Wenn Sie mit dem Rühren beginnen (oder beginnen möchten),
stehen am Anfang viele Fragen im Raum. Auf dieser Seite finden Sie
Antworten auf einige Fragen, die fast immer gestellt werden.
Bleiben Fragen offen? Gerne bemühe ich mich, Sie zu beantworten.
Fragen, von denen ich glaube, dass sie von allgemeinem Interesse sind,
werde ich in diese Frequently Asked Questions (FAQ) aufnehmen.
Wie wirken pflanzliche Öle und pflanzliche Auszüge?
Die kosmetisch relevante Wirkung pflanzlicher Öle basiert auf den in ihnen enthaltenen Fettsäuren (Triglyceriden) und Fettbegleitstoffen wie Phospholipiden, Phytosterolen, Tocopherolen und anderen lipophilen Substanzen. Fettsäuren liegen in Ölen frei oder gebunden an Komplexlipide (z. B. Phospho-, Sphingo- und Glycolipide) vor. Ihre Analogie zu hauteigenen Lipiden ermöglicht ihnen, wesentliche strukturelle und physiologische Funktionen zu erfüllen. Topisch, also äußerlich aufgetragen, fungieren Fettsäuren und Phytosterole u. a. als Bestandteile des Hydro-Lipid-Films, sind integrale Bestandteile der Zellmembrane und werden in die Lipidschichten des Stratum corneum eingebaut; dadurch stabilisieren sie die Barriereschicht der Haut, minimieren den sog. transepidermalen Wasserverlust und erhalten ihre Elastizität. Phospholipide fluidisieren Zellmembrane, wirken als Gleitschienen für Wirkstoffe und bieten der Haut Linolsäure und pflegendes Cholin. Flavonoide und Tocopherole dienen als effektive Radikalfänger. Die Vielzahl an Ölen ermöglicht es uns, hauttypspezifisch sinnvolle Fettsäurespektren auszuwählen und in einem Rezept zusammen zu stellen (siehe auch: Ina-Maria Schneider, Wolfgang Wohlrab, Reinhard Neubert: Fettsäuren und Epidermis. In: Der Hautarzt, 5/1997, S. 303–310)
Die Wirkstoffe ausgesuchter Pflanzen, extrahiert in Ölen und wässrig-alkoholischen Lösungen, haben unterstützende Funktion bei spezifischen Hautzuständen. In den letzten Jahren haben verschiedene Forschungsprojekte die Wirkungen volksheilkundlich bekannter Pflanzen untersucht und Wirkstoffe lokalisieren und in ihrer Wirksamkeit bestätigen können, u. a. Polyphenole, Flavonoide, Carotinoide, ätherische Öle und Gerbstoffe; sie bilden die Basis der Phytotherapie und werden u. a. in den Monografien der EU beschrieben.
Worüber wir uns klar sein müssen ist, dass wir keine standardisierten Pflanzenauszüge herstellen. Dies bedeutet: wir können keinen Mindestgehalt an Wirkstoffen garantieren, wie es bei industriell erzeugten Präparaten der Fall ist, die eine garantierte Mindestmenge an Wirkstoff X oder Y beinhalten. Auf der anderen Seite haben wir es in der Hand, die Bedingungen für unsere Produkte zu optimieren, z. B. in der Wahl des Lösungsmittels (Weingeist gilt als reinstes Extraktionsmittel und wird auch in der Naturkosmetik-Branche bevorzugt verwendet) und in der Wahl der Kräuter und ihrer Kombination. Hinzu kommt: die Händler der für uns Selbstrührer verfügbaren Extrakte sind teilweise selbst nicht in der Lage (oder bereit?), Analysen über exakte Wirkstoffgehalte ihrer Extrakte vorzulegen. Im Zweifelsfall erscheint mir ein sorgfältig selbst hergestellter Extrakt als die bessere Alternative.