Pflanzen verarbeiten
Schreiben Sie einen Kommentar

Extrakte filtern
mit der Glasfilternutsche

Turboextraktion des Jiaogulan

Alle meine Pflanzenextrakte, die ich in meiner Naturkosmetik einsetze, stelle ich selbst her – überwiegend aus selbst gesammelten frischen Pflanzen. Mein bevorzugtes Extraktionsverfahren – die sog. Turbo- oder Wirbelextraktion – zerkleinert das Pflanzenmaterial zu einem feinen »Schlamm«, der nach 24 Stunden Ruhezeit im Becherglas dekantiert und zunächst mit einem Papierfilter grob vorgefiltert wird. Dabei bleiben jedoch feine Schwebstoffe im Extrakt.

Frischer Extrakt

Frisch turboextrahierte Jiaogulanblätter

Besonders zuverlässig können Sie diese Schwebstoffe nach Grobfilterung mit einer Glasfilternutsche aus dem Laborbedarf feinfiltern. Das ist ein Glasfilter mit integriertem Filterboden, der ohne Filterpapier verwendet werden kann. Ich arbeite mit einer Glasfilternutsche der Porosität 4 (3 ist ein etwas gröberer Filter, der jedoch ebenfalls sehr gut geeignet ist) mit 125 ml Fassungsvermögen und den Maßen 60×10 mm. Diese Filternutsche sitzt in einem Gummi-Konus auf einer Saugflasche mit 500 ml Fassungsvermögen. Mit Hilfe eines Peleusballs aus der Apotheke oder dem Laborbedarf (siehe weiter unten) können sie den benötigten Unterdruck in der Glasflasche erzeugen. Die Kosten für Filternutsche, Saugflasche und Gummikonus zusammen liegen bei ca. 60 Euro; ein Peleusball aus Gummi kostet 6 Euro. Wer regelmäßig Tinkturen und Hydrolate herstellt, wird den Kostenaufwand in keinem Fall bereuen.

Glasfilternutsche: Gesamter Aufbau

Hier sehen Sie die gesamte Apparatur: Oben befindet sich die Filternutsche aus Glas, die in einem Gummi-Konus eingelagert (hier dunkelgrau) auf der Saugflasche steht. An dem Saugstutzen lässt sich ein Peleusball befestigen, der Unterdruck erzeugt und den Durchfluss beschleunigt.

Peleusball: So setzt man ihn ein (Schritt 1)

Dies ist ein Peleusball. Den linken Teil stecken Sie auf den Stutzen an der Saugflasche. Leeren Sie den Ball durch Drücken des vorderen (hier rechten) Ventils, damit er luftleer ist und die Luft aus der Flasche ansaugen kann.

Peleusball: So setzt man ihn ein (Schritt 2)

Wenn Sie das oben markierte Ventil drücken, strömt die Luft aus der Flasche in den Peleusball. Sie können diesen Vorgang mehrmals wiederholen.

Reinigung der Glasfilternutsche

Gereinigt wird die Filternutsche nach dem Gebrauch zunächst unter fließendem Wasser, optimal mit einem Gummipinsel (Küchenbedarf), dann kann mit etwas 70%igem Alkohol gefiltert werden. Die Nutsche muss gut trocknen, bevor man sie wieder wegpackt. Hartnäckige Verfärbungen können hin und wieder mit einem Chlorreiniger wie Chlorix vorgenommen werden: eine dünne Schichteiner 50%igen Lösung in die Nutsche gießen und von selbst durchsickern lassen. Anschließend wird die Nutsche mehrfach mit Wasser, am Schluss wieder mit Alkohol durchgespült.

Im folgenden kleinen Film erkläre ich Ihnen den Aufbau der gesamten Filterapparatur:

Haben Sie Gedanken, Fragen, Anregungen zum Thema?