Pflanzen

Mädesüß

Mädesüßblüten

Mädesüß ist eine zur Familie der Rosaceae, den Rosengewächsen, zählende Staude und gedeiht bevorzugt auf feuchten Wiesen und in der Nähe von Gewässern. Charakteristisch sind ihre cremefarbenen, weißen, fedrig leicht wirkenden Blütenrispen mit weich-süßem, leicht mandelartigen Duft und gefiederten, 3- bis 5-paarigen Blättern.


INCI: Filipendula ulmaria L., Spiraea ulmaria L.

  • Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
  • Synonym(e): Wiesenkönigin, (Wiesen-)Spierstaude
  • englisch: Meadowsweet
  • französisch: Reine des prés, Ulmeire
  • Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (mind. 0,2 %, mit den Hauptkomponenten Salicylaldehyd und Salicylsäuremethylester), Flavonoide (Quercetin-O-Glykoside mit der Hauptkomponente Spiraeosid, Hyperosid, Rutin, Avicularin), Gerbstoffe (10–15 %)

Bekannt geworden ist diese Staude durch die aus dem ätherischen Öl isolierten Salicylsäure (wo sie verestert als Methylsalicylat vorliegt), Wirkstoff von Aspirin, dessen Produktname auf die Pflanze verweist, Spiraea, wobei das »A« des Produktnamens für Acetyl steht. 1838 wurde das Glycosid Salicin das erste Mal aus Mädesüß isoliert (1829 durch den deutschen Apotheker und Pharmakologen Johann Andreas Buchner aus der Weidenrinde); 1899 gelang die Synthetisierung der Acetylsalicylsäure. In den Blüten befindet sich der Hauptanteil des ätherischen Öls.

Die Bezeichnung Mädesüß wird etymologisch unterschiedlich hergeleitet: As Zutat zum Honigwein der Germanen, Met, soll sie fungiert und daher ihren Namen haben; wahrscheinlicher ist jedoch ein anderer Kontext: das englische Wort »Meadowsweet« (Wiesensüß) verweist auf ihren süßlichen Duft, den sie frisch gemähtem Heu gibt – Mahd ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für einen Mähgang oder auch die Ernte selbst, das gemähte Heu.

Len und Shirley Price identifizieren im Hydrolat primär Dimethylsulfide, Ketone, Eucalyptol und Alkohole und zitieren seine Verwendung in der Aromatherapie bei entzündeten und brennenden Augen als Augentropfen (1)

Kosmetische Wirkung von Mädesüß

Kosmetisch wird Mädesüß eine beruhigende, regenerationsfördernde und entzündungshemmende Wirkung zugesprochen. Der alkoholische Extrakt zeigt sich offenbar zudem wirksam gegen Bakterien und soll einen gewissen Lichtschutzfaktor aufweisen, wie ein Bericht einer Projektgruppe des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie Wien darstellt (2). Verwenden Sie das duftende Mädesüß als Basis eines beruhigenden Gels oder Gesichtswassers für gereizte, entzündliche Haut oder zum frischen Anrühren einer Gesichtsmaske.

Ernte

Mai–Juli nach mindestens zwei Sonnentagen vormittags bis 11 Uhr, an bedeckteren Tagen bis 14 Uhr; geerntet und verarbeitet werden die vollblühenden Blütenrispen ohne Stiele.

Verwendung

Als ätherisches Öl, wässrig-alkoholische Tinktur (50 % vol.), als Infus (1 TL Blüten auf 150 ml Wasser, als Kompresse verwenden) und als Hydrolat.
Herstellung von Hydrolat: Frische Blütenrispen kürzen, dabei auf geringen Stengelanteil achten, um die Qualität des Hydrolats zu erhöhen. Wichtig ist eine gute, mehrmalige Kontrolle des Destillierguts, da die Blüten gerne von kleinen Insekten besucht werden; sie sind allerdings auf den weißen Rispen gut sichtbar. Legen Sie 2–3 Lagen Zelltuch in den Aromakorb, da das Destilliergut sehr feine Partikel beinhaltet. Ein sehr gutes Resultat wird aus 1:1-Destillation erzielt, das bedeutet 100 g Blüten ergeben 100 ml/g Hydrolat. Arbeiten Sie nach der Ernte und dem Ausputzen schnell – die Pflanzenteile sind zart und welcken schnell. Mädesüßhydrolat ist eines der wenigen, die ich filtere,  um die unvermeidlichen feinen Schwebstoffe (u. a. Blütenstaub) zu entfernen. Mädesüßhydrolat hat einen vollen, weichen, beinahe narkotisch-süßen Duft mit Mandelnote.

Quellen

  1. Len and Shirley Price, Understanding Hydrolats. Edinburgh: Churchill Livingstone 2004, S. 110
  2. H. Mackwitz, U. Burner, A. Kubin, S. Schemitz: Innovationen aus Pflanzen. Lichtschutz und Konservierung aus heimischen Pflanzenkulturen für naturkosmetische Erzeugnisse. In: Berichte aus Energie- und Umweltforschung 19/2002. Wien: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 2002