Der erste Einkaufszettel

Zum Rühren einer Creme reichen zu Beginn Utensilien, die man in fast jeder Küche findet. Ich weiss jedoch aus eigener Erfahrung, wieviel Spaß es macht, von Beginn an »richtige Zutaten und Werkzeuge« zu  verwenden. Sie finden daher im Folgenden neben den offiziellen Empfehlungen immer wieder Hinweise auf Alternativen aus dem Haushalt:

Der Basis-Einkaufszettel

  1. Eine kleine Flasche Jojobaöl oder Mandelöl (beide Öle sind sehr mild, ausgesprochen hautpflegend, universell einsetzbar und  – sollten Sie die Lust am Rühren verlieren –  weiterhin als dezent duftende Pflegeöle nach der Dusche verwendbar).
    Alternativ: Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl u. a. aus der Küche.
  2. Wenn Sie sich beschränken wollen oder müssen: Ein bis zwei Emulgatoren (z. B. Glycerinstearat SE und Emulsan). Ein Emulgator reicht aus; mit zweien können Sie unterschiedliche Konsistenzen und Auftragsverhalten nutzen, mehr sind wunderbar, aber nur sinnvoll, wenn Sie sie in kleinen Mengen testen können. Eigenschaften aller Emulgatoren finden Sie in dieser Übersichts-Tabelle. Hier sehe ich keine Küchen-Alternative.
  3. Da Sie vermutlich eine etwas festere Creme wünschen (nur Öle ergeben eher eine Lotion), benötigen Sie Konsistenzgeber. Sheabutter ist universell pflegend und lässt sich auch wunderbar pur verwenden (wenn Sie spüren, dass dieses Hobby Sie doch nicht so begeistert). Mit Cetylalkohol oder Cetylpalmitat (als »Walratersatz« im Handel) wird die Creme noch etwas kompakter und »matter«. Auch hier sehe ich keine Alternative aus Ihrer Küche. Auch sehr schön: Mango- oder Kakaobutter: die erste ist leichter als Sheabutter, die zweite samtig-rückfettend und pflegend vor allem für Körperpflege-Produkte!
  4. Weingeist (alternativ: Wodka, Korn, Melissengeist o. a.) zum Konservieren. Wieviel Sie davon, je nach Alkoholgehalt in Volumenprozent, zur Konservierung benötigen, können Sie sich vom Konservierungsrechner ausrechnen lassen. Alternativ: die Creme im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von einer Woche aufbrauchen, dann müssen Sie nicht konservieren.
  5. Zwei hitzebeständige Bechergläser á 150 ml und 250 ml, die man direkt auf die Herdplatte stellen kann (auch diese tun ihre Dienste in der Küche, wenn Sie doch die Lust am Selberrühren verlieren sollten). Alternativ: Marmeladengläser (diese aber bitte nicht direkt auf die Herdplatte stellen, sondern in einen mit etwas Wasser gefüllten Topf). Unten sehen Sie in Abbildung 1 verschiedene typische Formen.
  6. Eventuell: Zwei Glasrührstäbe (ihr Vorteil liegt vor allem darin, dass nicht so viel daran hängen bleibt, wenn man umrührt, sie sind gut zu desinfizieren und sie erhitzen sich nicht so stark. Ein Glasrührstab ist für die Wasserphase gedacht, der andere für die Fettphase.) Alternativ: zwei beliebige Löffel.
  7. Ein elektrisches Rührgerät mit Knethaken.
Bechergläser
Abb. 1: Bechergläser, von links: 30, 50 und 100 ml (niedrige Form), 150 ml (hohe Form) und 250 ml (niedrige Form) (© H. Käser)

Die erweiterte Liste

Wenn Ihre ersten Cremes gelungen sind und Sie spüren, dass »es Sie gepackt hat«, können Sie folgende Wirkstoffe und Utensilien Ihrer Bestell-Liste hinzufügen (der Wunsch nach weiteren Rohstoffen wird wachsen, da bin ich sicher):

  1. Panthenol (ein feuchtigkeitsspendender und beruhigender Wirkstoff für jeden Hauttyp) und
  2. Glycerin, pflanzlich (ein Wirkstoff, der effektiv Feuchtigkeit spendet, reizfrei und unkompliziert in der Verarbeitung ist).

Sie werden hier vielleicht ein Utensil vermissen, das sonst sehr oft genannt wird: einen Messlöffel, wie ihn die Hobbythek eingeführt hat, mit zwei unterschiedlichen Löffeln, von denen der eine 1 ml und der andere 2,5 ml fasst. Ich persönlich mag ihn nicht. Der Grund: es gibt verschiedene Löffel auf dem Markt, und das Messen ist je nach Rohstoff sehr ungenau. Im Februar 2007 schrieb mir eine Besucherin per Mail, sie habe nun 4 (!) Quellen (Literatur und Webseiten) recherchiert, und jede nenne ihr andere Mengen für bestimmte Rohstoffe, die ein großer oder kleiner Messlöffel fassen solle – an welcher sie sich denn nun orientieren könne? Ich empfehle Ihnen daher eine digitale Waage, die mindestens 400 g tragen kann und auf eine oder zwei Nachkomma-Stellen misst. Mittlerweile gibt es solche Waagen ab ca. 20 Euro (Tipp: Waagen von Tomopol) und leisten auch in der Küche gute Dienste:

Eine Feinwaage erleichtert das Abwiegen
Abb. 2: Eine Feinwaage (© H. Käser)

Auf olionatura.de finden Sie grundsätzlich alle Mengen in Gramm angegeben; so ist ein Nachrühren problemlos möglich. Nichts spricht jedoch dagegen, sich Rohstoffmengen eines bewährten Rezepts, nachdem man sie einmal abgemessen hat, in beliebigen Löffeln abzumessen, um das Nachrühren fortan »lockerer« zu gestalten.
Für alle, die gerne bestens ausgestattet sind und für die leidenschaftlichen Rührer unter Ihnen habe ich auf der nächsten Seite einiges an »Zubehör für Fortgeschrittene« zusammengestellt: ein Thermometer mit Zusatzfunktionen, eine Fantaschale, einen Flügelrührer, einen Stabmixer und eine Feinwaage.

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