Wenn Sie mit dem Rühren beginnen (oder beginnen möchten),
stehen am Anfang viele Fragen im Raum. Auf dieser Seite finden Sie
Antworten auf einige Fragen, die fast immer gestellt werden.
Bleiben Fragen offen? Gerne bemühe ich mich, Sie zu beantworten.
Fragen, von denen ich glaube, dass sie von allgemeinem Interesse sind,
werde ich in diese Frequently Asked Questions (FAQ) aufnehmen.
Funktioniert der Fett- und Wasserphasen-Rechner mit allen Emulgatoren?
Der Fett- und Wasserphasenrechner arbeitet mit einer von mir entwickelten, internen mathematischen Formel, die die Emulgatormenge mit zunehmender Höhe der Fettphase relativ reduziert. Diese Formel basiert auf meinen Erkenntnissen über den Zusammenhang zwischen zunehmender Fettphasenhöhe, der Funktion des Emulgators und dem Einfluss einer zunehmenden Dichte und Viskositätserhöhung, die mit der höheren Menge an Fetten einhergeht.
Diese interne Formel bietet die Sicherheit, dass Ihre Emulsionen stabil emulgieren, und zwar mit allen uns Selbstrührer(inne)n verfügbaren »klassischen« O/W-Emulgatoren auf Basis von Zuckern und Fettsäuren, das sind Tegomuls®, Glycerinstearat SE, Emulsan, Lamecreme, Montanov™ 68 und Montanov™ L, TEGO Care CG 90 und Xyliance. »Stabil emulgieren« bedeutet, dass die beiden Phasen, Fett- und Waserphase, verbunden bleiben und sich nicht trennen.
Je nach Anteilen der Wasser- und Fettkomponenten sind bestimmte Emulgatoren besonders geeignet. Der Rechner
listet beim Ausrechnen Emulgatoren für Ihre Rezeptur auf, die im Hinblick auf Stabilität und Auftragsverhalten besonders gut geeignet sind,
gibt Hinweise zur spezifischen Dosierung einzelner Emulgatoren, bei denen diese von der errechneten Menge abweicht,
berücksichtigt bei der Berechnung auch koemulgierende Fettalkohole (Cetylalkohol, Cetylpalmitat, Myristylmyristat) und gibt Tipps, wie Sie den reinen Emulgatoranteil reduzieren können.
Es gibt andere Rechner, die prozentuale Gewichtungen einzelner Rohstoffe nennen, die Kosten des Endprodukts errechnen – das kann dieser einfache Rechner nicht. Was ihn auszeichnet ist, dass er Ihnen Antworten gibt und bei der Konzeption einer Emulsion hilft.
Ein Aspekt kommt ins Spiel, auf den der Rechner zunächst keinen Einfluss hat: neben den reinen Anteilen an Wasser, Fetten und Emulgator sind die verwendeten Öle und Pflanzenbuttern und die Herstellungsmethode maßgeblich für die Konsistenz einer Emulsion verantwortlich – und das liegt in Ihrer Hand. Die Komposition einer Rezeptur, mit Ölen unterschiedlicher Fließfähigkeit (Viskosität) und Konsistenz, mit oder ohne konsistenzgebenden Fetten wie Cetylalkohol, Wachsen, Pflanzenbuttern oder koemulgierenden Ölen wie Jojobaöl geplant, die Herstellung mit mehr oder weniger starken Scherkräften bestimmt, wie fest oder flüssig eine Emulsion wird. Im Laufe der Zeit werden Sie Kenntnisse und Erfahrungen gewinnen und Rezepte erstellen, die Ihren individuellen Vorstellungen weitgehend entsprechen. Was ich sagen möchte, ist: es kann sein, dass trotz Rechner Ihre Emulsion zu dünnflüssig bleibt,
weil Sie zu wenig konsistenzgebende Substanzen eingeplant haben. Gelungen
ist sie rein emulsionstechnologisch dennoch.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, nehmen sie möglichst Rührhilfen mit hohen Scher-Raten, d. h. solchen mit sehr viel Energie beim Emulgieren. Ich rühre seit Mitte 2008 fast ausschließlich mit einem Flügelrührer in einem Bohrmaschinen-Schaft und kann seitdem die Emulgatorkonzentrationen deutlich nach unten drücken.
Ich höre oder lese vereinzelt immer wieder, es sei unmöglich, Rezepturen mit einem solchen Rechner zu planen. Stimmt – in der kosmetischen Industrie mit ihrer Vielzahl an Emulgatoren, Fetten auf Basis von Mineralölen, bis auf das letzte C-Atom in der Kettenlänge produzierten Fettsäuren und -alkoholen ist dies tatsächlich unmöglich. Wir als Selbstrührer profitieren hier von der übersichtlichen (ich möchte nicht sagen beschränkten) Auswahl an Emulgatoren und Fetten, die zudem chemisch vergleichsweise ähnlich sind. Daher ist es möglich, Orientierungen an die Hand zu geben, die es jeder Selbstrührerin, jedem Selbstrührer erlauben, hilfreiche Tools wie den Fett- und Wasserphasen-Rechner einzusetzen und, zusammen mit ergänzenden Angaben bezogen auf Besonderheiten einzelner Emulgatoren, pflegende, hautphysiologische Emulsionen zu planen.
Emulgierende Lipide wie Lecithine, Wollwachsalkohole, Lanolin usw. verhalten sich anders als unsere klassischen O/W-Emulgatoren (teilweise sind sie Wasser-in-Öl-Emulgatoren) und können nicht mit dem Fett- und Wasserphasen-Rechner berechnet werden.