Wirkstoffe

Tocopherol

Unter der Bezeichnung »Tocopherol« werden verschiedene Vitamin-E-Derivate zusammen gefasst. Es ist ein lipophiles (fettlösliches) Vitamin, das eine stark antioxidative Wirkung aufweist, indem es Sauerstoffatome freier Radikale bindet und Oxidationsprozesse verlangsamt. Wir nutzen Tocopherol kosmetisch in Form pflanzlicher Öle mit hohem Tocopherolgehalt oder als isolierten Wirkstoff. Vitamin E erhalten wir in Form einer klaren, zähfließenden Flüssigkeit.

INCI: Tocopherol

    • CAS-Nummer: 10191-41-0
    • Funktion: Wirkstoff, Antioxidans
    • Dosierung: In Emulsionen 1–5 %, therapeutisch bis 25 %. Als Antioxidans (Produktschutz) 0,1–0,2 %.
    • Wirkung: Antioxidans, feuchtigkeitsbindend, zellregenerierend, durchblutungsfördernd.
    • Verarbeitung: Öllöslich. Hitzeempfindlich, nicht über 50 °C, optimal in erkaltete Produkte (Emulsionen, Öle, Oleogele) einarbeiten.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Tocopherol weist ein breites Spektrum an positiven kosmetischen Wirkungen auf. Neben seiner Fähigkeit, die Oxidation von Membranlipiden der Haut und Emulsionslipiden zu verhindern, bindet es Feuchtigkeit im Stratum Corneum, fördert durch seine zellerneuernde und entzündungshemmende Wirkung die Wundheilung und mindert Hautschäden durch UV-Strahlung. Auch hat es eine deutlich glättende Wirkung auf das Hautrelief. Tocopherol dringt leicht in die Hornschicht ein und wirkt auch in höheren Konzentrationen nicht irritierend. Allgemein gilt es als hervorragend verträglich.

Neben reinem Tocopherol gibt es verestertes, an Essigsäure gebundenes Tocopherolacetat (CAS-Nummer 7695-91-2), das gegenüber dem reinen Vitamin E gegen Luftsauerstoff stabiler ist, aber eine bis zu 25 % geringere Wirksamkeit aufweisen soll. Laut Empfehlungen der GDCh (Gesellschaft deutscher Chemiker) ist Tocopherolacetat nur in der wässrigen Phase verfügbar; nur dort könne es zu Tocoperol gespalten werden – in öligen Zubereitungen verbleibe es auf der Haut.

Vitamin E wirkt in einer spezifischen Weise gegen so genannte freie Radikale: Bei der Reaktion mit einem Radikal wird es selbst zu einem. Vitamin C ist in der Lage, aus diesen Radikal wieder Vitamin E »zurückzubilden«. Aus diesem Grunde werden beide Vitamine optimal kombiniert eingesetzt. Problematisch ist eine zu hohe Dosierung von Vitamin E, da es dann bei seiner beginnenden Umwandlung in Radikale zu Kettenreaktionen kommen kann; in niedriger Einsatzmenge ist Vitamin E wesentlich reaktionsträger als freie Radikale.

Die höchste biologische Wertigkeit als antioxidativ wirkendes zellschützendes Vitamin hat das so genannte α-Tocopherol, den besten pflanzen-eigenen Selbstschutz eines Öls vor Oxidation bieten γ- und δ-Tocopherol, die sich zur Stabilisierung von Produkten eignen. Belegt ist, dass Vitamin A in Ölen mit einem hohen Tocopherolanteil beständiger ist als in tocopherolarmen Ölen

Verarbeitung

Tocopherol ist als Lipid fettlöslich und kann dadurch sehr gut in Emulsionen und Ölmischungen sowie Oleogelen eingearbeitet werden. Isoliertes Tocopherol ist hitzeempfindlich, es sollte daher abgekühlten Produkte hinzugefügt werden.

Dosierung

Klinische Untersuchungen haben eine Einsatzkonzentration von 1–2 % als ausreichend belegt. Sie kann in Emulsionen bis zu 5 % betragen; in therapeutischen Rezepturen durchaus höher (beschrieben werden Einsatz-Konzentrationen bis 25 %).

Oft werden dort verkapselte (also in Liposome verpackte) Tocopherole eingesetzt, die erst im Stratum corneum freigesetzt werden und daher auch in geringerer Konzentration in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Im Auge behalten werden sollte jedoch, dass zu hohe Tocopherol-Gaben die antioxidative Wirkung ins Gegenteil verkehren können. Ich empfehle Ihnen daher eine Einsatzkonzentration von 2–3 % im Allgemeinen nicht zu überschreiten.

Als reines Antioxidans in Produkten werden in der Regel 0,1–0,2 % empfohlen.