Pflanzen verarbeiten
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Frischpflanzenauszug aus Jiaogulan

Jiaogulan

Mein Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum) hat den 4. Winter gut überstanden und steht in sattem Grün: Zeit für einen Frischpflanzenauszug, der sowohl kosmetisch verwendet als auch – in Form von Tropfen – innerlich eingenommen werden kann.
Jiaogulan habe ich 2006 das erste Mal als Jungpflanze gekauft und seitdem immer zuverlässig über den Winter gebracht. Ich kultiviere ihn im Haus; im Frühjahr wird er in frische Erde getopft und darf im lichten Schatten üppig ranken; im November zieht er seine Triebe ein und überwintert an einem hellen Kellerfenster. Minimale Wassergaben verhindern sein völliges Austrocknen.
Geerntet wird von Frühjahr bis in den Frühherbst: für Frischpflanzenauszüge nehme ich ausschließlich die 5-lappigen Blätter; für mein Hydrolat wird das ganze Kraut fein geschnitten und frisch destilliert. Dieses Mal habe ich den Frischpflanzenauszug im Verhältnis 1:10 auf Basis von 30 % Jiaogulanhydrolat, 50 % reinem Weingeist und 20 % pflanzlichem Glycerin (99,5 %) hergestellt.

 

Oben: Wie bereits im letzten Blog-Beitrag beschrieben, ist ein Stabmixer hervorragend für die Turboextraktion geeignet. Das Prinzip bleibt immer gleich: Pflanzenmaterial und Auszugsmittel werden in ein Becherglas gegeben und einmal mit dem ganzen oder zweimal mit jeweils der Hälfte des Auszugsmittels für 5 Minuten mit dem Stabmixer zerkleinert; dabei werden die Inhaltsstoffe und Pflanzensäfte intensiv ausgewaschen. Während der Extraktion sollte das Becherglas in einer Schale kaltem Wasser stehen, damit der Auszug nicht wärmer als 35 °C wird.
Hier verwende ich meinen Turrax mit dem Dispergierwerkzeug S 18 N-19 G; unten sehen Sie die Wasserschale mit kaltem Wasser als Kühlung. Ein Stabmixer ist jedoch im Ergebnis vollkommen gleichwertig.

Turboextraktion des Jiaogulan

Schäumende Saponine im Jiaogulanextrakt

Oben: Interessant sind die durch die enthaltenen Saponine entstehenden Schaumbläschen auf der Oberfläche. Noch ist der Auszug tiefgrün und trüb durch die fein zerschnittenen Pflanzenpartikel.

Grobfilterung des Pflanzenmaterials (hier: Jiaogulan)

Grobfilterung des Pflanzenmaterials

Oben: Dieses Mal lasse ich den Auszug nach der ersten Grobfilterung (siehe Fotografie) einige Stunden ruhen, sodass sich die feinen Pflanzenpartikel als Sediment absetzen. Die anschließende Filterung durch die Glasnutsche ist dann einfacher durchzuführen, da sich ihre feinen Poren nicht so schnell zusetzen. Übrigens gelangen auch die Saponine in den Auszug: wenn ich die letzten Reste mit einer Vakuumpumpe durch die Nutsche ziehe, schäumt es lustig.

Das Ergebnis sind 70 g goldener Frischpflanzen-Auszug mit frisch-herbem Duft, aus 100 g Auszugsmittel und gut 10 g frischen Jiaogulanblättern – ein wundervoller Rohstoff für ein »Aqua Herba«.

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