Öle und Buttern

Haselnussöl

Haselnussblüte, © Henry Lamotte Oils GmbH

Das Öl aus den Nüssen des von Europa bis nach Kleinasien verbreiteten Haselnussstrauchs aus der Familie der Betulaceae (Birkengewächse) ist ein in guten, nativen Qualitäten hell- bis goldgelbes, wundervoll typisch duftendes Speiseöl, das in der Regel kalt gepresst wird; neben Speisequalitäten aus vorher gerösteten Nüssen sind auch Qualitäten aus ungerösteten Nüssen im Handel. Der Röstprozess kann die Farbe des Öls durch die so genannte Maillard-Reaktion ins Gelbbräunliche verändern.

Inhaltsstoffe von Haselnussöl

Die vielen Varietäten des Strauchs und klimatischen Bedingungen in den Herkunftsländern führen zu deutlichen Unterschieden im Fettsäurespektrum, fixieren jedoch dennoch typische Verhältnisse der Fettsäuren zu einander. Haselnussöl ist mit ca. 76–78 % ein ölsäuredominiertes Öl mit relativ geringen Anteilen an gesättigten Fettsäuren, die in der Regel zusammen unter 10 % einnehmen.

Im Fettsäurespektrum sind ihm Marulaöl und Kameliensamenöl am ähnlichsten; beide verfügen jedoch über weniger Linolsäure, das Marulaöl weist zudem einen höheren Anteil an gesättigten Fettsäuren auf.

Kosmetischer Einsatz von Haselnussöl

Das dezent duftende, wohlriechende Haselnussöl ist durch den hohen Ölsäuregehalt ein sehr gutes Massageöl, das langsam, jedoch gut einzieht und haptisch leicht »einhüllend« wirkt. Daneben wird ihm eine straffende, gefäßverengende und gewebefestigende Wirkung zugeschrieben.
Der Tocopherolgehalt ist nicht auffallend hoch, besteht jedoch vorwiegend aus aktivem α-Tocopherol, das hautglättend wirkt und gegen freie Radikale wirksam ist. Für den kosmetischen Einsatz ist die ungeröstete Variante vorzuziehen (stark riechende Öle verdanken diese Eigenschaft in der Regel einer vorherigen Röstung der Nüsse).

In einer ausgewogenen Mischung bei trockenen Hautzuständen können Sie Haselnussöl mit linolsäure-betonten Ölen und einer Pflanzenbutter mischen, die schützende gesättigte Fettsäuren und Phytosterole ergänzt. Nussallergiker müssen jedoch vorsichtig sein, Haselnüsse gehören zu den bekanntesten Allergenen.

INCI: Corylus avellana (Hazel) Seed Oil

Fettsäurediagramm von Haselnussöl (Corylus avellana (Hazel) Seed Oil)

  • Basisöl | Ölgruppe: B-1
  • Jodzahl: 83–90
  • Verseifungszahl: 188–197
  • Schmelzbereich: -20 bis -10 °C
  • Typ: nicht trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®: mittelspreitend
  • Anteile an Unverseifbarem: 0,2–0,3 %
  • Zusammensetzung: Ölsäure (ca. 77 %), Linolsäure (ca. 13 %), Palmitinsäure (ca. 6 %), ca. 2 % Stearinsäure, Vitamin D, ca.20–40 mg/100 g α-Tocopherol und ca. 7 mg/100 g γ-Tocopherol, Phytosterole.
  • Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes): ca. 9 Monate
  • Kosmetischer Einsatz: Trockene und spröde Haut, sehr gutes Massageöl. Basisöl in der Aromapflege.