Öle und Buttern

Sojaöl

Sojabohnen, © Henry Lamotte Oils GmbH

Die INCI-Bezeichnung Glycine Soja bezieht sich auf die Wildform der Sojabohne, Glycine max. L ist der korrekte Name für die kultivierte Sojabohne. Der größte Teil des Sojaöls wird aufgrund des relativ geringen Ölanteils der Bohnen mit Wärme und Lösungsmitteln extrahiert; natives, kalt gepresstes Öl ergibt eine deutlich geringere Ausbeute. Qualitativ hochwertiges, natives und gepresstes Sojaöl ist hell- bis goldgelb; extrahierte oder unter Wärme gepresste Öle tendieren ins Bräunliche.

Durch die Problematik genmanipulierter Saaten ist es bei diesem Öl besonders wichtig, nur native Lebensmittelöle aus kontrolliert-biologischem Anbau zu kaufen, wenn möglich aus regionalem Bio-Anbau. Raffinierte konventionelle Öle sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht GMO-frei. Der assoziative Kontext von Sojaöl als genmanipuliertes Massenprodukt lässt seine kosmetischen Qualitäten leider oft in den Hintergrund rücken – das ist sehr schade. Entdecken Sie dieses Öl aus bkA und genießen Sie seine Eigenschaften.

Inhaltsstoffe von Sojaöl

Natives Sojaöl aus kontrolliert-biologischem Anbau ist ein wertvolles lecithinreiches Öl mit einem hohen Anteil an Linolsäure, α-Linolensäure, Tocoperolen und Phytosterolen (insbesondere β-Sitosterin). Sein hoher Lecithingehalt (mit bis zu 3,8 % der höchste unter allen Pflanzenölen, es übertrifft darin sogar Avocadoöl) bewirkt sein verhältnismäßig gutes Spreitverhalten.

Kosmetischer Einsatz von Sojaöl

Natives Sojaöl fluidisiert Zellmembrane und die Lipidlayer der Hornschicht, reguliert den Verhornungsprozess und eignet sich daher sowohl für fettende Hautzustände und Mischhaut wie für trockene Haut. Der hohe Lecithingehalt bewirkt eine ausgezeichnete »Hautbefeuchtung«, da dieses Öl Wasser emulgiert und in der Hornschicht bindet.

Sein dezenter Geruch und seine Inhaltsstoffe machen es zu einer interessanten Alternative zu Avocadoöl, das zwar unübertroffen pflegend, von nicht wenigen jedoch aufgrund des starken Eigengeruchs in der Gesichtspflege ungern eingesetzt wird. In Emulsionen wirkt das Öl durch seinen Lecithingehalt koemulgierend und erzeugt feuchte und gut rückfettende Konsistenzen, die nicht schwer aufliegen. Im Einziehverhalten ist Sojaöl vom Lecithingehalt abhängig: Studien haben gezeigt, dass lecithinarmes (raffiniertes) Sojaöl schneller einzieht als normales Sojaöl.

Da Sojaöl oxidativ nicht sehr stabil ist, sollten Sie es mit Ölen der Gruppe B-0 und B-1 kombinieren und in Tagespräparaten nicht über 10 % einarbeiten.

INCI: Glycine Soja (Soybean) Oil


Fettsäurediagramm von Sojaöl (INCI: Glycine Soja (Soybean) Oil)

  • Basisöl | Ölgruppe: B-3
  • Jodzahl: 120–141
  • Verseifungszahl: 180–200
  • HLB-Wert: 7
  • Schmelzbereich: -8 bis -18 °C
  • Typ: halb trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®: mittelspreitend
  • Anteile an Unverseifbarem (%): (Lecithin:) 1,8–3,2
  • Zusammensetzung: Linolsäure (ca. 50 %), Ölsäure (ca. 25 %), α-Linolensäure (ca. 6 %), Palmitinsäure (ca. 11 %), Stearinsäure (ca. 5 %), Lecithin (1,8–3,2 %), Tocopherole (zwischen 80–187 mg/100 g Öl), Phytosterole (ca. 184–418 mg/100 g)
  • Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes): ca. 6 Monate
  • Kosmetischer Einsatz: Normale bis trockene Haut, Mischhaut, leicht fettende Haut.

© Bildrechte für das Beitragsbild: Henry Lamotte Oils GmbH