Tipps und Tricks aus der Praxis

Pigmente mischen leicht gemacht

Pigmentmischungen für Lipgloss

Seit vielen Jahren stelle ich neben meiner individuellen Gesichts-, Körper- und Haarpflege auch den größten Teil meiner dekorativen Kosmetik her: Gesichtspuder, Mineral Foundation, Lippenstifte, Lidschatten und Rouge sind Standard in meiner Rührküche. Bisher war die Herstellung kleiner Mengen an Pigmenten für einen Lidschatten oder Blush immer mit einem gewissen zeitlichen und technischen Aufwand verbunden, da ich auch diese in kleinen Schalen mischen und sieben musste. Durch Zufall stieß ich auf ein unspektakuläres (und preiswertes) Werkzeug, das sich hervorragend zur homogenen Mischung kleiner Pigmentmengen eignet. Ich möchte es Ihnen in diesem Beitrag vorstellen.

Das ist er: Ein metallener, batteriebetriebener »Grinder« aus verzinktem Aluminium, der in 30 Sekunden Kleinmengen an Pigmenten zu MF, Lidschatten, Corrector, Rouge oder anderen Produkten mischt. Kleinmengen bedeutet ca. ein Viertel der Kappenhöhe, dies entspricht in etwa dem, was in kleine 10-ml-Döschen passt, also ca. 2 g Pigmente. Eine exakte Aussage lässt sich nicht machen, da Pigmente eine unterschiedliche Schüttdichte aufweisen und gleiche Volumina nicht gleichen Gewichten entsprechen. Ich mische in diesem kleinen Teil meine Pigmentmischungen auf Basis von Perlglanzpigmenten und geringen Mengen an Oxiden. Möchten Sie sehen, was ich mit dem kleinen Teil, meinen Pigmenten und Werkzeugen mit Hilfe des kleinen Grinders »zaubere«? Auf Olionatura.com finden Sie Fotos meiner Lidschatten, die ich am liebsten in meine kleinen Kompaktdosen presse.

Alu-Grinder aus Aluminium

So sieht er aus: Oben im Griff werden die Batterien eingesetzt.

Die kleinen »Messer« des Werkzeugs

Ursprünglich für die Zerkleinerung von Tabak und Kräutern gedacht, fungieren die Messer des kleinen handlichen Geräts nun als Werkzeuge, die die vorher in die transparente Kappe abgewogenen Pigmente verwirbeln und sorgfältig vermischen. Ein Knopfdruck am anderen Ende startet den Vorgang, ein weiterer beendet ihn – man muss den Knopf nicht gedrückt halten. Während des Mischvorgangs sollten Sie den Grinder hin und wieder vertikal drehen (auf den Kopf stellen) und sanft schütteln, damit alle Partikel immer wieder Kontakt mit den sich drehenden und wirbelnden Messern haben. Die Kappe und der Messerbereich lassen sich mit einem trockenen Zelltuch und einem dafür vorgesehenen Pinsel gut reinigen (zu diesem Zweck sollte sicherheitshalber die Batterie entnommen werden, um Verletzungen zu vermeiden).

Offen gestanden: Das Ganze ist ein eher billiges Utensil, und ich habe mich nach Kauf gefragt, ob es wirklich möglich ist, damit Pflanzenteile zu pulversisieren? Ich bezweifle es. 🙂 Für unsere Zwecke ist es jedoch gut geeignet. Sie finden diesen kleinen Grinder in verschiedenen Farben, mit oder ohne AAA-Batterien (und zu unterschiedlichsten Preisen) auf Online-Auktions- und Handelsplattplattformen, z. B. versandkostenfrei hier. Mehr als 5 Euro sollten Sie für das kleine Billig-Teil (Preis ohne Batterien) nicht ausgeben. Ein wenig Preisrecherche lohnt sich nach meiner Erfahrung.