Öle und Buttern

Sanddorn-Fruchtfleischöl

Der Sanddorn gehört zur Familie der Elaeagnaceae (Ölweidengewächse) und trägt in seinem Namen – Hippophae  – bereits einen Hinweis auf einen früheren Einsatzbereich: griechisch »hippos« bedeutet Pferd, »phaes« meint leuchtend, denn der Zusatz der Blätter des Strauchs in das Futter sollte glänzendes Fell bewirken. Der Artname rhamnoides (griechisch »rhamnus«) bdeutet Dorn. Gewonnen wird das Fruchtfleischöl durch Kaltpressung und Zentrifugierung des rohen Press-Saftes; alternativ sind CO2-extrahierte Öle aus getrockneten, intakten Sanddornbeeren auf dem Markt.

Inhaltsstoffe und kosmetischer Einsatz

Das durch den hohen Gehalt an Carotinoiden orange-rote Sanddorn-Fruchtfleischöl wirkt zellregenerierend, entzündungshemmend und antioxidativ. Es eignet sich hervorragend als Zusatz in Rezepturen für reife Haut, weil es hauteigene Stoffwechselprozesse und die Neubildung von Zellen anregt. Auch geschädigte Haut (z. B. durch einen Sonnenbrand) profitiert von den entzündungshemmenden Wirkungen dieses Öls. Es wird tropfenweise verwendet, da es stark färbt, zudem senkt es durch seinen natürlichen Gehalt an Fruchtsäuren den pH-Wert einer Emulsion. Diese sind auch die Ursache einer erhöhen Säurezahl in der Analyse; dieser in der Regel zwischen 5 und 10 liegende Wert spiegelt in diesem Fall keinen Fettverderb wieder. Die Fruchtsäuren sollten nicht unterschätzt werden; manche AnwenderInnen beobachten bei zu hoher Dosierung die Neigung zu unruhiger Haut und Pickelchen – bitte in normaler Pflegekosmetik wirklich nur tropfenweise verwenden, dann spielt es seine wunderbaren Fähigkeiten aus.

Sanddornfruchtfleischöl, 2 verschiedene Öle

Sein Fettsäuremuster ist insofern außergewöhnlich, als dass es ca. 30 % der seltenen (sonst primär in tierischen Fetten enthaltenen) ungesättigten Palmitoleinsäure (C16:1) enthält sowie ebenfalls ca. 30 % der gesättigten Palmitinsäure (C16:0). Beide hautphysiologisch sehr wertvollen Fettsäuren verbessern die Spreiteigenschaften dieses viskosen Öls und lassen es gut in die Haut penetrieren.

Wichtig: der in der Literatur oft erwähnte Sonnenschutzfaktor liegt bei ca. 1,1 und ist für eine Schutzwirkung nicht ausreichend. Im Gegenteil scheint Sanddorn-Fruchtfleischöl die Photosensibilität zu steigern. Die Palmitoleinsäure zeigt jedoch einen sehr positiven, schützenden Einfluss auf Zellmembrane und mindert die Lipidoxidation hauteigener Fette; aus diesem Grund wird Sanddornfruchtfleischöl bevorzugt bei sonnengeschädigter Haut eingesetzt.

Beim Kauf sollte man darauf achten, pures Öl, und dieses bevorzugt aus Bio-Anbau zu erhalten; das Öl ist oft von hohen Anteilen an PAK (polyzyklischen aromatischen Verbindungen) betroffen. Bisweilen wird auch ein Mazerat der Sanddornbeeren in einem billigen Trägeröl angeboten. Neben dem Fruchtfleischöl gibt es auch Sanddorn-Kernöl, das ein anderes Fettsäurespektrum aufweist.

INCI: Hippophae Rhamnoides (Seabuckthorn Fruit) Oil


Fettsäurediagramm Sanddornfruchtfleischöl

  • Wirkstofföl | Ölgruppe: W-3
  • Jodzahl: 60–70
  • Verseifungszahl: 190–210
  • Schmelzbereich: 10–15 °C
  • Typ: nicht trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®: mittelspreitend
  • Anteile an Unverseifbarem: 1,5–2,3 %
  • Zusammensetzung: Palmitoleinsäure (ca. 32 %), Palmitinsäure (ca. 34 %), Ölsäure (ca. 28 %), Linolsäure (ca. 3 %), Carotinoide, Flavonoide, Tocopherole (ca. 190–330 mg/100 g Öl; primär α-Tocopherol), Phytosterole (u. a. β-Sitosterol, 24-Methyl-Cycloartenol, Isofucosterol).
  • Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes): ca. 12 Monate
  • Kosmetischer Einsatz: Reife Haut, entzündliche Haut, Akne, sonnengeschädigte Haut (in der After-Sun-Pflege).