Gesichtspflege
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Argan-Rosen-Augencreme

Rosencreme mit Arganöl, Ceramiden und Phytosterolen

Die Argan-Rosen-Augencreme ist eine schützende Formulierung, die ganz auf Rosen setzt: Natives, goldorangenes Wildrosenöl, duftendes Rosenwachs und das ätherische Öl der Damaszener Rose treffen auf einen Centella-Auszug in Arganöl und nussige Sheabutter.

Die Konsistenz der Argan-Rosen-Augencreme wird wesentlich durch das Herstellungsverfahren und die darin verwendete Barriereschutzbasis geprägt, in der hochschmelzende und konsistenzgebende Lipide enthalten sind. Sie ist, hochtourig und im Original nacharbeitet, eine »echte« Creme. Ich empfehle Ihnen daher die Arbeit mit einem Stabmixer oder dem KAI Blendia. Die Creme, die Sie auf dem Foto sehen, wurde mit einem Ultra-Turrax® T 18 emulgiert (eine Minute mit ca. 11.000 rpm), anschließend weitere 2 Minuten mit ca. 2000 rpm und dann mit ca. 250–300 rpm kaltgerührt.

Geeignet ist diese Creme insbesondere für die Augenpartie der trockenen und reifen Haut; das hydrierte Lecithin wirkt zart einhüllend und schützt vor Umwelteinflüssen, Ceramide erfüllen ihre hydratisierenden und barriere-regenerierenden Eigenschaften vor allem da, wo wirklich ein Defizit besteht. Durch den Gehalt an oxidativ empfindlichen Wildrosenöl empfehle ich die Rosencreme als Nachtpflege oder – wundervoll – als beruhigende und befeuchtende Gesichtspackung: messerrückendick aufs Gesicht auftragen (Augen- und Mundpartie aussparen), 10 Minuten entspannt einwirken lassen, mit einem feuchten, warmen Tuch abnehmen.

INCI

Aqua, Argania Spinosa Kernel Oil, Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Butyrospermum Parkii (Shea) Butter, Rosa mosqueta (Rose) Hip Oil, Glycerin, Hydrogenated Lecithin, Rosa Damascena Flower Cera, Caprylic/Capric Triglyceride, Persea Gratissima (Avocado) Oil and Persea Gratissima Avocado Oil Unsaponifiables, Xanthan Gum, Benzyl Alcohol, Benzoic acid, Sorbic acid, Ceramide, Ascorbyl Palmitate, Oryzanol, Rosa damascena

Phase A

Barriereschutzbasis in Jojobaöl bei ca. 95  °C klar aufschmelzen, vom Herd ziehen, auf ca. 80 °C abkühlen lassen.

  • 6,0 g Arganöl (wenn verfügbar: Centella-Auszug)
  • 0,5 g Rosenwachs
  • 3,0 g Sheabutter (subspecies paradoxa)
  • 1,5 g Phospholipon® 80 H

Die restlichen Ingredienzien zur Fettphase geben und darin homogen aufschmelzen.

Phase B

  • 25,0 g Wasser

Wasser auf ca. 80 °C erhitzen, in kleinen Schlucken zu Phase A geben und 1–4 Minuten hochtourig emulgieren. Sanft bis auf Handwärme rühren.

Phase C

  • 1,8 g pflanzliches Glycerin
  • 0,1 g Xanthan transparent

Xanthan transparent in Glycerin verrühren, bis alle Partikel benetzt sind. Zu Phase A/B geben, kurz hochtourig einarbeiten.

  • 1,0 g Tocopherol
  • 2,5 g Wildrosenöl
  • 0,6 g Sodium PCA
  • 5,0 g Rosenhydrolat

in einem kleinen Becherglas zusammengeben und mischen, unter Rühren zu Phase A/B geben und sanft kalt rühren.

Phase D

  • 0,5 g Rokonsal™ BSB-N
  • Milchsäure 80%ig q. s.

Abschließend mit Rokonsal™ BSB-N konservieren, den pH-Wert kontrollieren und bei Bedarf mit Milchsäure auf pH 5–5,4 einstellen.

Schließlich wird die Emulsion nach Wunsch beduftet; ich verwende auf 50 g Emulsion in der Regel 1–2 Tropfen ätherisches Öl bzw. einer ätherischen Ölmischung.

 

Hinweise zur Rezeptur

Die Barriereschutzbasis ist eine Mischung aus Ceramiden III, Phytosteryl Macadamiate bzw. Avocadin®, Gamma-Oryzanol und Ascorbylpalmitat, in einem stabilen Öl aufgeschmolzen. Sie können statt dieser Basis Phytosteryl Macadamiate (oder Avocadin®) nehmen, alternativ oder Lanolin oder eine Basis mit den Bestandteilen, die Sie zuhause haben. Seitdem es für uns Endverbraucher verfügbar ist, liebe ich Phytosteryl Macadamiate und bevorzuge es gegenüber Avocadin®, da es viel leichter zu verarbeiten ist.

Phospholipon® 80 H ist nicht mit anderen Emulgatoren ersetzbar, sondern prägt entscheidend mein Konzept.

Die Konservierung ist variabel; nehmen Sie statt Rokonsal BSB-N z. B. die gleiche Menge Naticide®.

Schön ist natürlich, wenn Sie ein eigenes Pflanzenmazerat einsetzen; ich liebe meine Centella-Auszüge und verwende am liebsten natives Arganöl, weil es trotz seines hohen Linolsäuregehalts verhältnismäßig stabil ist. Nehmen Sie auf Wunsch ein anderes Mazerat oder ein Lieblingsöl aus der Gruppe B-1 oder (noch schöner) B-2.
Statt Jojobaöl eignen sich hervorragend Baobaböl, Wiesenschaumkrautöl (Meadowfoam Oil) oder Marulaöl, also oxidationsstabile Öle.

Ein Hinweis ist mir wichtig: Es ist möglich, dass die Formulierung niedrigviskoser wird, wenn die Scherkräfte in der ersten Phase des Emulgierens nicht hochtourig genug sind oder Sie auf die Barriereschutzbasis verzichten, da beide Faktoren konsistenzbildend wirken. Ich habe die Rezeptur in kleinen Abwandlungen gerührt (ohne Barriereschutzbasis) und kreierte wundervolle Cremefluids, nicht weniger pflegend, aber eben nicht cremig. Der Wirkung tut dies keinen Abbruch.

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