Emulgatoren
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Lamecreme

Dieser Emulgator ist ein durch die Hobbythek® bekannt gewordener, PEG-freier Emulgator, der von der Firma Henkel entwickelt wurde. Die INCI-Bezeichung kennzeichnet dieses Produkt als eine Kombination aus Glycerolmonostearat (HLB 4), das hier als lipophiler, koemulgierender Konsistenzgeber fungiert, und aus Glycerinstearatcitrat (HLB 12), einem hydrophilen, anionischen, auf pflanzlicher Basis aus Glycerin, Mono- und Diglyceriden und Zitronensäure hergestellten Emulgator mit hoher Emulgierfähigkeit auch in geringer Konzentration.

Diese Mischemulgatoren werden von verschiedenen Firmen aus festgelegten Einzelkomponenten und in firmenspezifischen Massenverhältnissen hergestellt. Ungewissheit stiftet die fehlende Transparenz, welches Produkt von welchem Anbieter man gerade kauft, welches Mischungsverhältnis der Einzelkomponenten es aufweist und wie die konkreten Eigenschaften des Emulgators je nach Herkunft sind.

2010 haben wir Erfahrungen mit Lamecreme in der Rührküche ausgetauscht.

 

INCI: Glyceryl Stearate, Glyceryl Stearate Citrate

  • HLB-Wert: ca. 7–8
  • Funktion: O/W-Emulgator
  • Klasse: nicht-/anionisch
  • Dosierung: 4–5 %

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Lamecreme wird wegen seines angenehmen Hautgefühls geschätzt, da er ein weiches, zartes, »eingecremtes« Hautgefühl schenkt. Je nach Kombination mit anderen Emulgatoren lassen sich mit Lamecreme sowohl leichtere als auch reichhaltige Emulsionen herstellen.

Seine gute Emulgierfähigkeit prädestiniert ihn darüber hinaus als ausgezeichneten Koemulgator für pH-wert- und elektrolytempfindliche Emulgatoren wie Glycerinstearat SE.

Verarbeitung

Die spezifische Kombination eines lipophilen, nichtionischen Konsistenzgebers und eines hydrophilen anionischen Emulgators in diesem Produkt erklärt, warum Lamecreme so unkompliziert in der Verarbeitung ist: Beide zusammen ergeben sehr stabile Emulgatorfilme um die inneren Öltröpfchen, die Lamecreme als pH-Wert- und salztolerant auszeichnen.

Der Emulgator wird bei ca. 65 °C in der Fettphase aufgeschmolzen; anschließend kann die Wasserphase unter Rühren hinzugegeben werden. Auch die One-Pot-Methode ist möglich.

Dosierung

Mit nur geringem Zusatz an Buttern und ohne weitere Konsistenzgeber entstehen bei einer Einsatzkonzentration von ca. 4–5 % Lamecreme und Fettphasen ab 30 % haptisch sehr angenehme Emulsionen mit leichter Konsistenz, jedoch deutlich pflegendem Charakter. Probeemulsionen mit niedrigeren Fettphasen blieben stabil, waren haptisch jedoch weniger überzeugend. Da Lamecreme bereits einen Konsistenzgeber beinhaltet, ist eine weitere Zugabe an solchen nicht unbedingt notwendig. Mit einem Zusatz an Cetylalkohol, Cetylpalmitat, Myristylmyristat erhalten Sie eher feste Cremes mit deutlicher Filmbildung.

Besonders angenehme Emulsionen erzeugt Lamecreme in dem Fettphasenbereich von ca. 30–40 %.

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