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Spitzwegerich

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich gehört zur Familie der Plantaginaceae. Sein Gattungsname nimmt Bezug auf die Form der Laubblätter: Plantago verweist auf das lateinische Wort »planta« (übersetzt Fußsohle), lanceolata (lateinisch lancea: Speer, Lanze) charakterisiert die längliche Form der Blätter. Er ist in kühl-gemäßigten Zonen Europas, Nord- und Mittelasien verbreitet; durch Verschleppung findet man ihn heute auch in Nordafrika, Nordamerika, Brasilien, Chile, Feuerland, Australien, Neuseeland und Sri Lanka.

INCI: Plantago lanceolata L.

  • Familie: Plantaginaceae (Wegerichgewächse)
  • Synonym(e): Lungenblatt, Rossrippe, Spitzfederich, Wegetritt
  • englisch: (Narrow-leaved) Plantain
  • französisch: Plantain lancéolé
  • Inhaltsstoffe: Iridoidglycoside (Aucubin, 0,3–2,5 %, Catalpol, 0,3–1 %), Phenylethanoide (3–8 %), Schleimstoffe (Arabinoglactane, Glucomammane, Rhamnoglacturononane, 2–6 %), Kaffeesäure- und Zimtsäurederivate (3–8 %), Gerbstoffe (ca. 6,5 %), Kieselsäure (ca. 1,3 % in den Blättern), geringe Mengen an Flavonoiden und Saponinen.

Gesammelt werden die Blätter der Pflanze; Blüten sind nach der Positivmonographie des Europäischen Arzneibuchs nicht zugelassen.

Neben dem Spitzwegerich wird auch der Breitwegerich, Plantago major, als Heilpflanze geschätzt, allerdings gilt der Spitzwegerich als der wirksamere von beiden. Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht zwischen dem Spitzwegerich und dem Mittleren Wegerich, Plantago media.

Die Samen anderer Formen aus der Gattung Plantago, dem Sandwegerich (Plantago psyllium) und dem Indischen Wegerich (Plantago ovata), werden als Ingredienz zu Gesichtsmasken oder als Grundlage von feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Gelen verwendet.

Kosmetische Wirkung von Spitzwegerich

Spitzwegerich-Extrakte werden vor allem als Mittel zur Wundheilung eingesetzt, da die Pflanze die Blutgerinnung beschleunigt. Auch seine Wirkung bei Insektenstichen ist belegt. Seine Gerbstoffe wirken adstringierend, die enthaltenen Schleimstoffe reizmildernd bei Entzündungen der Haut. Spitzwegerich weist eine hohe Verträglichkeit auf; ein Sensibilisierungspotential besteht nach heutigem Forschungsstand nicht; dies macht ihn auch für sensible Haut geeignet. Eine Ausnahmen bilden Pollenallergiker, bei denen Studien zufolge 31 % auf Wegerichpollen allergische Reaktionen zeigen. Antiseptische Wirkungen werden auf seinen Gehalt an Aucubin, einem Iridoidglycosid, zurückgeführt; es ist in Pressäften und in wässrigen Extrakten wirksam, nicht jedoch in Dekokten und Infusen, da die Voraussetzung für die antibakterielle Wirkung die Hydrolyse durch ß-Glucosidasen des Aucubin zu Aucubigenin ist, die bei der Herstellung von Infusen und Dekokten unwirksam werden.

Verwendung

Als wässrig-alkoholische Tinktur (50 % vol.), als Hydrolat bzw. Destillat (er gehört zu den Pflanzen, die auf Grund ihrer flüchtigen organischen Komponenten destilliert werden, obwohl sie keine ätherischen Öle enthalten; das Hydrolat ist jedoch sehr selten erhältlich) oder als Frischpflanzensaft (Reformhaus oder Bioladen). Frische Pflanzen zerrieben als Wundauflage.