Tenside

Kokosglucosid

Unter der Bezeichnung »Plantacare®« vertreibt die Firma Cognis in Europa (die Vermarktung in den USA erfolgt unter der Produktbezeichnung »Plantaren®«) verschiedene Alkylpolyglucoside auf Basis von Kokosöl und Glucose. Das als Kokosglucosid verkaufte Produkt ist Plantacare® 818 UP (C8-16 fatty alcohol glucoside). »UP« in den Typenbezeichnungen steht für »unpreserved« also unkonserviert.

INCI: Coco Glucoside

  • Funktion: Tensid
  • Klasse: nichtionisch
  • WAS: 51–53 %

Diese rein pflanzlichen Tenside gelten als die hautverträglichsten unter allen Tensiden und durch ihre biologische Abbaubarkeit als ökologisch unbedenklich. Unterschiede in den kosmetischen Eigenschaften der verschiedenen Plantacare®-Typen ergeben sich aus der Komposition der Produkte: Fettalkohole unterschiedlicher Kettenlänge und die jeweilige Anzahl der Glucosegruppen bestimmen Tensidwirkung, Verdickungseigenschaften und Schaumvermögen der jeweiligen Produkte.

Bei sachgemäßer Lagerung (Zimmertemperatur) ist Kokosglucosid bis 2 Jahre haltbar. Unter 15 °C kann es auskristallisieren und sollte vor Verarbeitung erwärmt und durch Rühren homogenisiert werden. Biweilen kann es zu Sedimentationen kommen; ich schüttle die Flasche einfach auf, bevor ich das Tensid abmesse.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Kokosglucosid gilt als mildes, schleimhautverträgliches Basis- und Ko-Tensid bevorzugt für Shampoos und Duschgele. Es vermindern das Irritationspotential anderer Tenside und verbessert in Shampoos Trockenkämmbarkeit und Sprungkraft der Haare, da es wie andere Alkylpolyglucoside eine hohe »Substantivität« besitzt, d. h. die Tensidmoleküle binden sich an das Keratin von Haut und Haaroberfläche und wirken dadurch glättend und geschmeidig machend. In Kombination mit anderen Tensiden mindert Kokosglucosid deren irritatives Potential und erhöht die Verträglichkeit und Milde des gesamten Produkts. Akylpolyglucoside werden auch zur Reinigung erkrankter, dermatitischer Haut empfohlen (siehe auch Prof. Wohlrab (Hrsg.), Adjutante Therapie der Atopischen Dermatitis, S. 49) (1).

Im direkten Vergleich zu Decylglucosid ist die das Schaumvermögen geringer, seine verdickenden Eigenschaften jedoch ausgeprägter, da seine C-Kettenlängen in der Gesamtverteilung etwas länger sind. Im Geruch ist es dezenter als Decylglucosid:

Tensideigenschaften im Vergleich
Kokosglucosid
(Plantacare® 818 UP)
Decylglucosid
(Plantacare® 2000 UP)
Legende: +++ sehr gut | ++ gut | + befriedigend | o ausreichend

Quelle: Plantacare®. Mild surfactants for strong products, hrsg. von Henkel KGaG CARE CHEMICALS (Produktbroschure), sowie Datenblätter der jeweiligen Produkte.

¹ in Kombination mit anionischen Tensiden

C-Ketten-Verteilung
C 8
C 10
C 12
C 14
C 16
24–30 %
15–22 %
37–42 %
12–18 %
max. 4 %
33–40 %
21–28 %
27–32 %
9–12 %
max. 1 %
Schaumvermögen ++ +++
Verdickungseigenschaften¹ ++ o
Hautverträglichkeit ++ ++
Geruch ++ +

Verarbeitung von Kokosglucosid

Grundsätzlich gilt: je trockener und strapazierter Haut und Haar, desto größeren Anteil kann Kokosglucosid in der Gesamtrezeptur einnehmen. Eine 20%ige Lösung von Plantacare® 818 UP in Wasser weist einen pH-Wert von 11,5–12,5 auf. Daher ist es wichtig, den pH-Wert des Endprodukts mit Milch- oder Zitronensäure auf 5,0 bis 5,5 einzustellen.

Bei der Verarbeitung für den Einsatz In Shampoos und Duschgelen hat sich bewährt, Kokosglucosid mit weiteren Tensiden und Lipiden sowie Lecithinen homogen aufzurühren, bevor es in die mit Gelbildner angedickte Wasserphase eingerührt wird. Anschließend kann das Endprodukt nach Bedarf konserviert und der pH-Wert eingestellt werden.

Quellen

  1. Prof. Wohlrab (Hrsg.), Adjutante Therapie der Atopischen Dermatitis, S. 49