Naturkosmetik selber machen
Publikationen und Schulungen

Heike Käser
Kinderhausen 17
51381 Leverkusen, Deutschland
Fon +49 (0) 21 71 · 5 26 30
h.kaeser@olionatura.de

Olionatura® online

Impressum und Kontakt

Olionatura im Social Network

Newsletter abonnieren

Aktuell beziehen 3710 Leser(innen) den Olionatura-Newsletter.

Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Menue

Olionatura, Naturkosmetik selber machen Olionatura | Basiswissen · Theoretische Grundlagen

Zubehör für Fortgeschrittene

Das Schöne am Hobby des Selbstrührens ist, dass wir zur Herstellung hochwirksamer, natürlicher Körperpflege im Wesentlichen mit Zubehör arbeiten können, das wir in der Küche vorfinden: Kunststofflöffel, Küchenwaage, ein Teethermometer, Milchschäumer oder Knethaken … der Einstieg ins Hobby ist schnell geschafft. Wie bei anderen Hobbys auch gibt es jedoch Werkzeuge und Rührhilfen, die nicht nur praktisch sind, sondern zum Teil das Repertoire der Möglichkeiten erweitern – und die Qualität der handwerklichen Herstellung von Kosmetikprodukten tatsächlich deutlich steigern können.

In diesem Beitrag finden Sie Zubehör, das ich in als Selbstrührerin schätzen gelernt habe. Keines davon ist unentbehrlich  – sinnvoll sie alle! Wenn Sie sich irgendwann entschließen, Ihre Naturkosmetik fortan selbst herzustellen, werden Sie ohne diese Helfer kaum auskommen wollen. Lesen Sie, wie Bratenthermometer, Fantaschale, Feinwaage, Dampfdrucktopf und Rollrandgläser unser wundervolles Hobby vereinfachen und perfektionieren können.

Heiß gerührt: Thermometer mit Sensor

Ein praktisches Utensil ist dieses Thermometer

Dieses Thermometer muss jemand erfunden haben, der sich seine Kosmetik selbst rührt: Eigentlich ist es ein Bratenthermometer; durch den Metallstab an einem langen, stabilen Draht ist es jedoch möglich, in einem Becherglas zu rühren und gleichzeitig die Temperatur zu messen. Ein Temperaturalarm wacht auf Wunsch über eine frei einstellbare Höchsttemperatur; gleichzeitig kann eine Zeitschaltuhr genutzt werden. Auch in der Verarbeitung hydrierter Lecithine (Phospholipon® 80 H, Emulmetik® 320) erweist sich das kleine Teil als unschlagbar: 20 Minuten bei ca. 70–80 °C quellen lassen? Mit diesem Thermometer ist dies kein Problem mehr. Wichtig: Nicht alle Geräte leisten beides (Temperatur und Timer), viele haben einen Umschalter für jeweils eine Funktion. Meine Aussage bezieht sich auf das dargestellte und unten verlinkte Produkt.
Erfreulich: An dem dünnen Stab bleiben nur wenige Produktreste hängen, und er lässt sich hervorragend desinfizieren. Die Batterie hält sehr lange. Meine Seminarteilnehmer/innen zeigten sich bisher alle begeistert von diesem kleinen und praktischen Utensil.

Kosten: ca. 10–25 Euro, je nach Fabrikat. Bezugsquelle des oben abgebildeten Geräts: Conrad.

Reiben statt Rühren: Die Fantaschale

Für Salben unentbehrlich: die Fantaschale

Vor allem W/O-Emulsionen mit hohen Fettphasen bevorzugen sanfte Rührmethoden oder werden – ganz klassisch – mit einer Fantaschale hergestellt. Charakteristisch ist ihre glatte Innenwand, ein Standfuß mit Loch und ein Pistill, das ebenfalls glatt abgerundet ist. Pistill und Rundung der Innenwand sind perfekt auf einander abgestimmt und ermöglichen einen intensiven Kontakt zwischen Reibgut und Unterlage. Besonders gut gelingen hier Emulsionen mit hohem Fettgehalt, in die kleinere Wassermengen eingearbeitet werden müssen, sowie Mischungen aus Pflanzenbuttern und Ölen. Was ebenfalls gut klappt: Pigmente in eine Grundlage einarbeiten und Urea mörsern. Die Fantaschale, die Sie oben sehen, ist aus Melamin und kann auch im Wasserbad verwendet werden. Sie ist spülmaschinenfest.

Kosten (Reibschale und Pistill): ca. 23 Euro, Bezugsquelle: Biologiebedarf Thorns (Direktlink zur Reibschale und zu dem Pistill)

Auf die Kommastelle genau: Feinwaagen

Kern Schulwaage EMB 600-2 Kern Schulwaage EMB 600-2 Kern Schulwaage EMB 600-2

Zu Hobbythek®-Zeiten war der Messlöffel unentbehrlich – und sehr bequem. Die Rührmethoden haben sich jedoch geändert; kaum jemand arbeitet heute noch mit großen Mengen an Fettphase, die ein Jahr im Kühlschrank lagert. Modernes Rühren bedeutet: kleine, frische Chargen, an die Hautsituation angepasste Ölmischungen, die im Jahresverlauf wechseln – und exakte Mengen an Rohstoffen in feinster Dosierung. Dabei hilft eine Feinwaage. Wichtig ist, dass diese Feinwaage mindestens für 400 g, gerne mehr, ausgelegt ist: Die Bechergläser wiegen bereits einiges, und wenn Wasser und Öle hinzukommen, ist schnell die obere Grenze erreicht.

