Kosmetikrohstoffe
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Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein Polysaccharid und natürlicher Bestandteil u. a. der Dermis (Lederhaut). Sie wird heute biotechnologisch mit Hilfe von Bakterienkulturen erzeugt. Ihr Molekulargewicht liegt in der Regel ca. zwischen 20.000 Dalton und 1,5 MDa (1 Megadalton, MDa, entspricht 1.000.000 Dalton). Wir verwenden im Selbstrührerbereich in der Regel ein hochmolekulares Natriumsalz der Hyaluronsäure (Sodium Hyaluronate, CAS-Nummer 9067-32-7), reine Hyaluronsäure hat die CAS-Nummer 9004-61-9. In den letzten Jahren befinden sich auch niedermolekulare Handelsprodukte im Shopsortiment für Endkunden.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Hyaluronsäure bildet, in Wasser gelöst, eine gelartige Struktur aus. Hochmolekulare Hyaluronsäure liegt als dünner Film auf der Haut, der jedoch deutlich weniger ausgeprägt ist als bei anderen Filmbildnern, da sie sich über Wasserstoffbrücken mit den Ceramiden der Haut verbindet. Sie bindet effektiv Feuchtigkeit im Stratum Corneum, verhindert das zu schnelle Abdampfen hauteigenen Wassers und wirkt dadurch als Moisturizer. Ihre effektivere feuchtigkeitsbindende Wirkung gegenüber anderen Hydratisieren ergibt sich daraus, dass sie ihren Hydratmantel erst nach mehreren Stunden abgibt und auf diese Weise über einen langen Zeitraum wirkt. Ihr optisch hautstraffender und glättender Effekt, der aus der Verdunstung von Wasser und der dadurch bedingten leichten Straffung des Gelfilms auf der Haut resultiert, ist sehr gut, aus diesem Grund findet man sie primär in Gesichtspflege-Präparaten.

Ihre Stärke spielt Hyaluronsäure bei stark ausgetrockneter Haut mit gestörter Barriereschicht aus. Als »Erste-Hilfe-Maßnahme« hydratisiert sie die Hornschicht der Haut und bereitet sie für eine Pflege mit rückfettenden und restrukturierenden Lipiden vor. Ihre Verfügbarkeit ist naturgemäß in wasserreichen Gelen oder O/W-Emulsionen größer als in Misch- oder W/O-Emulsionen; daher sollte sie bevorzugt in ersteren eingesetzt werden.
Dr. Lautenschläger empfiehlt eine Kombination von Hyaluronsäure mit verschiedenen feuchtigkeitsbindenden Wirkstoffen wie Urea, Glycerin und Salzen vor allem bei Witterungseinflüssen mit verringerter Luftfeuchtigkeit und kalten Außentemperaturen, bei denen die feuchtigkeitsbindende Wirkung genannter Substanzen alleine nicht ausreicht.

Niedrigmolekulare Hyaluronsäure unter 25.000 Dalton (25 kDa) dringt durch ihre geringere Molekülgröße, tiefer ins Stratum corneum ein, sie weist keine filmbildenden Eigenschaften auf. Im Hinblick auf ihre feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften ist sie jedoch in keiner Weise mit der hochmolekularen zu vergleichen, da das Brechen der Bindungen, durch die die kleinere Molekülgröße entsteht, den Verlust der wasserbindenden Eigenschaften bedeutet. Man kann heute davon ausgehen, dass sie kosmetisch kaum einen Nutzen bringt. Sinnvoller sind NMF-Substanzen wie Sodium PCA, Urea, Glycerin und Natriumlaktat als hydratisierende Substanzen.

Verarbeitung von Hyaluronsäure

Dispergieren Sie die Partikel in etwas Alkohol und fügen Sie die Wasserphase bei laufendem Rührer dazu. Sie lösen sich notfalls nach mehreren Stunden von alleine; es reicht, das Gel über Nacht stehen zu lassen.

Als alleiniger Gelbildner ist sie weniger geeignet; die Konzentrationen für eine Gelkonsistenz sind so hoch, dass das Hautgefühl deutlich leidet. Ich empfehle Ihnen, sie bei der Herstellung eines Hydrogels mit einem anderen Gelbildner wie Xanthan (mit dem es synergistisch wirkt) zu kombinieren oder einige Tropfen Öl hinzuzufügen; dieses Hydrodispersionsgel mildert das spannende Gefühl eines reinen hyaluron-stabilisierten Gels deutlich. Mit Lipodermin kombiniert verbessert sich das Einziehverhalten des Gels.

Dosierung

Hochmolekulare Hyaluronsäure wird mit 0,1–0,5 %, niedrigmolekulare Hyaluronsäure mit 0,01–0,2 % dosiert.

Quellen

  1. Prof. Wohlrab, Hyaluronsäure und Haut. Aachen 2004
  2. Jamal Alyoussef Alkrad: Hyaluronsäurederivate: Strukturcharakterisierung, Bestimmung und Dermatologische Anwendung. Dissertation. Halle, 2003
  3. Dr. Lautenschläger, Pflegende Wirkstoffe – Vitamine, Öle & Co., in: Kosmetische Praxis 05/2003, S. 14–15
  4. ders., Hyaluronsäure – ein legendärer Wirkstoff. In: Kosmetische Praxis 2008 (4), 16–18

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