Emulgatoren
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Emulsan

Emulsan ist TEGO® Care PS der Firma Evonik (ehemals Degussa), ein kosmetisch eingesetzter PEG-freier, nichtionischer O/W-Emulgator pflanzlichen Ursprungs auf Basis einer Mischung aus Mono- und Diestern von Methylglucosid und Stearinsäure.

INCI: Methyl Glucose Sesquistearate

  • CAS-Nummer: 68936-95-8
  • HLB-Wert: 12
  • Funktion: O/W-Emulgator
  • Klasse: nichtionisch

Wirkung und kosmetischer Einsatz

TEGO® Care PS eignet sich zur Herstellung von O/W-Cremes und -Lotionen mit einer Fettphase von 20–40 % (Cremes) und 15–25 % (Lotionen). Er bewährt sich hervorragend in Rezepturen mit Pflanzenextrakten, Elektrolyten, UV-Filtern, Proteinderivaten und anderen Wirkstoffen, bei denen andere Emulgatoren schnell instabil werden würden: Seine pH-Wert-Toleranz in Emulsionen beträgt in Cremes zwischen 3,5 und 8,5, in Lotionen bevorzugt er pH-Werte ab 5,5. Aus diesem Grund wird Emulsan gerne in Kombination mit pH-Wert-sensiblen Emulgatoren wie Tegomuls® oder Glycerinstearat SE verwendet.

Hochtourig verarbeitet ist Emulsan ein milder, nicht aufliegender und im Hautgefühl »feucht« wirkender Emulgator, der sich unter den klassischen Hobbythek®-Emulgatoren immer noch ausgezeichnet behauptet. Per se gibt er keine ausgeprägte Konsistenz. Wer dies wünscht, braucht koemulgierende Fettalkohole, die die Wasserphase andicken. Im Vergleich zu Glycerinstearat SE ist Emulsan deutlich niedrigviskoser. Optimal eingesetzt empfinde ich ihn als Emulgator für Lotionen und eher leichte Cremes, auch wenn er höhere Fettphasen souverän meistert.

Verarbeitung von Emulsan

Bei der Herstellung sollte die Temperatur der Phasen 65 °C, bei Lotionen mit höherem Wasseranteil ca. 80 °C betragen. Der Hersteller empfiehlt, den Emulgator in der Fettphase aufzuschmelzen und diese unter Rühren in die Wasserphase zu geben. Alternativ kann man beide Phasen nach der One-Pot-Methode zusammengeben und dann erst mit dem Rühren beginnen, um die Bildung einer instabilen W/O-Emulsion zu vermeiden.

TEGO® Care PS profitiert sehr von hochtourigem Emulgieren mit Flügelrührer und Stabmixer, da er niedrig dosiert werden kann und auf diese Weise feindispersere Emulsionen mit einer angenehmen, nicht wachsigen Haptik entstehen. Emulsionen mit Emulsan können, je nach Herstellungsmethode, zunächst etwas dünnflüssig wirken; sie dicken jedoch nach einigen Stunden nach.

Leichtere Emulsionen erhalten Sie bei der Auswahl von Ölen mit hoher Spreitfähigkeit und niedriger Viskosität, ergänzen Sie z. B. Kokos- oder Babassuöl, alternativ Squalan oder ein sogenanntes Esteröl wie Neutralöl oder Dermofeel® sensolv.

Dosierung

  • Einsatzkonzentration für Lotionen und leichte Fluids: ca. 2–3 %, kombiniert mit einem geringen Zusatz an Konsistenzgebern wie Cetylalkohol, Cetylpalmitat, Glycerolmonostearat oder Cetearylakohol. 0,1–0,2 % Gelbildner erhöhen die Temperaturstabilität.
  • Einsatzkonzentration für Cremes: 2–4 % Emulsan, ergänzt mit 2–7 % Konsistenzgebern (wie oben genannt). Auch hier empfiehlt der Hersteller ein Hydrokolloid (einen Gelbildner) als stabilisierende und viskositätserhöhende Komponente.

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