Kosmetische Rohstoffe

Rohstoff-Tabellen

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Das Rohstoffbuch

Heike Käser: Naturkosmetische Rohstoffe. Linz: Freya, 2. Auflage 2011
Das Buch »Naturkosmetische Rohstoffe« bietet einen fundierten und vertiefenden Überblick über bewährte und moderne naturkosmetische Ingredienzien. Sie erhalten das Buch im Buchhandel vor Ort, direkt beim Verlag, bei Amazon, Thalia, Hugendubel und in anderen Online-Buchhandlungen. In meinem Blog habe ich Informationen zum Buch, eine Leseprobe und Fachrezensionen für Sie zusammengestellt.

Seminar »Naturkosmetische Rohstoffe«

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Sodium PCA

INCI: Sodium PCA (CAS-Nummer: 28874-51-3)

Sodium PCA (auch Natrium PCA genannt) ist das Salz der Pyrrolidoncarbonsäure, die enzymatisch aus der Aminosäure L-Glutaminsäure in der Regel aus Zuckerrohr gewonnen wird. Wir kaufen das Handelsprodukt Ajidew N-50 der japanischen Firma Ajinomoto als farblose bis blass gelbliche, ca. 50%ige wässrige Lösung mit einem pH-Wert von 6,8–7,4 (10 g in 100 ml Wasser). »PCA« ist die Abkürzung für Pyrrolidone Carboxylic Acid; eine andere Bezeichnung ist Sodium Pyrrolidon Carboxylat.

Naturkosmetisch interessant ist Sodium PCA, da Pyrrolidoncarbonsäure mit ca. 12 % zum hauteigenen Natural Moisturizing Facor (NMF) gehört, einer Gruppe an wasserbindenden Substanzen, die auf der Haut eine konzentrierte wässrige Lösung bilden. Sie stammt aus dem Verhornungsprozess der Keratinozyten auf ihrem Weg zur Hautoberfläche und gehört zu den effektivsten feuchtigkeitsbindenden Substanzen. Im direkten Vergleich liegt Sodium PCA in seiner hydratisierenden Wirkung zwischen Natriumlaktat und Glycerin:

Vergleich verschiedener Feuchtigkeitssubstanzen (25 °C, 50 % relative Luftfeuchtigkeit)¹
Substanz Hygroskopie
(Wasser in mg pro 100 g)
Wasserbindekapazität
(Wasser in mg pro 100 g)
Quelle: James L. Leyden/Anthony V. Rawlings: Skin Moisturization. New York/Basel: Marcel Dekker, Inc., 2002, S. 263
Sorbit 1 21
Glycerin 25 40
Sodium PCA 44 60
Natriumlaktat 56 84

Andere Quellen² bescheinigen Sodium PCA eine ausgeprägtere feuchtigkeitsbindende Wirkung als Natriumlaktat, die jedoch erst bei hoher Luftfeuchtigkeit zum Tragen kommt. In den in Wohnräumen statistisch geltenden Werten um 45–60 % RH (relative humidity) erreicht Natriumlaktat höhere Werte.

Bezugsquellen in Europa

Sodium PCA erhalten Sie bei aleXmo cosmetics. Eine Übersicht aller Online-Shops mit Direkt-Link ist in dieser Liste zusammengestellt.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Sodium PCA ist ein intensiv feuchtigkeitsbindender Wirkstoff, der sich solo oder als Bestandteil einer Mischung aus hydratisierenden Substanzen ausgezeichnet bewährt. Er eignet sich bevorzugt für einen Einsatz in O/W-Emulsionen, Gesichtswasser und Seren für die Gesichtspflege und in Lotionen und Cremes für die Körperpflege. Als feuchtigkeitsbindendes Ingredienz in Haarpflegeprodukten erhöht es die Nasskämmbarkeit des Haares, mindert »fliegende Haare« und bindet effektiv Wasser. AnwenderInnen schätzen seine unkomplizierte Anwendung und die fehlende Klebrigkeit vor allem in wasserbasierten Pflegeprodukten. Wissenswert ist, dass es als Salz (anders als Glycerin) durch Wasserkontakt wieder aus der Haut gespült wird; als schützendes, feuchtigkeitsbindendes und irritationsmilderndes Ingredienz in tensidischen Produkten (Shampoos, Duschgele usw.) bleibt Glycerin unangefochten. In Shampoo-Formulierungen wirkt es leicht andickend, im direkten Vergleich zu NaCl ist diese Eigenschaft jedoch geringer ausgeprägt.

Für eine hydratisierende Wirkung sind 2–5 % solo oder 0,5–2 % in Kombination mit anderen hydratisierenden Stoffen empfehlenswert; der übliche Einsatzbereich in Gesichts- und Körperpflegeprodukten liegt bei ca. 2–3 %, in Haarpflegeprodukten 2–4 %.

Sodium PCA kann sehr gut mit anderen hydratisierenden Wirkstoffen gemischt werden. Ausgezeichnet hydratisierend und verträglich ist z. B. eine Mischung aus 2,0 % Sodium PCA, 1,0 % Natriumlaktat und 2,0 % Glycerin.

Verarbeitung

Sodium PCA ist sehr gut wasserlöslich, kann jedoch auch in Alkohol oder Glycerin gelöst werden. Es ist nicht temperaturempfindlich und wird in der erhitzten oder auf Handwärme abgekühlten Wasserphase eingearbeitet.

Quellenangaben und weiterführende Informationen

  1. Leyden, James L./Rawlings, Anthony V.: Skin Moisturization. New York/Basel: Marcel Dekker Inc., 2002, S. 263
  2. Barel, André O./Paye, Marc/Maibach, Howard I.: Handbook of Cosmetic Science and Technology. Informa Healthcare USA Inc., 2009, S. 109
  3. Draelos, Zoe; Diana/Thaman, Lauren,A.: Cosmetic Formulation of Skin Care Produkts. New York/London: Taylor & Francis, 2006, S. 71
  4. Datenblätter und Informationsmaterial zum Produkt Ajidew N-50 von Ajinomoto