Badekosmetik

Fuß-Badekiesel mit Menthol

Fußbadekiesel mit Menthol

Sobald die Tage wärmer werden, rückt offenes Schuhwerk unsere Füße ins Licht der Aufmerksamkeit. Damit dieses Licht auf erfreuliche Anblicke fällt, sind Fußbäder ein guter Start in eine effektive Fußpflege. In diesem Beitrag möchte ich eine Rezeptur aus meinem Buch »Naturkosmetik selber machen« vorstellen: Fuß-Badekiesel mit erfrischendem Menthol. Die Rezeptur ist unkompliziert und das Ergebnis, in einem schönen Tiegel offeriert, ein schönes Geschenk für liebe Menschen.

Die Idee

Bei der Entwicklung dieser Rezeptur spielt ich zunächst mit dem Gedanken, sie in Formen zu streichen. Als ich die Kräuter unter die Masse arbeitete, nahm ich die optische Analogie zu Kieselsteinen wahr und »dachte die Idee konequent zuende«. Ich muss jedoch gestehen: Die Pflanzenpartikel sind in den Kiesel optisch weitaus attraktiver als später im Fußbad, wenn sie einsam im Wasser dümpeln. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. 🙂

Urea in einem Badekiesel?

Die eine oder der andere wird vermutlich gegrübelt haben, warum ich Urea in der Rezeptur verwende. Die keratolytische, hornhauterweichende Wirkung von Harnstoff ist unbestritten, erfordert jedoch weitaus höhere Konzentrationen als in einem Fußbad durch diese Badekiesel erreicht werden können.

Urea hat in diesem Produkt eine andere Funktion, die ich eher zufällig entdeckt habe. Im Zuge der Produktentwicklung testete ich mit verschiedenen Zusammensetzungen; u. a. wollte ich prüfen, wie ich die Konsistenz der Badekiesel so gestalten kann, dass sie hart sind, jedoch nicht bröselig wirken. Interessanterweise leistet das feinst pulverisierte Urea in der Masse genau das: Die Badekiesel werden sehr hart, scheinen jedoch eine gewisse (nicht spürbare) Feuchtigkeit zu binden. Nach einer gewissen Lagerzeit (14 Tage müssen Sie schon einplanen) erinnern die Kiesel in ihrer Struktur und ihrer Haptik an Bimsstein (und so kann man sie vor Auflösen durchaus benutzen). Mir gefällt das sehr gut – und daher habe ich Urea in der Rezeptur belassen. Zudem wird Urea in der INCI-Liste nicht als Hilfs-, sondern als Wirkstoff wahrgenommen, da seine keratolytische Wirkung bekannt ist (auch wenn diese aus genannten Gründen hier nicht zum Tragen kommt). Wichtig: Urea muss feinst zermahlen werden, sonst wird die Masse bröselig.

INCI

Theobroma Cacao (Cocoa) Seed Butter, Sodium Bicarbonate, Urea, Citric­ acid, Mentha x piperita, Menthol, Lavandula angustifolia, Thymus vulgaris, Starch

Menge: 100 g (8 – 10 Kiesel), daher entsprechen Gramm hier Prozent.

Anwendung: Lösen Sie einen Badekiesel in einer Schüssel mit warmem Wasser auf. Baden Sie einmal wöchentlich 20 Minuten Ihre Füße darin und behandeln Sie verhornte Stellen mit einem Bimsstein.

Die Rezeptur

Phase A

  • 30,0 g Natriumhydrogenkarbonat
  • 25,0 g Zitronensäure
  • 22,5 g Urea
  • 2,0 g Pfefferminzblätter, getrocknet (oder andere  grüne Kräuter)
  • 0,5 g Menthol, kristallin

Alle Zutaten in einer elektrischen Mühle feinst pulverisieren und mischen.

  • (Wenn Sie haben: Chlorophyll-Pulver, es färbt die Kiesel grünlich)

Zur Masse geben und gut einrühren.

Phase B

  • 30,0 g Kakaobutter
  • 10 gtt. ätherische Öle (z. B. Lavendel, Thymian)

Kakaobutter im Wasserbad schonend schmelzen, die ätherischen Öle einrühren. Flüssige Butter zum Pulver geben, mit behandschuhten Hände­n zu einer homogenen, glatten Masse verarbeiten. Die Masse muss sich gut formen lassen, darf jedoch nicht kleben.

  • pflanzliche Stärke aus der Küche (soviel wie nötig)

Korrigieren Sie die Beschaffenheit mit etwas Stärke.

Die Masse wird in kleine Förmchen gestrichen oder, wie auf dem Foto, zwischen den Handflächen (aus hygienischen Gründen bitt­e Handschuhe tragen) zu kleinen, flachen »Kieseln« gerollt. Die fertigen Badekiesel 20 Minuten ins Tiefkühlfach geben, anschließend in einer mit Zellstofftuch ausgelegt­en Box zugedeckt mindestens 24 Stunden durchhärten lassen. Sehr dekorativ wirken die Badekiesel in einer Glasdose, die zudem den Duft der ätherischen Öle bewahrt.

Als Geschenk lassen sich die Badekiesel dekorativ verpacken – z. B. mit einem Naturbimsstein als Fußpflege-Set. Mikrobiologisch sind sie übrigens völlig unproblematisch: Die Inhaltsstoffe schaffen ein Klima, in dem sich weder Bakterien noch Hefen und Schimmel wohl fühlen. Selbst wenn der Beschenkte sie im Badezimmerschrank vergisst, müssen wir uns keine Gedanken um seine Hautgesundheit machen.

Quelle

Heike Käser: Naturkosmetik selber machen. Das Handbuch. Linz: Freya, 2012, S. 364–365