Ich habe einige Zeit Feinwaagen von Tomopol verwendet, die auch über Ebay erhältlich sind. Kosten: ab ca. 10 Euro. Qualitativ robuster ist die Tomopol m500 für ca. 20 Euro. Sie müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, dass diese Waagen für trockenes Wiegegut gedacht sind; schnell ist Flüssigkeit oder Öl hineingelaufen – und die Waage arbeitet nicht mehr korrekt. Mit der Wiegeschale, die dem Gerät beiliegt, kann man diese Gefahr mindern.

Ich besitze seit vielen Jahren eine Schulwaage der Firma Kern mit einer Nachkomma-Stelle, das Modell EMB 500-1. Sie wiegt bis 500 g in 0,1-g-Schritten. Diese Waage erhalten Sie bereits ab ca. 55 Euro. Mit dieser Waage arbeiten Sie in meinen Kursen.
Seit 2011 besitze ich zudem das Modell Kern EMB 600-2, das Sie oben auf der Abbildung sehen, bis 600 g wiegt (mit großen Bechergläsern kommt man durchaus an solche Gesamtgewichte heran) und zwei Nachkommastellen anzeigt.
Der große Vorteil dieses Waagentyps gegenüber den Tomopol-Waagen ist, dass seine Konstruktion das Waageninnere auch bei verschütteten Flüssigkeiten zuverlässig schützt, da die abnehmbare Wägeplatte auf erhöhten »Füßchen« aufsitzt.

Kosten: für die Schulwaage Kern EBM 500-1) ca. 50 Euro, für die Schulwaage Kern EBM 600-2 ca. 125 Euro, beide bei Laborbedarf Krumpholz erhältlich. Bezugsquellen: Im Versandhandel, am besten Online-Vergleichsportale nutzen.

Kampf den Mikroben: Der Dampfdruck- oder Schnellkochtopf

Ein praktisches Utensil ist dieses Thermometer

Dieses Zubehör ist in vielen Haushalten Standard und damit bereits vorhanden: ein Dampfdruck- oder Schnellkochtopf. Vom Prinzip her arbeitet er wie eine sogenannte Autoklave: in heißem Wasserdampf werden bei ca. 120 °C und 2 bar Druck (höchste Stufe) in 20 Minuten weitgehend alle Mikroben abgetötet. Ein Laborautoklav ist noch effektiver, aber der Dampfdrucktopf schafft einen ausgezeichneten Grad an Sterilität und damit hervorragende Ausgangsbedingungen für die Herstellung von Naturkosmetik in der eigenen Rührküche.

Ich habe es getestet: Geeignet für die Dampfsterilisation sind z. B. Bechergläser, Glasstäbe, Flügelrührer, Metallspatel, Glastiegel und -flaschen sowie bestimmte Kunststoffe (PP, das ist Polypropylen). Vorsicht, die meisten Kunststoffe sind nicht geeignet und verformen sich; viele werden im Laufe der Zeit spröde. Ein Vorgang kostet ca. 5–10 Cent, ist also wesentlich preisgünstiger (und effizienter) als ein Besprühen mit Weingeist. Ich verwende meinen Dampfdrucktopf zum Kochen und zum Autoklavieren; es ist also nicht notwendig, einen Extra-Topf für das Rührhobby anzuschaffen.

Kosten: ab ca. 80 Euro, Bezugsquellen: Im Versandhandel, am besten Online-Vergleichsportale nutzen.

Rohstoffe ästhetisch und platzsparend aufbewahrt: Rollrandgläser

Ein praktisches Utensil ist dieses Thermometer

In den letzten Jahren habe ich viele Varianten ausprobiert: Druckverschlussbeutel (platzsparend, aber knifflig in der Entnahme pulvriger Rohstoffe), Kunststoffdosen (unzerbrechlich, leicht, aber eben Kunststoff – Weichmacher drin? Oft nicht dicht schließend, da die Deckel im wahrsten Sinne des Wortes durchdrehen), Kruken (häßlich). Offen gestanden empfinde ich Glas trotz seiner Zerbrechlichkeit als optimal: hygienisch gut zu reinigen, neutral (weil es nicht mit Substanzen reagiert) und es nimmt keine Gerüche an.

Für Selbstrührer mit geringem Platzbedarf habe ich eine wundervolle Lösung entdeckt: 50-ml-Rollrandgläser, gerne in der homöopathischen Praxis verwendet, da die zuckerbasierten Globuli in ihnen gut aufgehoben sind. Die Rohstoffe können durch die ca. 2,5 cm breite Öffnung bequem entnommen werden. Der Deckel schließt gut und schützt pulverförmige und pelletierte Rohstoffe vor Feuchtigkeit und Sauerstoff. Durch die hohe Form kann man sie platzsparend in einem Karton oder einer Schublade unterbringen. Flüssige Rohstoffe sind darin naturgemäß nicht gut untergebracht.

Kosten (Mehrwertsteuer bereits einberechnet): ca. 90 Cent für ein Glas mit Schnappdeckel, Bezugsquelle: Rosa Heinz (25er-Gebinde, Artikelnummer: 36-0050)