Wachse und Konsistenzgeber

Beerenwachs

Beerenwachs wird unter dem Produktnamen Beerenwachs 6290 von der Kahl-Wachsraffinerie in Trittau produziert. Als reines Pflanzenwachs wird es aus der Fruchtschale des zu den Sumachgewächsen (Anarcadiaceae) zählenden Lacksumachs Rhus Verniciflua (englisch Lacquer Tree oder Varnish Tree gewonnen, aus dessen aus dem Stamm gewonnenen Milch der bekannte Japan- oder Chinalack produziert wird. Die Beeren werden in Kesseln gekocht; anschließend kann das Rohwachs abgeschöpft und schonend filtiert werden. Beerenwachs enthält primär Palmitin- und Stearinsäure; eine spezifische, langkettige C21-Fettsäure, die Japansäure (Heneicosandisäure), verleiht ihm seinen wachsartigen Charakter. Seine Jodzahl beträgt ca. 30, seine Verseifungszahl liegt bei 180–200.

INCI: Rhus Verniciflua (Peel) Cera

  • CAS-Nummer: 225234-38-8
  • Funktion: Konsistenzgeber, Koemulgator

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Sein spezifisches Schmelzverhalten und seine weiche Konsistenz prädestinieren es als konsistenzgebende, leicht koemulgierende und rückfettende Komponente in Lippen- und Pflegestiften, Oleogelen sowie O/W- und W/O-Emulsionen in der Haut- und Haarpflege und der dekorativen Kosmetik. Charakteristisch ist seine halbtransparente, gelartige Struktur, wenn es in Rizinusöl aufgeschmolzen wird. Seine angenehme Haptik basiert auf seinem spezifischen Fettsäuremuster und einem Schmelzpunkt nahe der Hauttemperatur.

Durch seinen Schmelzpunkt um die 52° C ist Beerenwachs nicht grundsätzlich als Bienenwachsersatz (Schmelzpunkt ca. 61–65° C) zu verwenden; je nach Rezeptur (z. B. Lippenstifte) muss der niedrigere Schmelzpunkt berücksichtigt und mit höher schmelzenden Wachsen ausgeglichen werden. In Lipgloss ist es eine hervorragende, geschmeidige und nichtklebende Komponente zur Regulation der Konsistenz, das eine angenehm gelartige, halbtransparente Produktmatrix erzeugt (vor allem in Rizinusöl bzw. in Mischungen mit diesem Öl ausgeprägt). In Emulsionen zeigt Beerenwachs eine sehr angenehme Haptik und wirkt deutlich weniger filmbildend als Bienenwachs.

Verarbeitung von Beerenwachs

Beerenwachs kann wie andere Wachse in der Fettphase aufgeschmolzen werden.

Dosierung

Dosieren Sie Beerenwachs dennoch in der Regel in wasserbetonten O/W-Emulsionen nicht höher als 1 %, wenn sie andere Konsistenzgeber (insbesondere Fettalkohole oder Stearate) verwenden. In W/O-Emulsionen mit hohem Lipidanteil kann es deutlich höher (bis zu 5 %) dosiert werden. In Oleogelen reichen ca. 4–5 % für eine angenehme Konsistenz.