Naturkosmetik selber machen
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Heike Käser
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Rokonsal™ BSB-N

Benzyl Alcohol, Glycerin, Benzoic acid, Sorbic acid

  • Funktion: Konservierungsmittel
  • Dosierung: 0,2–1 % (ca. 1–2 Tropfen auf 10 gr Produkt für 3–6 Monate Haltbarkeit)
  • Wirkung: Breitband-Konservierungsmittel im pH-Wertbereich bis pH 5–5,4
  • Verarbeitung: In die handwarme Emulsion geben, gut einarbeiten, anschließend den pH-Wert prüfen und ggf. auf pH 5–5,4 korrigieren.

Beschreibung

Rokonsal™ BSB-N der Firma ISP, international Optiphen® BSB-N, auch unter dem Phantasienamen »A-Kons« im Handel, ist ein zähflüssiger, leicht nach Mandeln riechender Breitband-Konservierer aus verschiedenen naturidentischen, in Glycerin gelösten konservierenden Einzel-Substanzen, die alle BDIH-konform sind und als gut hautverträglich gelten. Die Ausgangskomponenten Benzoesäure, Sorbinsäure und Benzylalkohol sind ursprünglich Duft- und Aromastoffe, die in verschiedenen Pflanzen vorkommen, heute jedoch synthetisch hergestellt werden. Der Konservierer ist ecozertifiziert, BDIH-konform und nach Anlage 6 der Kosmetikverordnung für Naturkosmetik zugelassen.

Benzylalkohol (INCI: Benzyl Alcohol), CAS-Nummer 100-51-6, (er ist für den leichten Mandelduft verantwortlich), auch Phenylmethanol genannt, ist u. a. in Jasmin, Ylang-Ylang, Goldlack und Tuberose enthalten. Laut Prof. Wundram der Zeitschrift »Öko-Test« gilt Benzylalkohol als empfehlenswerter Konservierungsstoff; die Deutsche Kosmetikverordnung lässt ihn in einer Konzentration bis zu 1 % auf das Gesamtprodukt bezogen zu. Er wirkt gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: NaWaRo-Cascading für die Wellness-Regio, Wien 2003, Seite 202).

Benzoesäure (INCI: Benzoe Acid), CAS-Nr. 65-85-0, kommt in der Natur in Benzoeharz vor, findet sich jedoch auch in Heidel- und Preiselbeeren, Honig und Milchprodukten. Sie ist eher lipophil als hydrophil; daher wandert sie gerne in die Fettphase einer Emulsion ab. Ihre Salze (INCI: Sodium Benzoate) sind gut löslich und finden ihren Einsatz als Konservierungsmittel im kosmetischen und im Lebensmittel-Bereich. Beide erfordern jedoch ein saures Milieu, da ihre Moleküle nur in undissoziierter Form wirksam sind. Sie wirken primär fungistatisch (gegen Pilze) und geringfügig antimikrobiell.

Sorbinsäure (INCI: Sorbic Acid), CAS-Nr. 110-44-1, stammt ursprünglich aus den Früchten der Eberesche (Sorbus aucupuria), die der Substanz ihren Namen gegeben hat. Sie wirkt wachstumshemmend auf Hefen und Pilze und verlängert dadurch die Haltbarkeit von kosmetischen Produkten und Lebensmitteln. In der Praxis werden in der Regel die leichter in Wasser löslichen Salze der Sorbinsäure (INCI: Potassium Sorbate) eingesetzt (siehe auch: Kaliumsorbat), die sich zudem besser in einer Emulsion verteilen und nicht in die Fettphase abwandern wie die eher lipophile Sorbinsäure. Für Sorbinsäure gilt Vergleichbares wie für Benzoesäure: sie wirkt nur in undissoziierter Form und damit im deutlich sauren Milieu.

Wie jedes Konservierungsmittel können alle drei Substanzen Unverträglichkeiten auslösen; im Vergleich zu anderen Produkten gelten diese drei jedoch im Allgemeinen als gut verträglich und in der empfohlenen Einsatzkonzentration als unbedenklich.

Wirkung und kosmetischer Einsatz

Rokonsal™ BSB-N eignet sich sowohl für Emulsionen als auch für Shampoos und Duschgele. Er ist, im Gegensatz zu den Einzelsubstanzen, in dieser Kombination gegen grampositive und -negative Bakterien wirksam, hemmt jedoch auch das Wachstum von Hefen und Schimmel.

Verarbeitung

Rokonsal™ BSB-N ist bis 80°C temperaturstabil; in der Regel empfiehlt sich ein Hinzufügen in die handwarme Emulsion. In W/O-Emulsionen sollte Rokonsal™ BSB-N in die heiße Wasserphase gegeben und dann in die Fettphase eingearbeitet werden. Prüfen Sie anschließend den pH-Wert und stellen Sie ihn ggfs. mit Milchsäure ein. Es wird empfohlen, erst Rokonsal™ BSB-N einzuarbeiten und dann erst den pH-Wert mit Milchsäure zu kontrollieren. Wie Sie den pH-Wert einer Emulsion bestimmen und beeinflussen können, ist in diesem Beitrag zusammen gefasst.

Während Rokonsal™ BSB-N im industriellen Kontext 1–2 Jahre Haltbarkeit garantiert, ist dieser Zeitraum unter den Bedingungen, unter denen wir Kosmetik herstellen, nicht realistisch. Ich gehe durch die nicht vergleichbar sterilen Herstellungsbedingungen in der heimischen Rührküche eher von bis zu 8 Wochen aus, auch wenn in Shops teilweise bis zu 6 Monaten angegeben sind. Für Selbstrührerzwecke sollte dieser Zeitraum ausreichen.

Dosierung

Eine 0,2%ige Einsatzkonzentration gilt für einen Einsatz in tensidhaltigen Produkten wie Shampoo oder Duschgel; 0,3 bis 1 % werden für Emulsionen empfohlen. Rokonsal™ BSB-N zeigt aufgrund seiner begrenzten Löslichkeit in wässrigen Formulierungen (Gesichtswasser, Hydrogel) eine Neigung zur Eintrübung; hier sollte er nicht höher als 0,6%ig eingearbeitet und mit Alkohol kombiniert werden.