Alle Artikel in: Basiswissen

Für Einsteiger in das wunderbare Hobby des Selbstrührens stehen viele Fragen im Raum: Welche Rohstoffe und Arbeitsmaterialien werden für eine erste Creme benötigt, woher kann man sie beziehen? Wie kann man eigene Natur-Kosmetik-Rezepte entwickeln? Was muss man bei der Herstellung beachten? Müssen selbst hergestellte Naturkosmetikprodukte konserviert werden?
Auf Olionatura finden Sie alles, was Sie wissen müssen, um hautphysiologische und wirksame Naturkosmetik herzustellen: In diesem Bereich stehen fundiertes Basiswissen für Einsteiger und hilfreiche Tipps für routinierte Selbstrührer.

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Blender-Aufsatz des KAI Blendia

Dispergieren mit dem Blendia-Stabmixer

Emulsionen profitieren von hochtourigen Dispergierverfahren: Stablität, eine feine Textur und angenehme Haptik sind Eigenschaften, die unsere selbst hergestellten Produkte sicht- und spürbar aufwerten. Bezahlbare Alternativen zu Labordispergierern werden in der Rührküche daher seit mehreren Jahren diskutiert. Rührküchen-Mitglied Majabiene entdeckte 2013 einen Stabmixer mit einem interessantem Dispergieraufsatz, Pialina machte Nägel mit Köpfen und testete die Kombination – mit hervorragendem Ergebnis.

Die Echte Kamille

Ein heimischer Schatz:
Die Echte Kamille

Das Hydrolat der Echten Kamille (Matricaria recutita, auch Chamomilla recutita) destilliere ich nicht jedes Jahr, und daher ist es immer ein wundervolles Erlebnis, wenn ich sie wieder am Rande von Kulturflächen finde, die nicht gespritzt oder gedüngt sind und ich sie daher unbesorgt sammeln kann. Kürzlich war es soweit: Ich zog mit Fahrrad und Korb los und sammelte meine diesjährige Kamillenernte für Hydrolate und Extrakte.

Ein Überblick: Bechergläser

Eines der gebräuchlichsten Utensilien in der Herstellung von Naturkosmetik sind Bechergläser: sie sind hitzebeständig, gut zu reinigen, autoklavierbar und in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Mittlerweile habe ich durch den Einsatz verschiedener Rührwerkzeuge wie Stabmixer und Flügelrührer, die ich die letzten Jahre testete, meine persönlichen Favoriten gefunden. Um Ihnen die Wahl leichter zu machen, finden Sie in diesem Beitrag eine Tabelle mit Höhen- und Außenmaßen gängiger Bechergläser, die Ihnen den nächsten Einkauf erleichtert und die ich meinem Handbuch »Naturkosmetik selber machen« entnommen habe.

Cremeproben in Schälchen

Emulgatoren auswählen

Für die Herstellung Ihrer Cremes und Fluids benötigen Sie einen geeigneten Emulgator, der Fett- und Wasserphase zu einer Emulsion verbindet. Jeder Emulgator hat verarbeitungs- und anwendungtechnische Stärken und Schwächen und einen Phasen-Bereich, in dem er optimale Ergebnisse bringt: »optimal« bedeutet, dass er temperaturstabile, haptisch angenehme und pflegende Emulsionen erzeugt, die nicht wässern oder Öl schwitzen.

Creme mit Xyliance

Emulgatoren: Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?

Emulgatoren verbinden Fett und Wasser – sie sind es, die uns die Herstellung üppiger Cremes, sahniger Lotionen und seidiger Fluids ermöglichen. Gleichzeitig haftet ihnen ein schlechter Ruf an: das Statement »Meine Pflege ist emulgatorfrei« gilt nicht wenigen als erstrebenswerter (Selbstrührer-)Zustand, für sie hat sich der Verzicht auf Emulgatoren tatsächlich als persönlicher Königsweg herauskristallisiert. Andere wiederum müssen die Erfahrung machen, dass ihre Haut mit emulgatorfreier Pflege so gar nicht zurechtkommt. Warum ist das so? In diesem Beitrag möchte ich einen vertieftenden Blick auf Emulgatoren werfen – ich bin mir sicher, Sie werden sie danach anders, in jedem Falle differenzierter betrachten.

Emulgatorbasis aus Lecithin und einem Zuckerester

Emulgatormengen berechnen

Bei der Entwicklung eigener Rezepturen spielen viele Faktoren hinein, die einen Einfluss auf die Stabilität, das Auftragsverhalten und die Konsistenz einer Emulsion besitzen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Einsatzkonzentration des gewählten Emulgators. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Orientierungspunkte anbieten, die Ihnen erlauben, die optimale Dosierung eines Emulgators einschätzen zu können.

Creme mit Xyliance®

Emulsionen stabilisieren

Grundsätzlich sind alle Emulsionen thermodynamisch instabile Systeme; verschiedene Prozesse in der Emulsion führen mit der Zeit unweigerlich zu physikalisch bedingten strukturellen Veränderungen, die zur Instabilität bis hin zur Phasentrennung führen. Die Kosmetikindustrie verwendet daher spezielle Fertigungsverfahren sowie Hilfsstoffe, um die Alterung von Emulsionen zu verlangsamen – völlig aufhalten lässt sie sich nicht. Einige dieser Verfahren und Substanzen können wir auch zuhause nutzen, wenn wir bereit sind, einige Bequemlichkeiten hinter uns zu lassen.

Creme mit Aloe und Beeren

Emulsionstypen unterscheiden

Im Folgenden möchte ich Ihnen erläutern, wie Emulgatoren arbeiten und worin sich O/W- und W/O-Emulgatoren unterscheiden. Alle Grafiken stammen aus meinem Buch »Naturkosmetik selber machen«, in dem Sie bei Interesse vertiefende Erläuterungen finden.

Vorbereitung der Taubnesselblüten

Extrakt aus weißen Taubnesselblüten

Wer im Frühjahr in der Natur mit aufmerksamen Augen unterwegs ist, begegnet ihr überall: der weißen Taubnessel, Lamium alba L., ein Lippenblütengewächs. Sie wächst wild entlang von Wegen, an Waldrändern und auf Wiesen. Die Pflanze wird in der Volksheilkunde vor allem gegen leichte Hautentzündungen eingesetzt; klinische Erfahrungen bestätigen ihre entzündungshemmenden Wirkungen¹, die vor allem auf ihrem Gehalt an ca. 14 % Gerbstoffen, Iridoiden, Saponinen, Flavonen und Schleimstoffen beruhen. Verwendet werden die weißen, leicht nach Honig duftenden Blüten. Ich habe diesmal einen Extrakt auf Basis von Weingeist und Glycerin hergestellt, da reine Glycerite sich schlecht durch eine Glasnutsche filtern lassen und die verbleibenden pflanzlichen Partikel die mikrobielle Stabilität selbst hergestellter, naturkosmetischer Emulsionen verringern können.

Turboextraktion des Jiaogulan

Extrakte filtern
mit der Glasfilternutsche

Alle meine Pflanzenextrakte, die ich in meiner Naturkosmetik einsetze, stelle ich selbst her – überwiegend aus selbst gesammelten frischen Pflanzen. Mein bevorzugtes Extraktionsverfahren – die sog. Turbo- oder Wirbelextraktion – zerkleinert das Pflanzenmaterial zu einem feinen »Schlamm«, der nach 24 Stunden Ruhezeit im Becherglas dekantiert und zunächst mit einem Papierfilter grob vorgefiltert wird. Dabei bleiben jedoch feine Schwebstoffe im Extrakt.

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