sekunden Pause ergänzt. Wichtig ist, den Schaft kontinuierlich auf- und abzubewegen, um die gesamte Produktmasse zu durchmischen. Ein klassisches kontinuierliches Kaltrühren gibt es nicht; dieses erfolgt durch mehrere kurze Rührphasen von 10 Sekunden mit längeren Pausen. Die Herstellung von 100 g Emulsion dauert nach Angaben des Herstellers um die 8 Minuten.

Wer bereits die Flügelrührer des gleichen Herstellers besitzt, wird leider enttäuscht: Sie passen nicht in das Gakomix®-Basisgerät. Auch ein Rühren in Bechergläsern ist aufgrund der Glasbruch- und Spritzgefahr nicht anzuraten.

Vorteile

  • Das geschlossene System in der Kruke und die Möglichkeit, den Boden nach oben zu schieben, erzeugt in kurzer Zeit feinstdisperse und stabile Emulsionen völlig ohne Lufteinschlüsse.
  • Die Rühraufsätze sind optimal auf die Kruken abgestimmt und erfassen das gesamte Rührgut.
  • Mit dem Gakomix lassen sich auch Kleinstchargen rühren.
  • Nach 24 Stunden erneut aufgerührte Emulsionen gewinnen durch das hochtourige Rühren deutlich an Konsistenz, ohne Lufteinschlüsse.
  • Das Umfüllen in andere Behältnisse ist sehr hygienisch aus der Kruke heraus möglich, da es Applikatoren gibt, die man auf die Krukenöffnung schraubt.
  • Die Aufsätze können in der Spülmaschine gereinigt werden.

Nachteile

  • Mangels entsprechender Kruken lassen sich Chargen über 100 g derzeit nicht herstellen.
  • Das Basisgerät lässt sich nur mit firmeneigenem Zubehör (bis hin zu den Kruken) nutzen.
  • Die Scherraten sind extrem hoch, sodass sowohl das Gerät als auch die Kruke gut (!) festgehalten werden müssen (mir hat es schon einmal die Kruke und das Gerät aus den Händen gerissen).
  • Das Gerät wird durch den Kontakt der Rührer mit den Krukenwänden sehr schnell heiß.
  • Selbst bei niedrigster Stufe pressen die hohen Scherkräfte sehr flüssige Emulsionen aus den Ritzen im Krukenboden (höherviskose Emulsionen sind hingegen unproblematisch).
  • Um hitzeempfindliche Rohstoffe bzw. Konservierungsmittel und pH-Wert-Regulatoren hinzuzufügen, muss der Rührprozess eventuell mehrfach unterbrochen, das Rührgerät (mit dem eingespannten Deckel) abgelegt und die Kruke geöffnet werden.
  • Wer schon die Flügelrührer des gleichen Herstellers (siehe den nächsten Beitrag) besitzt, kann sie leider nicht benutzen: Sie sind mit dem System nicht kompatibel.

Kosten: Das Basisgerät Gakomix® (mit Antriebsgerät und Kupplung für die Rühraufsätze) kostet 85 Euro, die Gakoblades (15–25 Stück plus eine Kruke) je nach Größe zwischen 6,99 und 12,99 Euro; das Gesamtpaket kostet um die 130 Euro.

Die Creme de la Creme: Laborrührer

Die IKA RW 20 steht stellvertretend für den Typ des Laborrührwerks. Ein kräftiger Industriemotor ermöglicht das Dispergieren und Emulgieren von 60–2000 rpm und deckt damit als einziges aller hier vorgestellten Rührwerkzeuge die Erfordernisse des gesamten Herstellungsprozess ab. Die Scherkräfte reichen zur hochtourigen Stabilisierung völlig aus, anschließend rührt die IKA die Emulsionen geduldig und sanft kalt – und nicht nur sie: Auch Duschgele, Shampoos, Lanolincremes gelingen durch die Möglichkeit, langsam zu rühren, zuverlässig. Offen gestanden: Müsste ich zwischen einem Laborrührwerk und einem Ultra Turrax wählen, würde ich mich für dieses vielseitige, unverwüstliche Schätzchen entscheiden.

Hervorragend als Rührer geeignet sind Flügelrührer. Sie sind Teil des Unguators®-Systems aus der Apothekenpraxis. Ihre spezielle Konstruktion bewirkt beim Rühren einen Sog, der die Emulsion im Becherglas nach innen und nach unten ins Becherglas zieht. In das Spannfutter des Rührwerks eingesetzt bilden sie stabile und preislich attraktive Alternativen zu den sehr kostenintensiven Laborrührern. In der Bildergalerie unten sehen Sie drei gängige Größen, links für 30 ml, in der Mitte für 100 ml, rechts für 50 ml. Selbstverständlich können Sie auch Rühraufsätze Ihres Minimixers verwenden.

Vorteile

  • Das Rührwerk bietet Umdrehungen zwischen 60 und 2000 rpm und ist damit das einzige Rührwerkzeug, das hochtourig emulgiert und sanft kalt rührt.
  • Durch die recht hohen Scherkräfte entstehen in 4 Minuten feindispergierte, haptisch angenehme und stabile Emulsionen.
  • Emulsionen gelingen ebenso wie Shampoos und Duschgele, die nur sanft gerührt werden dürfen.
  • Es lassen sich, je nach Rühraufsatz und Becherglas, Kleinstchargen und größere Chargen herstellen.
  • In das Spannfutter passen alle gängigen Rühraufsätze.
  • Sie haben beim Rühren beide Hände frei; Wirkstoffe können bequem während des Rührens hinzugefügt werden.
  • Das Gerät arbeitet akkustisch leise.
  • Die Aufsätze (Flügelrührer) können in der Spülmaschine gereinigt werden.

Nachteile

  • Dieses Rührgerät ist auch gebraucht das kostenintensivste.
  • Das Gerät ist sehr schwer und benötigt ein qualitativ hochwertiges (schweres) Stativ – ein weiterer Kostenfaktor.

Kosten: IKA RW 20 (mit Stativ), auf Online-Auktionsplattformen ca. 400 Euro, Doppelmuffe und Becherglashalter ca. 20 Euro (Laborbedarf), Unguator-Flügelrührer ca. 35–40 Euro. Günstige Rührer bietet Laborbedarf Krumpholz.