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Thymian

Thymian

Der Thymian ist ein aromatisch duftender immergrüner Zwergstrauch mit kleinen, länglich-runden Blättern und blauvioletten Blüten, der im Mittelmeerraum heimisch ist. Verwendet wird die gesamte blühende Pflanze frisch oder getrocknet.


INCI: Thymus vulgaris

  • Familie: Lamiaceae (Lippenblütengewächse)
  • Synonym(e): Gartenthymian, Römischer Thymian
  • englisch: Thyme
  • französisch: Thym ordinaire
  • Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Thymol, Carvacrol, Monoterpenole wie p-Cymen, γ-Terpine, Linalool, Geraniol und Thujanol), Kaffeesäure-Derivate (Rosmarinsäure), Flavonoide

Kosmetische Wirkung

Thymian wirkt durchblutungsfördernd, antimikrobiell gegen Pilze (sehr stark!), Viren und Bakterien und entzündungshemmend, was vor allem auf das im ätherischen Öl enthaltene Thymol zurückzuführen ist. Es gibt verschiedene »Chemotypen« des ätherischen Öls je nach Lage, exakter je nach Höhe des Anbaugebiets über dem mittleren Meeresspiegel, die sich in der in ihnen enthaltenen Menge des Thymols (und des stark antiinfektiös wirkenden Carvacrol) unterscheiden. Der Chemotyp ct. carvacrol gedeiht primär auf Meereshöhe, der Chemotyp ct. thymol auf durchschnittlicher mitteleuropäischer Höhe; dies ist unser Garten- oder Winterthymian. Die mild duftenden Chemotypen ct. geraniol und ct. linalool gedeihen auf 1250–1500 Metern bzw. darüber¹.
Da Carvacrol und Thymol auch als hautreizend gelten, sollten Öle mit Betonung auf diese Phenole mit Bedacht eingesetzt werden. Chemotypen mit Betonung auf Thujanol, Linalool und Geraniol gelten als verträglich.

Frisch destilliertes ätherisches Thymianöl des Chemotyps ct. thymol, erkennbar an der roten Farbe, die durch den Kontakt mit dem Kupfer der Destille entsteht (1). Wir schauen hier auf die Oberfläche des Ölspiegels auf dem Hydrolat. Destilliert habe ich gewöhnliche, getrocknete Küchenqualität, also gewöhnlichen Gartenthymian. Thymian gehört zu den Pflanzen, bei denen durch die Trocknung zumindest hinsichtlich der Komponenten des ätherischen Öls keine nennenswerten Unterschiede zu frisch destillierten Pflanzen erkennbar sind (2).

Ernte

Den besten Ertrag ergibt die Ernte zur Zeit der Vollblüte.

Verwendung

Als wässrig-alkoholische Tinktur (50–70 % vol.), ätherisches Öl, Hydrolat oder als Frischpflanzensaft (Reformhaus oder Bioladen).

Quellen

  1. Dietrich Wabner, Christiane Beier (Hrsg.): Aromatherapie. Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis. München: Elesevier, 2009, S. 300
  2. Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft: Gewinnung ätherischer Öle aus Blatt-, Blüten- und Körnerdrogen einheimischer Produktion. Abschlussbericht. Jena, 2005, S. 38