Alle Artikel in: Kosmetikrohstoffe

Wer fortan seine individuelle Naturkosmetik herstellen möchte, benötigt Grundlagenwissen über sinnvolle Kosmetikrohstoffe. In dieser Rubrik finden Sie sorgfältig recherchierte Portraits, die Ihnen einen Überblick über die jeweilige Wirkung, Verarbeitung und einen sinnvollen kosmetischen Einsatz naturkosmetischer Rohstoffe geben. Vertiefende Informationen und Tipps aus meiner persönlichen Rührpraxis finden Sie in meinem Buch »Naturkosmetische Rohstoffe«.

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Allantoin

Allantoin ist ein Stoffwechselprodukt, das u. a. in Roßkastanienrinde, Weizenkeimen und Schwarzwurzeln vorkommt, jedoch auch in tierischem Harn enthalten ist. Die Wurzel des Beinwell (Symphytum officinale) galt wegen ihrer wundheilenden Wirkung u. a. bei Knochenbrüchen bereits vor Jahrhunderten als bewährte Heilpflanze; ihr Hauptwirkstoff ist, neben Polysacchariden und Rosmarin- sowie Chlorogensäure, Allantoin.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind flüchtige, fettlösliche, stark riechende Stoffwechsel-Produkte von Pflanzen, die ihnen in unterschiedlicher Weise dienen: als Lockmittel für Insekten, um die eigene Fortpflanzung sicher zu stellen, als Kommunikationsmittel mit anderen Pflanzen, als Schutz vor Bakterien, Pilzen und Insekten, als Schutz vor UV-Strahlung oder übermäßigem Wasserverlust durch Verdunsten. Die Pflanze »lagert« sie in speziell dafür vorgesehenen Drüsen, Kammern und Kanälen in Blüten, Blättern, Wurzeln, Rinden, Früchten und Stängeln.

Avocadin® HU 25

Avocadin® HU 25 ist eine Mischung aus (über 50 %) Avocadoöl, (25–50 %) unverseifbaren Phytosterolen (darunter ca. 80–85 % Sterole, primär β-Sitosterol und Stigmasterol, ferner Campesterol und Brassicasterol) und (10–25 %) Olivenöl. Die unverseifbaren Phytosterole stammt nicht nur aus Avocadoöl: »[…] phytosterols from highly purified unsaponifiables fractions of defined origin (rape, soja, pine, with minor traces of sunflower, corn, cotton)« informiert das Datenblatt. Diese werden mit raffiniertem Avocado- und Olivenöl sanft erhitzt, homogenisiert, mit 0,9 % Sorbitan Oleate (einem nichtionischen Emulgator aus dem Zuckeralkohol Sorbitol, verestert mit Ölsäure pflanzlichen Ursprungs) versetzt, gefiltert und heiß abgefüllt.

Beerenwachs

Beerenwachs wird unter dem Produktnamen Beerenwachs 6290 von der Kahl-Wachsraffinerie in Trittau produziert. Als reines Pflanzenwachs wird es aus der Fruchtschale des zu den Sumachgewächsen (Anarcadiaceae) zählenden Lacksumachs Rhus Verniciflua (englisch Lacquer Tree oder Varnish Tree gewonnen, aus dessen aus dem Stamm gewonnenen Milch der bekannte Japan- oder Chinalack produziert wird. Die Beeren werden in Kesseln gekocht; anschließend kann das Rohwachs abgeschöpft und schonend filtiert werden. Beerenwachs enthält primär Palmitin- und Stearinsäure; eine spezifische, langkettige C21-Fettsäure, die Japansäure (Heneicosandisäure), verleiht ihm seinen wachsartigen Charakter. Seine Jodzahl beträgt ca. 30, seine Verseifungszahl liegt bei 180–200.

BergaMuls® ET 1

BergaMuls® ET 1 ist ein rein pflanzlicher Emulgator und Verdicker der Firma Berg + Schmidt GmbH auf Basis von teils löslichen, teils unlöslichen Getreide- und Fruchtfasern: Der Anteil an Beta-Glucan beträgt laut Angabe des Herstellers ca. 45–60 %, der von Pektin 40–55 %. Das feine, weiße Pulver ist frei von Nanopartikeln und unkonserviert.

Bienenwachs

Bienenwachs ist ein Ausscheidungsprodukt aus den Drüsen der Honigbiene, die es zur Produktion ihrer Waben nutzt. Seine Gewinnung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Durch chemische Extraktion (mit Benzin oder Xylol, nur für Laborverwendung), Ausschleudern und Schmelzen der Waben in Wasser (die erstarrte Masse wird von der Oberfläche abgenommen), seltener durch Ausfrieren, anschließend kann das Wachs in Pastillen gegossen werden. Neben naturbelassenem, durch Carotinoide aus Blütenpollen und Flavonoide aus Propolis gelblich gefärbtem Bienenwachs (Cera flava) gibt es weißes (Cera alba), das nach dem Erstarren mit Chromsäure oder Peroxiden gebleicht wird. Ecocertifizierte Qualitäten arbeiten mit nicht chemischen, patentierten Bleich-Methoden.

Biokons Plus

Biokons Plus ist ein Kombiprodukt aus dem auch in ätherischem Rosenöl vorkommenden, rosenähnlich duftenden (hier synthetisch hergestellten) Phenylethanol (ca. 55–65 %), einem Alkohol, Caprylyl Glycol (1,2-Octanediol; unter 25 %) und Trideceth-8 (unter 25 %). Caprylyl Glycol verringert die Oberflächenspannung und verbessert die Benetzbarkeit der Mikroorganismen, sodass die Effektivität des Konservierungsmittels erhöht wird, Trideceth-8 wirkt als Tensid vergleichbar. Daneben weist er eine antimikrobielle Wirkung auf, indem er die Membrane der Mikroorganismen durchdringt und ihren strukturellen Aufbau stört. Zudem ermöglicht er wie der als Duftstoff geltende Phenylethanol eine Auslobung des Kosmetikums als »konservierungsmittelfrei« laut Kosmetikverordnung. Die INCI lauten Parfum.

Cetearylalkohol

Cetearylalkohol, auch Cetylstearylalkohol genannt, wird unter der Bezeichnung Lanette® O angeboten. Es ist ein Gemisch aus 50 % Cetylalkohol (Hexadecan-1-ol) und 50 % Stearylalkohol (Octadecan-1-ol) (zwei C16- und C18-Fettalkoholen natürlichen Ursprungs) der BASF, das im pharmazeutischen und kosmetischen Bereich als nichtionischer Koemulgator, Konsistenzgeber und Emollient eingesetzt wird.

Cetylalkohol

Cetylalkohol (auch Palmitylalkohol genannt) ist ein lipophiler Fettstoff (genau gesagt ein aus C16-Atomen bestehender Fettalkohol) mit einem Schmelzpunkt von 49 °C. Er gilt als im Allgemeinen gut verträgliche, glättende und nicht fettende Komponente; wir verwenden ihn in primär in Emulsionen und in Haarpflege-Produkten. Cetylalkohol ist in Form kleiner, weißer Plättchen im Handel.

Cetylpalmitat

Cetylpalmitat, aus Hobbythek®-Zeiten als Walratersatz bekannt geworden, ist ein synthetisch hergestellter Wachsester aus Cetylalkohol und Palmitinsäure; eine weitere Bezeichnung dieser Substanz ist Palmitinsäurecetylester. Sie wird unter dem Handelsnamen Cutina® CP von der BASF vertrieben. Wir kaufen Cetylpalmitat als weiße, wachsartige Pastillen.

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