Pflanzen

Kamille

Echte Kamille im Feld

Die Echte Kamille ist die deutsche Heilpflanze schlechthin. Die zu den Korbblütlern zählende Pflanze ist in ganz Mitteleuropa und in West- und Mittelasien heimisch. Geerntet werden Juli bis August vor allem die Blütenköpfe.

INCI: Matricaria recutica L.

  • Familie: Asteraceae (Korbblütengewächse)
  • Synonym(e): Echte Kamille, Feldkamille, Mutterkraut
  • englisch: German Chamomile
  • französisch: Camomille allemande
  • Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Matracin als Vorstufe des Chamazulen, α-Bisabolol, Polyine), Flavonoide, Cumarine, Carbonsäuren, Schleimstoffe.

 

Kosmetische Wirkung

Bekannt und in der Forschung mehrfach belegt ist die stark entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Wirkung insbesondere durch Inhaltsstoffe des ätherischen Öls. Wirkstoffe aus der Kamille regen nachweislich den Hautstoffwechsel an und regenerieren das Gewebe. Das im ätherischen Öl enthaltene Bisabolol wird auch isoliert als kosmetischer Wirkstoff genutzt, da es hemmend auf Bakterien und Viren wirkt, jedoch nicht, wie Echte Kamille, Allergiepotential hat. Auch fördert Bisabolol das Penetrationsvermögen anderer Wirkstoffe in die Haut. Unreine Haut, Dermatitis und Ekzeme werden erfolgreich mit Extrakten behandelt.

Kamille gilt in seltenen Fällen als sensibilisierende Pflanze, scheinbar gibt es Kreuzallergien mit anderen Pollenpflanzen. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler sollten Sie Kamille meiden.

Ernte

Nach mindestens 2 Sonnentagen vormittags zwischen 10 und 11 Uhr sammeln (guter Anhaltspunkt: 50–70 % der vorhandene Blüten sollten in Vollblüte stehen): nur die Blütenköpfe ernten. Locker auf ein Tuch auslegen, 2–3 Tage antrocknen lassen, dann als Mazerat oder Tinktur weiter verarbeiten; als Teedroge 8 Tage durchtrocknen lassen.

Verwendung

Die Blätter können frisch oder getrocknet verwendet werden. Einsatz als wässrig-alkoholische Tinktur (50–70 % vol.), Ölauszug, ätherisches Öl oder als Frischpflanzensaft (Reformhaus oder Bioladen).