Öle und Buttern

Sheanussöl

Sheanussöl (auch als Sheaöl im Handel) wird, wie Sheabutter, aus den Samen des Sheanussbaums gewonnen. Im Gegensatz zur traditionellen Herstellung der Sheabutter – dem Zerstampfen der Nüsse, Kochen in Wasser und Abschöpfen des Fettes, wird Sheaöl aus den Kernen gepresst und in der Regel raffiniert und fraktioniert.

Die Fraktionierung trennt die Fettsäuren nach ihrem Schmelzpunkt und führt in Folge zu einem Öl mit niedrigerem Schmelzpunkt und einem Fettsäuremuster, das im Vergleich zu Sheabutter durch einen höheren Anteil an Ölsäure und einen niedrigeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren wie Stearinsäure geprägt ist. Raffiniertes Öl weist jedoch nur noch Spuren der wertvollen unverseifbaren Fettbegleitstoffe auf; beide Produkte sind also nicht vergleichbar.
Der Grad der Fraktionierung kann je nach Hersteller schwanken, mit ihm die exakten Fettsäurewerte. Ich habe in Einzelfällen Ölsäuregehalte bis zu 73 % gefunden (bei gleichzeitig reduziertem Stearinsäureanteil). Die von mir unten angegebenen Werte basieren auf mir vorliegenden Analysezertifikaten von in Deutschland erhältlichem Sheanussöl.

Die spezifische Viskosität des Sheaöls bedingt eine Konsistenz, die bei normaler Zimmertemperatur etwas zähfließend ist und, so meine Erfahrung, als gering dosierte Ölkomponente ein Feuchtigkeitsgel auf Basis von Polysacchariden (Hyaluronsäure, Quittengel usw.) sehr gut stabilisieren und im Hautgefühl verbessern kann.

Aussagen zu Spreitverhalten und Penetrationsvermögen sind auf Grund der deutlich differierenden Fettsäuremuster einzelner Anbieter nicht eindeutig zu treffen; der je nach Herkunft hohe Anteil an gesättigten langkettigen Fettsäuren kennzeichnet es jedoch als langsam spreitendes Öl, das langsam einzieht.

Inhaltsstoffe und kosmetischer Einsatz

Sheanussöl eignet sich als ölsäure- und stearinsäurebetonte Komponente in Emulsionen für trockene, feuchtigkeitsarme Haut. Es ist oxidationsstabil und fördert die Haltbarkeit von Ölmischungen mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Auch als Massageöl ist sehr gut geeignet: die Stearinsäure bleibt als sanfter Film auf der Haut, die Ölsäure bedingt ein langsames, aber gutes Einziehvermögen. Zudem kann das geruchsdezente Sheanussöl gut mit ätherischen Ölen beduftet werden.
Hervorragend eignet sich dieses reichhaltige, schützende Öl auch für restrukturierende und rückfettende Haarpflegeprodukte, als Zusatz in Shampoos für trockenes, sprödes Haar und in Haarkuren.

Das unten abgebildete Fettsäuremuster zeigt Mittelwerte; ein exaktes Spektrum kann nur auf Basis einer spezifischen Analyse eines Einzelöls erfolgen.

NCI: Butyrospermum Parkii (Shea) Seed Oil

Fettsäurediagramm von Sheaöl (Butyrospermum Parkii (Shea) Seed Oil)

  • Basisöl | Ölgruppe: B-1
  • Jodzahl: 75–90
  • Verseifungszahl: 180–200
  • Schmelzbereich: 18 °C
  • Typ: nicht trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®: niedrigspreitend
  • Zusammensetzung: Ölsäure (ca. 40–60 %, in Einzelfällen bis zu 70 %), Stearinsäure (ca. 20–30 %), Palmitinsäure (bis 6 %), Linolsäure (3–10 %), Arachinsäure (bis 2,5 %)
  • Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes): ca. 18 Monate
  • Kosmetischer Einsatz: Normale und trockene Haut, Haarpflegeprodukte, als reichhaltiges Massageöl.