Emulgatoren
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Montanov™ 68

Montanov™ 68 der Firma Seppic ist ein nichtionischer, BDIH- und ecocert-konformer O/W-Emulgator auf Basis von ca. 77 % Cetearylalkohol, d. h. eine Mischung aus Cetyl- und Stearylalkohol und ca. 23 % Cetearyl Glucoside. Er gilt als nicht irritativ, nicht komedogen und ist durch seine Herkunft aus Kokosöl und der stärkehaltigen Maniokpflanze biologisch abbaubar. Er ist selbstemulgierend und benötigt keine weiteren Stabilisatoren wie z. B. Gelbildner oder Fettalkohole. Charakteristisch ist seine Fähigkeit zur Ausbildung so genannter lyotroper Flüssigkristalle, das bedeutet flüssig-kristalliner Phasen, in denen Wasser interlamellar gelagert wird und als Depot wirkt.

INCI: Cetearyl Alcohol and Cetearyl Glucoside

  • HLB-Wert: 9
  • Funktion: O/W-Emulgator
  • Klasse: nichtionisch
  • Dosierung: 5 %

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Montanov™ 68 ist ein hervorragender Emulgator für reichhaltige und dennoch leichte Cremes mit einem sehr sahnigen Charakter. Im Vergleich mit anderen Emulgatoren ist er in Konsistenz und Hautgefühl Glycerinstearat SE am ähnlichsten, wirkt jedoch gehaltvoller. Dieser Emulgator erzeugt opake, haptisch leichte und dennoch reichhaltige Emulsionen, die ein durchfeuchtetes, weiches Hautgefühl hinterlassen, sehr schnell einziehen und spürbar pflegen. Xyliance hingegen erzeugt festere Cremes, wirkt jedoch »trockener«. Mein Eindruck: Ein sehr schöner, sanfter Emulgator für feuchtigkeitsspendende, reichhaltige, cremige Rezepturen mit deutlichem Pflegefaktor, ideal in Körpercremes. Wie alle Komplexemulgatoren mit Fettalkohol-Anteil neigt er zum Weißeln; kosmetisch hat dies keine Relevanz.

Verarbeitung von Montanov™ 68

  1. Bei der Herstellung wird der Emulgator mit der Fettphase aufgeschmolzen. Dabei sollten Wasser- und Fettphase ca. 75 °C aufweisen. Der Hersteller empfiehlt die »One Pot«-Methode, das bedeutet die Wasser- in die Fettphase zu geben und dann erst mit der Homogenisierung zu beginnen. Alternativ kann die Wasserphase unter Rühren hinzugefügt werden.
  2. Nach ca. 1–4 Minuten Emulgierung bei bevorzugt hohen Scherraten erfolgt sanftes Kaltrühren.
  3. Besonders homogen werden die Emulsionen, wenn man sie nach 24 Stunden noch einmal hochtourig dispergiert. In der Regel zieht auch die Konsistenz noch deutlich an.

Die Konsistenz der Emulsion entwickelt sich bei normalen Herstellungsmethoden (mit elektrischem Knethaken z. B.) erst im Verlauf der nächsten 24–48 Stunden. Hochtourig gerührt ist die Konsistenz von Anfang an deutlich höher.

In einer Creme sollte der pH-Wert laut Datenblatt ca. 5,5–6 betragen; in einer Lotion liegt er mit 6,5 minimal höher. Erste Tests haben jedoch gezeigt, dass Montanov™ 68 auch im sauren Bereich stabil bleibt. Ich rühre ohne Probleme Emulsionen um pH 5–5,5.

Dosierung

Bei diesem Emulgator bestimmt die Verarbeitung wesentlich das Ergebnis: Er profitiert von hochtourigem Emulgieren mit hohen Scherkräften, die die Fetttröpfchen der Emulsion fein zerschlagen. Daher orientieren sich die im Folgenden notierten Empfehlungen daran, welche Verarbeitungsmethoden Ihnen zur Verfügung stehen:

  • Bei normaler Verarbeitungsweise mit elektrischem Handrührgerät (Knethaken o. a.) empfehlen sich Lipidphasenanteile ab ca. 30 % und in einer Einsatzkonzentration von pauschal 5 %; vor allem in gehaltvolleren Körpercremes ist er eine hervorragende Alternative zu Lamecreme oder Emulsan. Fast alle meine Tests mit Fettphasen um die 20 bis 25 % und geringem Emulgatoranteil ergaben mit dem Knethaken eher flüssige Konsistenzen mit Neigung zu Lufteinschlüssen, die sich nach 2 oder mehr Tagen zu leichten Emulsionen entwickelten, aber insgesamt weder in der Stabilität, in der Optik noch im Auftragsverhalten überzeugten.
  • Hochtourig gerührt gelingen auch zuhause homogene, sahnige Emulsionen in niedrigeren Fettphasenbereichen wie z. B. 25 %, wie in Rahmenrezepturen des Herstellers notiert. 5 % Emulgator (solo oder in Kombination mit anderen Emulgatoren) sollten es jedoch sein. Emulsionen mit höherem Fettphasenanteil gelingen zuverlässig.

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