Rührkurse
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Rührkurs Teil 2: O/W-Emulsionen herstellen

Öl-in-Wasser-Emulsionen stellen den größten Teil aller Cremes und Lotionen. Sie werden aufgrund ihrer angenehmen Haptik und geringen Fettigkeit auf der Haut geschätzt. Alle im Folgenden genannten Schritte gelten für unsere bewährten Öl-in-Wasser-Emulgatoren Glycerinstearat SE, Emulsan, Tegomuls, Lamecreme, Montanov™ 68, Montanov™ L, Montanov™ 202, Xyliance, Dermofeel® GSC palm oil free, Bergamuls® ET-1, TEGO® 450 und TEGO® PSC-3.

Detaillierte Verarbeitungshinweise zu den meisten habe ich in den Emulgatorportraits zusammengestellt.

Schritt 1: Fett- und Wasserphase erhitzen

Fett- und Wasserphase erhitzen
Alle Komponenten der Fettphase und das Wasser werden nun im Wasserbad oder auf der Herdplatte erhitzt. Soweit möglich sollten Sie gerade als Einsteiger die Temperatur kontrollieren und sich an die Hinweise in den Emulgatorportraits orientieren: Das Öl mit den Emulgatoren muss klar aufgeschmolzen sein und eine dem Emulgator entsprechende Temperatur aufweisen, die in der Regel zwischen 65–85 °C liegt. Keine Angst vor der Temperatur, dieses kurze Erhitzen schadet den Fettkomponenten nicht.

Schritt 2: Emulsion herstellen

Wasser- zur Fettphase geben
Die auf die gleiche Temperatur erhitzte Wasserphase wird zur Fettphase gegeben. Dabei gibt es zwei Methoden:

  1. Methode: Das Wasser unter Rühren nach und nach in kleinen Schlucken oder in einem dünnem Strahl dazugeben
    oder
  2. Methode: beide Phasen zusammengießen und dann erst mit dem Emulgieren beginnen. Also: Wasser- ganz in die Fettphase gießen, dann erst emulgieren. Diese Methode nennt man One-Pot-Methode.

Emulsion hochtourig dispergieren
Nun dispergieren Sie hochtourig mit einem Stabmixer (1 Minute) oder einem kraftvollen elektischen Handrührgerät (4 Minuten). In dieser Zeit zerschlagen wir die Öltröpfchen so klein wie möglich, um eine stabile und homogene Emulsion mit geschmeidigem Auftragsverhalten und angenehmem Hautgefühl zu erhalten.

Emulsion moderat kalt rührenRühren Sie anschließend die Emulsion handwarm. Jetzt bieten sich Rührwerkzeuge mit niedriger Umdrehungszahl an, um eventuell untergeschlagene Luft wieder herauszurühren. Dies kann ein Handrührgerät oder ein Spatel sein, mit dem per Hand gerührt wird. Wichtig: Die Emulsion bitte nicht direkt ins kalte Wasserbad stellen, da ansonsten Fettpartikel zu früh auskristallisieren und unschöne Batzen in der Emulsion bilden können.

Schritt 3: Bei Handwärme Wirk- und Hilfsstoffe hinzufügen

Bei Handwärme Wirkstoffe hinzufügen

Bei Handwärme geben Sie dann, soweit angeben, in etwas Wasser aufgelöste Wirkstoffe, wärmeempfindliche Wirkstofföle, Pflanzentinkturen u. a. hinzu. Optimal ist, zu diesem Zeitpunkt einen Gelbildner in etwas Glycerin (99,5%ig), Öl oder Alkohol (mindestens 70 Vol.-%) zu verrühren und der Emulsion hinzuzufügen. Rühren Sie sanft ohne Wasserbad weiter, bis die Emulsion vollkommen abgekühlt ist und geschmeidig, opak und glatt wirkt. Ja, ohne Wasserbad: unsere kleinen Chargen kühlen von alleine sanft aus. Meine Erfahrung ist, dass sich diese Geduld auszahlt und zu besonders schönen, stabilen Emulsionen führt.

Schritt 4: Konservieren und pH-Wert kontrollieren

Emulsion konservieren und den pH-Wert korrigieren

Nun wird die Emulsion entweder mit Alkohol (12–15 % auf die Wasserphase gerechnet) oder mit naturkosmetik-konformen Konservierungsstoffen konserviert. Kontrollieren Sie den pH-Wert und stellen Sie ihn mit Milch- oder Zitronensäure ein.

Schritt 5: Hochtourig nachemulgieren

Emulsion hochtourig dispergieren

Optimal ist, die Emulsion noch einmal kurz (1 Minute) hochtourig nachzuemulgieren. Dies führt in der Regel zu einem Konsistenzanstieg und optimiert die Emulsion hinsichtlich Stabilität und Auftragsverhalten. Füllen Sie zum Abschluss die abgekühlte Emulsion in ein desinfiziertes Behältnis.

Tipp

Es lohnt sich, die Emulsion nach einigen Tagen mit einem desinfizierten Spatel noch einmal glatt aufzurühren. Die in dieser Zeit ausgebildeten Emulsionsstrukturen zeigen in ihrer Textur eventuell kleine Unhomogenitäten durch eingeschlagene Luft, die Sie nun sanft herausrühren können. Manchmal verringert sich dadurch das Volumen der Emulsion (das ist die Luft, die man eventuell eingerührt hat), aber sie erhält eine sehr angenehme, homogene Textur.

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