Beiträge und Informationen im Kontext

Sachbuch: Naturkosmetische Rohstoffe

Heike Käser: Naturkosmetische Rohstoffe. Verlag Freya, Linz

Im September 2010 finden Sie einen Überblick über moderne naturkosmetische Rohstoffe in meinem neuen Buch. Weitere Informationen und eine ausführliche Leseprobe erwarten Sie auf olionatura.com.

Hinweis zur Rohstoffauswahl

Die hier aufgeführten Rohstoffe sind meine persönliche Auswahl empfehlenswerter und sinnvoller Ingredienzen in einer hautphysiologisch orientierten Natur-Kosmetik. Sie werden viele der aus der Hobbythek® bekannten Produkte daher nicht finden, dafür andere, die ich bei meinen Recherchen entdeckt und in mein Repertoire aufgenommen habe.

Beiträge im Kontext

Rohstoff-Tabelle
In dieser Tabelle finden Sie alle relevanten Informationen zu kosmetischer Wirkung, Einsatzkonzentration, Verarbeitung im Überblick.
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Weitere Ressourcen

 

Emulsan

INCI: Methyl Glucose Sesquistearate (CAS-Nummer: 68936-95-8)

(© H. Käser)

Emulsan ist TEGO® Care PS der Firma Evonik (ehemals Degussa), ein kosmetisch eingesetzter PEG-freier, nichtionischer O/W-Emulgator pflanzlichen Ursprungs auf Basis einer Mischung aus Mono- und Diestern von Methylglucosid und Stearinsäure.

HLB-Wert und Emulgator-Typ

Emulsan hat einen HLB-Wert von 12 und ist ein O/W-Emulgator.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

TEGO® Care PS eignet sich zur Herstellung von O/W-Cremes und -Lotionen mit einer Fettphase von 20–40 % (Cremes) und 15–25 % (Lotionen). Er bewährt sich hervorragend in Rezepturen mit Pflanzenextrakten, Elektrolyten, UV-Filtern, Proteinderivaten und anderen Wirkstoffen, bei denen andere Emulgatoren schnell instabil werden würden: seine pH-Wert-Toleranz in Emulsionen beträgt in Cremes zwischen 3,5 und 8,5, in Lotionen bevorzugt er pH-Werte ab 5,5. Aus diesem Grund wird Emulsan gerne in Kombination mit pH-Wert-sensiblen Emulgatoren wie Tegomuls® oder Glycerinstearat SE verwendet.
Richtig (d. h. hochtourig) verarbeitet ist Emulsan ein milder, nicht aufliegender und im Hautgefühl »feucht« wirkender Emulgator, der sich unter den klassischen Hobbythek®-Emulgatoren immer noch ausgezeichnet behauptet. Per se gibt er keine ausgeprägte Konsistenz; wer dies wünscht, braucht koemulgierende Fettalkohole, die die Wasserphase andicken. Im Vergleich zu Glycerinstearat SE ist Emulsan deutlich niedrigviskoser. Optimal eingesetzt empfinde ich ihn als Emulgator für Lotionen und eher leichte Cremes, auch wenn er höhere Fettphasen souverän meistert.

Verarbeitung

Bei der Herstellung sollte die Temperatur der Phasen 65 °C, bei Lotionen mit höherem Wasseranteil ca. 80 °C betragen. Der Hersteller empfiehlt, den Emulgator in der Fettphase aufzuschmelzen und diese unter Rühren in die Wasserphase zu geben. Alternativ kann man beide Phasen nach der One-Pot-Methode zusammengeben und dann erst mit dem Rühren beginnen, um die Bildung einer instabilen W/O-Emulsion zu vermeiden.

TEGO® Care PS profitiert sehr von hochtourigem Emulgieren mit Flügelrührer und Stabmixer, da er niedrig dosiert werden kann und auf diese Weise feindispersere Emulsionen mit einer angenehmen, nicht wachsigen Haptik entstehen. Emulsionen mit Emulsan können, je nach Herstellungsmethode, zunächst etwas dünnflüssig wirken; sie dicken jedoch nach einigen Stunden nach.

  • Einsatzkonzentration für Lotionen und leichte Fluids: ca. 2–3 %, kombiniert mit einem geringen Zusatz an Konsistenzgebern wie Cetylalkohol, Cetylpalmitat, Glycerolmonostearat oder Cetearylakohol. 0,1–0,2 % Gelbildner erhöhen die Temperaturstabilität.
  • Einsatzkonzentration für Cremes: 2–4 % Emulsan, ergänzt mit 2–7 % Konsistenzgebern (wie oben genannt); auch hier empfiehlt der Hersteller ein Hydrokolloid (einen Gelbildner) als stabilisierende und viskositätserhöhende Komponente.

Leichtere Emulsionen erhalten Sie bei der Auswahl von Ölen mit hoher Spreitfähigkeit und niedriger Viskosität, ergänzen Sie z. B. Kokos- oder Babassuöl, alternativ Squalan oder ein MCT-Öl.

Die beiden folgenden Rahmenrezepturen decken typische Emulsionen mit Emulsan ab; in beiden Fällen habe ich eher leichte Rezepturen mit geringem Emulgatoranteil in Kombinaton mit einem Konsistenzgeber und etwas Gelbildner konzipiert. Wählen Sie Öle und Buttern nach Wunsch; Anhaltspunkte für sinnvolle Ölmischungen finden Sie in dem Beitrag »Vorschläge für Ölkombinationen«, Hinweise zu sinnvollen Wirkstoffen und ihren Einsatzkonzentrationen in den jeweiligen Rohstoff-Portraits oder in der Rohstoff-Tabelle.

Rahmenrezepturen mit Emulsan
Ingredienzen Leichte Creme (50 g)¹
30 % Fettphase
Lotion (100 g)²
25 % Fettphase
¹ 2 % Emulgator (8 % Anteil an der Fettphase)
² 3 % Emulgator (10 % Anteil an der Fettphase)
³ Myristylmyristat (TEGOSOFT® MM), Cetylalkohol, Cetylpalmitat u. a.
Öle 9,0 g 15,0 g
Buttern 3,0 g 6,0 g
Emulgator 1,5 g 2,0 g
Konsistenzgeber³ 1,5 g 2,0 g
Wirkstoffe 2–5 g 5–10 g
Gelbildner 0,1 g 0,2 g
Wasser auf 50,0 g auffüllen auf 100,0 g auffüllen
Konservierung 10 Tr. Rokonsal™ BSB-N 20 Tr. Rokonsal™ BSB-N
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