Gelbildner
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Guarkernmehl

Guarkernmehl ist das zu Pulver vermahlene Endosperm (das den Keimling umgebende Nährgewebe) des Samens einer in Indien heimischen Leguminose (einer Hülsenfrucht), Cyamopsis tetragonolba. Die Pflanzen werden heute auch in Pakistan und in den USA angebaut. Wir kaufen Guarkernmehl als weißgelbliches Pulver. Es wird auch im Lebensmittelbereich als Stabilisator und Verdickungsmittel als Zusatzstoff E 412 eingesetzt. Durch sein hohes Molekulargewicht kann es nicht in die Haut eindringen; es ist daher ausgesprochen verträglich.

INCI: Guar Gum, Cyanopsis Tetragonalba (E 412)

  • CAS-Nummer: 9000-30-0
  • Funktion: Gelbildner
  • Dosierung: 0,2 % als stabilisierende Komponente in Emulsionen, 1%ig als Gel
  • Wirkung: Haptisch befeuchtender Gelbildner mit tendenziell schleimiger Konsistenz
  • Verarbeitung: In die heiße Wasserphase einstreuen und kräftig dispergieren. Alternativ mit etwas reinem Alkohol oder Öl verreiben und in die handwarme Emulsion einarbeiten.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Solo oder in Kombination mit Xanthan entstehen bei geringer Dosierung im Auftragsgefühl relativ angenehme und stabile Gele bzw. Emulsionen, die zudem leicht Feuchtigkeit spenden und den transepidermalen Wasserverlust verringern. Mit der Verfügbarkeit von Xanthan transparent und Natrosol™ 250 HX hat Guarkernmehl heute jedoch durch seine schleimartige Konsistenz und Haptik an Bedeutung verloren.

Verarbeitung von Guarkernmehl

Guarkernmehl ist ein Polysaccharid, exakter ein Galactomannan und sowohl in kaltem als in warmem Wasser sehr gut löslich. Dort bildet es hochviskose Gelstrukturen aus, die sowohl im basischen wie im sauren Milieu stabil bleiben. In Wasser gelöstes Guarkernmehl ist mikrobakteriell anfällig; daher ist es wichtig, Rezepte mit diesem Gelbildner gut zu konservieren. Streuen Sie Guarkernmehl am besten unter kräftigem Rühren in die heiße Wasserphase, so löst es sich schnell; alternativ kann es, wie in der pharmazeutischen Praxis üblich, in ein wenig Alkohol (mindestens 70 Vol. %), Glycerin (99%ig) oder Öl dispergiert und dann bei laufendem Rührer in die Wasserphase gegeben werden.

Tipp: Wenn Sie das Guarkernmehl in heißes Wasser einrühren und kurz (!) aufkochen, erreicht das Gel innerhalb kurzer Zeit seine endgültige Konsistenz, wie ich durch Tests herausfinden konnte. Bei kühlen Verarbeitungstemperaturen dickt es innerhalb von Stunden nach.

Wenn Sie Guarkernmehl nachdosieren möchten, geben Sie die gewünschte Menge in ein Becherglas und benetzen Sie es mit reinem Weingeist. Verrühren es kurz, geben Sie bei laufendem Rührer die Emulsion dazu und emulgieren alles gut auf. Nach einigen Stunden hat es seine Konsistenz ausgebildet. Im Alkohol kann das Guarkernmehl nicht quellen und lässt sich auf diese Weise verklumpungsfrei in Wasser dispergieren.

Dosierung

Üblich sind Einsatzkonzentrationen von ca. 0,2 % als Stabilisator. Um reine Gele anzusetzen, sind höhere Konzentrationen bis zu 1 % üblich, die jedoch vom Hautgefühl unangenehm schleimig wirken.

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