Wachse und Konsistenzgeber

Cetylpalmitat

Cetylpalmitat, aus Hobbythek®-Zeiten als Walratersatz bekannt geworden, ist ein synthetisch hergestellter Wachsester aus Cetylalkohol und Palmitinsäure; eine weitere Bezeichnung dieser Substanz ist Palmitinsäurecetylester. Sie wird unter dem Handelsnamen Cutina® CP von der BASF vertrieben. Wir kaufen Cetylpalmitat als weiße, wachsartige Pastillen.

Der Schmelzpunkt liegt bei ca. 46–51 °C, sein HLB-Wert bei 10; die Verseifungszahl liegt zwischen 112–123. Die Bezeichnung »Walratersatz« basiert darauf, dass Cetylpalmitat wesentlicher Bestandteil des echten Walrats ist, einer wachsartigen Substanz aus der Stirnhöhle des Pottwals, die aus Artenschutzgründen nicht mehr genutzt wird. Bei trockener Lagerung ist es gut verschlossen bei Zimmertemperatur laut Herstellerangaben etwa ein Jahr haltbar.

INCI: Cetyl Palmitate

  • CAS-Nummer: 95912-87-1
  • HLB-Wert: ca. 10
  • Funktion: Konsistenzgeber, Koemulgator
  • Klasse: nichtionisch
  • Dosierung: In Pflegeemulsionen 0,5–2 %

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Cetylpalmitat wird als Konsistenzgeber und leichter Koemulgator eingesetzt. Es ergibt im Hautgefühl etwas weichere, »softige« Konsistenzen, wenn man ihn direkt mit Cetylalkohol vergleicht. Ähnlich wie Cetylalkohol neigt es dazu, in Emulsionen so genannte flüssig-kristalline Gelgerüste aufzubauen, die Feuchtigkeit interlamellar, also innerhalb des Gelgerüsts, binden und wie ein Depot speichern. In geringer Dosierung eingesetzt erhöht es nicht nur die Viskosität einer Emulsion, sondern hat positiven Einfluss auf ihre feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften. Sehr gut eignet sich Cetylpalmitat als ergänzende Komponente in Verbindung mit pflanzlichen Buttern (Shea-, Mangobutter u. a.).

Verarbeitung von Cetylpalmitat

Cetylpalmitat weist einen Schmelzbereich von 46–51 °C auf und wird mit anderen Lipiden in der Fettphase aufgeschmolzen; anschließend werden die jeweils gleich temperierten Fett- und Wasserphasen emulgiert. Es kann mit anderen Fettalkoholen wie Cetearylalkohol oder Cetylalkohol ersetzt werden; auch nichtemulgierende Glycerolmonostearate (Glycerinstearat, nicht selbstemulgierend, HLB 3,8) sind eine gute Alternative.

Dosierung

In Gesichtsemulsionen empfiehlt es sich, diesen Konsistenzgeber nicht höher als 0,5–2 % einsetzen. Der Grund liegt in der bereits bei Cetylalkohol ausführlich beschriebenen, zunehmenden Kristallisations-Tendenz von Koemulgatoren, die das Hautgefühl und die kosmetischen Eigenschaften einer Emulsion negativ beeinflussen.