Was ist das »Stratum corneum«, was bedeutet »NMF«, und was hat es
mit der »Barriereschicht der Haut« auf sich? Hier im Glossar finden Sie Begriffe
erläutert, die Ihnen auf olionatura.de immer wieder begegnen und deren
Verständnis Ihnen hilft, hautphysiologisch sinnvolle Pflegeprodukte herzustellen.
Fachliteratur zum Thema
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Permeabilität (vom lateinischen Verb permeare; d. h. »durchgehen, durchwandern«) meint die Durchlässigkeit der Haut für unterschiedliche Substanzen.
An sich stellt die gesunde, intakte Hornschicht eine wirksame Barriere dar, die den Körper vor dem Eindringen von Keimen, schädlichen Umwelteinflüssen und vor übermäßigem Wasserverlust schützt. Diese Aufgabe kann die Haut dann optimal erfüllen, wenn die Lipidbarriere des Stratum corneum (der Hornschicht), bestehend aus Ceramiden, Cholesterol und freien Fettsäuren, intakt und die Haut gut hydratisiert ist (das heißt, wenn sie genügend Feuchtigkeit gespeichert hat). Dennoch kann (und soll, wie zum Beispiel im Hinblick auf kosmetische Wirk- oder Arzneistoffe) diese Barriere überwunden werden. Es werden heute mehrere Wege durch die Hornschicht diskutiert: Substanzen können zum Beispiel entlang der Korneozyten durch den interzellulären Raum aufgenommen werden oder durch die Zellen (transzellular), wie untere Grafik zeigt:
Neben diesen beiden »Routen« können Wirkstoffe auch entlang natürlicher Poren wie der so genannten Haarfolikel und Talgdrüsen (also entlang des wachsenden Haares nach innen) oder durch die Schweißdrüsen (transglandulär) die Hautbarriere durchdringen; sie gelten jedoch in einigen Publikationen als untergeordnet, da sie nur ca. 0,1 bis 1 % der Hautoberfläche ausmachen. Auch der transzellulare Weg wird zur Zeit als weniger wahrscheinlich betrachtet; Grund dafür ist, dass bei einer Route durch die Zellen abwechselnd hydrophile und lipophile Schichten überwunden werden müssten. Ganz aktuell diskutiert wird eine Route entlang der Corneodesmosome, kleiner molekularer Verbindungsstellen zwischen den Korneozyten, die wesentlich die Stabilität der Hornschicht bedingen. Man nennt diesen Weg auch die hydrophile Route, da dort vorwiegend wasserlösliche Substanzen transportiert zu werden scheinen. Neben diesen nach innen gerichteten Wegen existiert noch ein »laterales Spreiten«, eine seitliche Ausbreitung von Substanzen (Jojobaöl verdankt seine kosmetische Wirkung u. a. seiner Fähigkeit, sich im Stratum corneum lateral zu verteilen und die Haut von innen weich zu machen).
Welcher Weg von einer Substanz »bevorzugt« wird, ist u. a. ihrer Hydrophilie oder Lipophilie (also ihrer Neigung, sich eher in Wasser oder in Fett zu lösen), ihrer Größe und anderen Faktoren abhängig; insgesamt scheint jedoch der interzelluläre Weg bevorzugt zu gelten. Lipophile, also fettlösliche Substanzen, können wesentlich leichter die Hautbarriere passieren als hydrophile, wasserlösliche.
Der passive Transport durch die Hornschicht lässt sich dennoch im Wesentlichen durch einfache Diffusionsgesetze beschreiben, bei dem der Wirkstoff entlang eines Konzentrationsgefälles in die Haut eindringt, also in die Richtung der niedrigeren Konzentration.
Die Permeabilität des Stratum corneum kann mit verschiedenen Mitteln beeinflusst werden. Die Untersuchung der Bedingungen, die die Resorption von Substanzen durch die Haut optimieren, ist ein wichtiger Bereich in der kosmetischen und dermatologischen Forschung. Beachtet werden sollte jedoch, dass eine Permeabilitätssteigerung in der Regel mit einer Reduzierung der Barrierefunktion und einem Anstieg des transepidermalen Wasserverlusts der Haut einhergehen kann.