Konservierung

Hygienisch arbeiten

Sterilisieren von Zubehör im Dampfdrucktopf

In diesem Beitrag erfahren Sie kurz und bündig alles über eine sinnvolle Herstellungs- und Produkthygiene in Ihrer heimischen Rührküche – oder, wie es so schön neumodisch heißt: Die »Dos and Don’ts« der DIY-Kosmetik.

Was wir tun können

  1. Alle Gefäße, Utensilien, den Arbeitsplatz desinfizieren: Großzügiges Besprühen aller Gerätschaften und Werkzeuge mit 70%igem Alkohol und anschließendem Lufttrocknen auf alkohol-getränktem Zellstoffpapier bieten einen guten Schutz. Tipp: Im Schnellkochtopf lassen sich Bechergläser, Glasflaschen und -stäbe, -töpfchen und -pumpspender 20 Minuten bei 120 °C sterilisieren.
  2. Hände waschen, mit 70%igem Isopropylalkohol oder Ethanol desfinfizieren. Optimal ist das Tragen von Einmal-Handschuhen (die man durchaus mehrfach verwenden kann). Auch ihre behandschuhten Hände sollten kurz mit Alkohol besprüht werden.
  3. Wasser sprudelnd mindestens 5 Minuten abkochen. Sie können Leitungswasser verwenden, wenn es weich ist (Härtegrad 1), ansonsten bitte destilliertes Wasser verwenden. Auch dieses muss abgekocht werden.
    Hydrolate sollten Sie im Zweifelsfall kurz aufkochen oder nach Abkochen der Wasserphase direkt in das Becherglas einwiegen; die hohe Temperatur verringert eine eventuell vorhandene leichte Kontamination.
  4. Arbeitsfläche peinlich sauber halten, mit alkoholgetränktem Zellstoffpapier auslegen, um desinfizierte Gegenstände abzulegen.
  5. Nutzen Sie den Dampfdrucktopf zur Sterilisierung von Hydroxycellulose-Gelen als Wasserphase: Gel herstellen, in einem hohen Becherglas mit Alufolie abgedeckt 20 min. bei 2 bar (höchste Stufe) annähernd keimfrei machen. Für extrem sensible und neurodermitische Haut ist dies eine hervorragende Möglichkeit, mikrobiell einwandfreie Produkte herzustellen. Wichtig: Der Topf muss vollständig abgekühlt sein, bevor sie ihn öffnen, sonst kocht das Gel aus dem Becherglas.
  6. Einwandfreie, frische Rohstoffe verwenden. Überalterte unterliegen Zersetzungsprozessen, die wir nicht unbedingt sehen oder riechen können. Auch Spaltprodukte von Rohstoffen können irritative und toxische Wirkungen zeigen. Rohstoffe gut verschlossen und in der Regel kühl (ideal: 9–14 °C) und gut verschlossen aufbewahren. Rohstoffe nur mit desinfizierten Utensilien entnehmen – Hautkontakt ist tabu.
  7. Kennzeichnen Sie jedes Produkt mit einem kleinen Etikett des Herstellungsdatums oder des errechneten Mindesthaltbarkeits-Datums, um die begrenzte Haltbarkeit im Blick zu haben.

Was wir vermeiden sollten

  1. Erwärmen Sie eine fertige Emulsion nicht noch einmal: Bei der Herstellung bringen wir – da wir zuhause nicht steril arbeiten können – zwangsläufig Keime in das Produkt. Eine sanfte Erwärmung würde das mikrobielle Wachstum fördern, eine notwendige Wiedererhitzung auf 80 °C kann sensible Rohstoffe inaktivieren oder ihre Zersetzung begünstigen.
  2. Konservieren Sie nicht erst einige Tage später (weil Sie sich plötzlich doch anders entschlossen haben). Mittlerweile hat die Keimbelastung eventuell so zugenommen, dass mit der üblichen Dosierung keine minimale Hemmkonzentration des Konservierers mehr erreicht werden kann. Wenn konservieren, dann direkt frisch nach der Herstellung.
  3. Verwenden Sie Deckel mit Inlay und Pumpspender nicht mehrfach. Vor allem Pumpspender-Köpfe sind nicht mehr ausreichend zu säubern und sollten grundsätzlich Einweg-Artikel sein. Im Deckel-Inlay aus Schaumstoffen setzen sich ebenfalls Produktreste ab, die die neue Charge kontaminieren können. Tipp: Nach der ersten Verwendung die Einlage entfernen und den Deckel »nackt« weiterverwenden. Neue Pumpköpfe vor Gebrauch mit 70%igem Alkohol durchspülen, Deckel tropfnass einsprühen und abtropfen lassen.
  4. Vermeiden Sie, wenn möglich, den nachträglichen Zusatz von Wasser, Ölen, Wirkstoffen zu einem fertigen Produkt. Damit verändern Sie die Anteile der Komponenten und die Gesamtmenge des Produkts, auf die das Konservierungskonzept abgestimmt war. Wenn Sie nicht wissen, was exakt im Produkt enthalten ist, kann es zudem zu Inkompatibilitäten kommen.
  5. Entnehmen Sie Ihre kosmetischen Produkte nicht mit den Fingern. Bevorzugen Sie Pumpspender, Airless-Spender, Tuben oder verwenden Sie zur Entnahme einen desinfizierten Spatel.
  6. Vermeiden Sie, Ihre kosmetischen Produkte praller Sonne und hohen Temperaturen auszusetzen. Gerade ihre Komposition aus organischen, natürlichen Inhaltsstoffen machen sie anfällig für Verderb.