Alle Artikel in: Öle und Buttern

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Reiskeimöl

Reis, Oryza sativa, ein einjähriges Rispengras aus der Familie der Süßgräser, gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen. Seine Heimat ist Südostasien; über Indien und Persien gelangte er in den Mittelmeerraum; in Spanien wird er seit 700 n. Chr. kultiviert. Hauptanbaugebiet heute ist Asien, dort primär Malaysia, Indien, die Philippinen, China, Korea und Japan. In Italien gilt die Po-Ebene als Kernanbaugebiet; auch in Spanien und Italien wird er kultiviert. Daneben findet man Felder im tropischen Westafrika, im Süden der USA und in Südamerika.

Sacha-Inchi-Öl

Sacha-Inchi-Öl (gesprochen: »Satscha Inschi«) wird aus der Inka-Erdnuss, auch Inca Inchi, Inkanuss oder Berg-Erdnuss genannt, gewonnen, einer krautartigen Rankpflanze aus der Familie der Euphorbiacee aus Peru, die in Regenwäldern der peruanischen Anden in ca. 500–1000 m Höhe wächst. Gisella, deren Familie aus Peru stammt, verriet mir, dass Sacha Inchi ein Wort aus dem Quechua sei, ein Regiolekt aus den peruanischen Bergen: Sacha bedeutet Hügel, Inchi sind Erdnüsse. Traditionell wird das Öl der Pflanze von Frauen der Mayoruna, Campas, Huitotas Shipibas, Yaguas und der Bora mit Mehl gemischt und als Kosmetikum verwendet; auch rheumatische Beschwerden und Muskelkater werden mit ihm behandelt.

Sanddorn-Fruchtfleischöl

Der Sanddorn gehört zur Familie der Elaeagnaceae (Ölweidengewächse) und trägt in seinem Namen – Hippophae  – bereits einen Hinweis auf einen früheren Einsatzbereich: griechisch »hippos« bedeutet Pferd, »phaes« meint leuchtend, denn der Zusatz der Blätter des Strauchs in das Futter sollte glänzendes Fell bewirken. Der Artname rhamnoides (griechisch »rhamnus«) bdeutet Dorn. Gewonnen wird das Fruchtfleischöl durch Kaltpressung und Zentrifugierung des rohen Press-Saftes; alternativ sind CO2-extrahierte Öle aus getrockneten, intakten Sanddornbeeren auf dem Markt.

Sanddornkernöl

Inhaltsstoffe und kosmetischer Einsatz Das Sanddornkernöl enthält gegenüber dem Fruchtfleischöl einen deutlich höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren und bietet in Kombination mit den enthaltenen Phytosterolen und Tocopherolen eine epithelisierende und heilende Wirkung auf die Haut. Es bewährt sich bei schuppiger, trockener Haut, Allergien und unreiner Haut. Dieser hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren bewirkt jedoch auch seine im Vergleich zum Fruchtfleischöl deutlich höhere Oxydationsanfälligkeit.

Schwarzkümmelblüte

Schwarzkümmelöl

Der Schwarzkümmel gehört zur Familie der Ranunculaceae, den so genannten Hahnenfußgewächsen, von denen es ca. 20 Arten gibt, darunter auch in Europa heimische Zierpflanzenarten (bekannt ist z. B. die »Jungfer im Grünen«, Nigella damascena, der Damaszener Schwarzkümmel) und der verwilderte Ackerschwarzkümmel, Nigella arvensis.

Sesamöl

Geschichtlich gilt Sesam als älteste Ölsaat der Welt; die Sesampflanze wird heute primär im Sudan und in Mexiko, Indien, China und Burma angebaut; ca. 10 % werden exportiert. Da die Samenkapseln mit ca. 70–100 Samen nicht gleichzeitig reifen, erfolgt die Ernte vorwiegend mit der Hand; die Pflanzen werden geschnitten, zum Trocknen aufgestellt und ausgeschüttelt.

Sheabutter in einer Holzschale

Sheabutter

Sheabutter ist ein aus den Nusskernen der Früchte des Sheabaums gewonnenes Fett – ein Baum aus der Familie der Sapotaceae (Sapotengewächse), der in einem relativ breiten Streifen am südlichen Saum der Sahelzone vom östlichen Senegal bis nach Uganda wächst.  Er wird botanisch in zwei Subspecies unterteilt, der westafrikanischen Vitellaria paradoxa subspecies paradoxa, die primär in der zentralafrikanischen Republik und im Senegal wächst, und der ostafrikanischen Vitellaria paradoxa subspecies nilotica, die vorwiegend in Uganda und im Sudan, mit kleinen Vorkommen auch in Zaire und Äthiopien gedeiht.

Sheanussöl

Sheanussöl (auch als Sheaöl im Handel) wird, wie Sheabutter, aus den Samen des Sheanussbaums gewonnen. Im Gegensatz zur traditionellen Herstellung der Sheabutter – dem Zerstampfen der Nüsse, Kochen in Wasser und Abschöpfen des Fettes, wird Sheaöl aus den Kernen gepresst und in der Regel raffiniert und fraktioniert.

Sojabohnen, © Henry Lamotte Oils GmbH

Sojaöl

Die INCI-Bezeichnung Glycine Soja bezieht sich auf die Wildform der Sojabohne, Glycine max. L ist der korrekte Name für die kultivierte Sojabohne. Der größte Teil des Sojaöls wird aufgrund des relativ geringen Ölanteils der Bohnen mit Wärme und Lösungsmitteln extrahiert; natives, kalt gepresstes Öl ergibt eine deutlich geringere Ausbeute. Qualitativ hochwertiges, natives und gepresstes Sojaöl ist hell- bis goldgelb; extrahierte oder unter Wärme gepresste Öle tendieren ins Bräunliche.

Sonnenblume

Sonnenblumenöl

Die Sonnenblume gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine sehr eindrucksvolle Erscheinung: ihre Blüte folgt dem Lauf der Sonne und wendet »ihr Gesicht« stets dem Licht zu (Heliotropismus genannt), um jeden Strahl einfangen und nutzen zu können – Tournesol wird sie im Französischen genannt, »die sich nach der Sonne dreht«. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, werden Sonnenblumen heute auch in Russland und Europa angebaut.

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