Was ist das »Stratum corneum«, was bedeutet »NMF«, und was hat es
mit der »Barriereschicht der Haut« auf sich? Hier im Glossar finden Sie Begriffe
erläutert, die Ihnen auf olionatura.de immer wieder begegnen und deren
Verständnis Ihnen hilft, hautphysiologisch sinnvolle Pflegeprodukte herzustellen.
Fachliteratur zum Thema
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Fach- und Sachbücher zum jeweiligen Thema zusammengestellt.
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Mineralöl und seine Derivate (daraus entstandene chemische Verbindungen) sind neben Wasser Hauptbestandteil konventioneller Kosmetika. Gründe dafür liegen in erster Linie in seinem günstigen Preis, aber auch darin, dass es sich vollkommen neutral auf der Haut verhält. Es kann nicht ranzig werden, nicht schimmeln, ist in garantiert gereinigten, nicht mikrobiell kontaminierten Qualitäten beziehbar, ist weitgehend reizlos, weil es keine Substanzen beinhaltet, die »wirken«. In medizinischen (dermatologischen) Rezepturen macht der Einsatz von Mineralöl durchaus Sinn, wenn es darum geht, bestimmte Wirkstoffe über einen begrenzten (!) Zeitraum gezielt aufzutragen oder Reaktionen von extrem in ihren Funktionen gestörter Haut zu vermindern, die zunächst wieder stabilisiert werden muss. Auch sind Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und der Salbengrundlage so gut wie ausgeschlossen, ein Vorteil, der Dermatologen eine gewisse Sicherheit gibt.
Die fehlende Wirksamkeit ist (neben ökologischen) einer der Aspekte, der Mineralöl als Bestandteil der Lipidphase bei Naturkosmetik ausschliesst. Mineralöle beinhalten, anders als pflanzliche Öle, keine Lipide und Fettsäuren, die Bestandteil des Stratum Corneum sind und die Funktionen der Haut, insbesondere die Integrität der Barriereschicht unterstützen oder stabilisieren. Im Gegenteil weisen Mineralöle in der Lipidphase eines Kosmetikums einen Okklusiv-Effekt auf, der hauteigene Regulationsprozesse stört. Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren (also genau die, die wir bevorzugt in unseren eigenen Rezepturen verarbeiten), zumal nativ, sind für die Kosmetikindustrie wenig attraktiv, weil sie oxidationsanfälliger sind als Mineralöl und als Naturprodukte kultur- und erntebedingte Schwankungen in Zusammensetzung und Verarbeitungsverhalten aufweisen; zudem können sie mikrobiell stärker kontaminiert sein. Industriell gefertigte Mineralölderivate ermöglichen hingegen voraussagbare Ergebnisse mit langer Haltbarkeit bei gleichzeitig sehr geringen Kosten: sie sind schlicht und einfach bequemer.
Mineralöl und seine Derivate erkennen Sie in der INCI-Angabe eines kosmetischen Produkts u. a. an den Bezeichnungen Mineral Oil, Paraffinum liquidum, Ceresin, Ozokerite, Vaseline, Microcrystalline Wax, Petrolatum oder Polysiloxane. Silikone und ihre Derivate (ebenfalls häufig eingesetzte synthetische Polymere, die als Ersatz für hochwertige Fette verwendet werden) sind z. B. an dem Suffix »-cone« oder »-silane«erkennbar, wie z. B. Dimethicone.
Pflanzliche Alternativen
Sind auf Grund des Hautzustands neutrale, nicht reaktive Lipide gewünscht, bieten sich rein pflanzliche Esteröle an: Neutralöl (MCT-Öl), aber auch das in der Apotheke erhältliche Softisan® 378 bestehen aus primär gesättigten Triglyceriden, die den Vorteil von Oxidationsstabilität und Reizfreiheit mit fehlender Okklusivität verbinden. Esteröle sind Lipide, die durch Spaltung pflanzlicher Fette entstehen (analog der Verseifung von Fetten) und gezielt wieder mit Glycerin verbunden (verestert) werden.