Alle Artikel in: Emulsionen herstellen

Creme mit Xyliance®

Darf es etwas weniger sein?

Eine der drängendsten Fragen, die mich 2005 in Anspruch nahm, war die nach einer verlässlichen »Formel« für die optimale Berechnung der Emulgator-Konzentration. Grund war, dass meine Testcremes, die ich damals nach Rezepturen privater Webseiten rührte, im Tiegel zwar ansehnliche Cremes, im Gesicht jedoch unerträglich waren: wachsig, »trocken« und schwer. Angaben in Foren ließen großzügig bemessene Spielräume: Emulsan 2–8 %? Ich möchte Sie nicht mit Details meiner Suche langweilen; wichtiger ist, dass ich für mich ein gedankliches Konzept gefunden habe, das mir hilft, haptisch angenehme, hautverträgliche Emulsionen zu konzipieren und die Dosierung von Emulgatoren gedanklich einordnen zu können.

Aufbau einer Emulsion: Emulsion unter dem Mikroskop (hier Emulprot®)

Der Aufbau einer Emulsion

Das Herstellen der eigenen Naturkosmetik umfasst viele mögliche Produkte, vom Kräuter-Gesichtswasser über eine milde Reinigungsmilch oder eine sahnige Körperlotion bis hin zum duftenden Hautöl. Das kosmetische Produkt, das in der Liste der Wunschprodukte in der Regel an erster Stelle steht, ist eine Pflegecreme für das Gesicht. Kurz: Wer vom Naturkosmetik-Selbermachen spricht, meint oft vor allem das Herstellen von Emulsionen, einem Produkttyp, bei dem Wasser und Fette mit einem Emulgator verbunden sind. Aus diesem Grund konzentriere ich mich im Folgenden auf den charakteristischen Aufbau einer Emulsion und Unterschiede zwischen verschiedenen Produkttypen.

Montanov™ 68: Nachemulgierung mit dem Gakomix

Die 3-Phasen-Methode des Emulgierens

Seit mehreren Jahren stelle ich meine naturkosmetischen O/W-Emulsionen mit hohen Scherkräften her: Zu Beginn des Emulgierens werden Fett- und Wasserphase hochtourig dispergiert, dann rührt mein Rührwerk die noch dünnflüssige Emulsion sanft kalt. Aus purer Neugier probierte ich vor ca. 2 Jahren das erste Mal eine Variante aus, die ein erstaunliches Ergebnis brachte.

Cremeproben in Schälchen

Emulgatoren auswählen

Für die Herstellung Ihrer Cremes und Fluids benötigen Sie einen geeigneten Emulgator, der Fett- und Wasserphase zu einer Emulsion verbindet. Jeder Emulgator hat verarbeitungs- und anwendungtechnische Stärken und Schwächen und einen Phasen-Bereich, in dem er optimale Ergebnisse bringt: »optimal« bedeutet, dass er temperaturstabile, haptisch angenehme und pflegende Emulsionen erzeugt, die nicht wässern oder Öl schwitzen.

Creme mit Xyliance

Emulgatoren: Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?

Emulgatoren verbinden Fett und Wasser – sie sind es, die uns die Herstellung üppiger Cremes, sahniger Lotionen und seidiger Fluids ermöglichen. Gleichzeitig haftet ihnen ein schlechter Ruf an: das Statement »Meine Pflege ist emulgatorfrei« gilt nicht wenigen als erstrebenswerter (Selbstrührer-)Zustand, für sie hat sich der Verzicht auf Emulgatoren tatsächlich als persönlicher Königsweg herauskristallisiert. Andere wiederum müssen die Erfahrung machen, dass ihre Haut mit emulgatorfreier Pflege so gar nicht zurechtkommt. Warum ist das so? In diesem Beitrag möchte ich einen vertieftenden Blick auf Emulgatoren werfen – ich bin mir sicher, Sie werden sie danach anders, in jedem Falle differenzierter betrachten.

Emulgatorbasis aus Lecithin und einem Zuckerester

Emulgatormengen berechnen

Bei der Entwicklung eigener Rezepturen spielen viele Faktoren hinein, die einen Einfluss auf die Stabilität, das Auftragsverhalten und die Konsistenz einer Emulsion besitzen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Einsatzkonzentration des gewählten Emulgators. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Orientierungspunkte anbieten, die Ihnen erlauben, die optimale Dosierung eines Emulgators einschätzen zu können.

Creme mit Xyliance®

Emulsionen stabilisieren

Grundsätzlich sind alle Emulsionen thermodynamisch instabile Systeme; verschiedene Prozesse in der Emulsion führen mit der Zeit unweigerlich zu physikalisch bedingten strukturellen Veränderungen, die zur Instabilität bis hin zur Phasentrennung führen. Die Kosmetikindustrie verwendet daher spezielle Fertigungsverfahren sowie Hilfsstoffe, um die Alterung von Emulsionen zu verlangsamen – völlig aufhalten lässt sie sich nicht. Einige dieser Verfahren und Substanzen können wir auch zuhause nutzen, wenn wir bereit sind, einige Bequemlichkeiten hinter uns zu lassen.

Creme mit Aloe und Beeren

Emulsionstypen unterscheiden

Im Folgenden möchte ich Ihnen erläutern, wie Emulgatoren arbeiten und worin sich O/W- und W/O-Emulgatoren unterscheiden. Alle Grafiken stammen aus meinem Buch »Naturkosmetik selber machen«, in dem Sie bei Interesse vertiefende Erläuterungen finden.

Fett- oder Wasserphase?

Wenn Sie Ihre Kosmetik selbst herstellen, werden Ihnen online und in Sachbüchern regelmäßig zwei Begriffe begegnen: Fettphase und Wasserphase. In meinem Erfahrungsaustausch mit anderen Selbstrührern bin ich des öfteren mit der Frage konfrontiert, zu welcher Phase denn nun Rohstoff X oder Y zugeordnet werden müsse. An dieser Stelle möchte ich eine Antwort versuchen.

Arbeit mit dem Rührwerk

Hochtourig rühren

Wie haben Sie bisher Ihre Cremes und Lotionen gerührt? Zu Zeiten der Hobbythek® wurden Emulsionen bevorzugt in einem Glas geschüttelt, alternativ mit Glastab oder einem Löffel gerührt. Wenn Sie mit der Hobbythek groß geworden sind und nun nach längerer Pause wieder ins Thema einsteigen, werden Sie feststellen, dass wir uns heute anderer Verfahren bedienen, die sich vor allem durch eins auszeichnen: Hohe Scherkräfte.