Emulgatoren
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Wollwachsalkohol

Wollwachsalkohol besteht aus unverseifbaren Bestandteilen des Wollwachses, einer fettigen, wachsartigen Substanz aus den Talgdrüsen von Schafen, das eine Schutzfunktion für das so genannte Vlies, also das wollige »Fell« der Tiere hat. Es besteht vorwiegend aus Sterolen (bei tierischen Fetten Cholesterol oder Lanosterol u. a., bei pflanzlichen Fetten Phytosterol), alipathischen Alkoholen und Alkoholen mit Kettenlängen zwischen 16 und 30 Kohlenstoff-Atomen (C-Atomen).

INCI: Lanolin Alcohol

  • CAS-Nummer: 8027-33-6
  • HLB-Wert: 4
  • Funktion: W/O-Emulgator

Wollwachsalkohol wird nach dem Verseifungsprozess der Wollwachsfette aus dem Unverseifbaren gewonnen. Wir kaufen ihn in Form kleiner, gelblicher Pastillen mit schwach typischem Geruch, er schmilzt bei ca. 58–65 °C. Manche bevorzugen Wollwachsalkohol gegenüber reinem Lanolin, da ihm die Klebrigkeit und Schwere des Lanolins fehlt. Seine pflegende Wirkung verdankt er chemisch ähnlichen Substanzen wie dem Unverseifbaren in Sheabutter und anderen pflanzlichen Ölen: Cholesterole stärken die Lipidlayer in der Hornschicht der Oberhaut, dem Stratum Corneum, und verbessern die Feuchtigkeitsbindung der Haut.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

In kosmetischen Emulsionen fungiert Wollwachsalkohol als Rückfetter, Weichmacher (so genanntes Emollient, aus dem lateinischen »emolliere«, weich machen) und als Wasser-in-Öl-Emulgator. Er ist im Hinblick auf den pH-Wert ausgesprochen stabil und kann sowohl im sauren als auch alkalischen Bereich eingesetzt werden. Sie können Wollwachsalkohol in W/O-Emulsionen als Basisemulgator, Koemulgator zusammen mit Lanolin oder als ergänzendes pflegendes und restrukturierendes Lipid mit Wirkstoffcharakter in Emulsionen verwenden. Emulsionen mit Wollwachsalkohol dicken innerhalb von 24 Stunden noch leicht an.

Verarbeitung von Wollwachsalkohol

Wollwachsalkohole binden ca. das 6-fache ihres Eigengewichts an Wasser. Mit Bienenwachs oder Cetylalkohol gemischt kann die Emulgierfähigkeit des Wollwachses gesteigert werden. In Rezepturen empfiehlt es sich, den Wollwachsalkohol mit den anderen Fetten aufzuschmelzen und darauf zu achten, dass die Wasserphase exakt die gleiche Temperatur aufweist. Diese sollte nach und nach behutsam dazugegeben und jeweils sorgfältig emulgiert werden, bevor die nächste »Portion« hinzu kommt. Vermeiden Sie schnelle Abkühlung, da sonst die Bestandteile unterschiedlich auskristallisieren oder sich wieder trennen können. Langes und sanftes Rühren bis zum Erkalten bringt die schönsten Ergebnisse.

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