Das Handbuch »Naturkosmetik selber machen« kombiniert verständlich
aufbereitete Theorie mit fundierter Herstellungspraxis und lädt mit über 120 Naturkosmetikrezepten
zum Nachrühren und Selbstentwickeln ein. Sie erhalten das Buch im Buchhandel vor Ort, beim
Verlag, bei
Amazon, Thalia,
Hugendubel und in anderen Online-Buchhandlungen.
In meinem Blog habe ich Informationen zum Buch und eine Leseprobe veröffentlicht.
Bechergläser, von links: 30, 50 und 100 ml (niedrige Form), 150 ml (hohe Form) und 250 ml (niedrige Form)
Zum Rühren einer Creme reichen zu Beginn Utensilien, die man in
fast jeder Küche findet. Ich weiss jedoch aus eigener Erfahrung,
wieviel Spaß es macht, von Beginn an »richtige Zutaten und
Werkzeuge« zu verwenden. Sie finden daher im Folgenden neben
den offiziellen Empfehlungen immer wieder Hinweise auf Alternativen aus
dem Haushalt:
Der Basis-Einkaufszettel
Eine kleine Flasche Jojobaöl oder Mandelöl (beide Öle
sind sehr mild, ausgesprochen hautpflegend, universell einsetzbar und – sollten
Sie die Lust am Rühren verlieren –
weiterhin als dezent duftende Pflegeöle nach der Dusche verwendbar). Alternativ: Sonnenblumenöl, Sesamöl, Olivenöl u. a.
aus der Küche.
Wenn Sie sich beschränken wollen oder müssen: Ein bis zwei Emulgatoren (z. B.
Glycerinstearat SE, Emulsan oder Xyliance). Ein Emulgator reicht aus; mit zweien
können Sie unterschiedliche Konsistenzen und Auftragsverhalten
nutzen, mehr sind wunderbar, aber nur sinnvoll, wenn Sie sie in kleinen
Mengen testen können. Eigenschaften aller Emulgatoren finden Sie
in dieser Emulgatoren-Tabelle.
Hier sehe ich keine Küchen-Alternative.
Da Sie vermutlich eine etwas festere Creme wünschen (nur Öle
ergeben eher eine Lotion), benötigen Sie Konsistenzgeber. Sheabutter ist
universell pflegend und lässt sich auch wunderbar pur verwenden
(wenn Sie spüren, dass dieses Hobby Sie doch nicht so begeistert); allerdings sind ihre konsistenzgebenden Eigenschaften begrenzt.
Mit Cetylalkohol oder Cetylpalmitat (als »Walratersatz« im
Handel) wird die Creme deutlich kompakter und »matter«.
Auch hier sehe ich keine Alternative aus Ihrer Küche. Auch sehr
schön: Mango- oder Kakaobutter: die erste ist im Hautgefühl leichter und weniger fettend als Sheabutter,
die zweite samtig-rückfettend und pflegend vor allem für
Körperpflege-Produkte!
Pflanzliches Glycerin, ein Wirkstoff, der effektiv
Feuchtigkeit spendet, reizfrei und unkompliziert in der Verarbeitung ist.
Xanthan, ein unkomplizierter und leicht zu verarbeitender
Gelbildner.
Weingeist (alternativ: Wodka, Korn, Melissengeist
o. a.) zum Konservieren. Wieviel Sie davon, je nach Alkoholgehalt
in Volumenprozent, zur Konservierung benötigen, können Sie
sich vom Konservierungsrechner ausrechnen
lassen. Alternativ können Sie ein naturkosmetik-konformes Konservierungsmittel
verwenden, das auf naturidentischen Substanzen beruht: Rokonsal™ BSB-N. Wenn Sie dies nicht möchten: die Creme im Kühlschrank aufbewahren und
innerhalb von einer Woche aufbrauchen, dann müssen Sie nicht konservieren.
Zwei hitzebeständige Bechergläser á 150
ml und 250 ml, die man direkt auf die Herdplatte stellen kann (auch
diese tun ihre Dienste in der Küche, wenn Sie doch die Lust am
Selberrühren verlieren sollten). Alternativ: Marmeladengläser (diese aber bitte nicht direkt auf
die Herdplatte stellen, sondern in einen mit etwas Wasser gefüllten Topf).
Auf dem Bild ganz oben sehen Sie verschiedene typische Formen.
Eventuell: Zwei Glasrührstäbe (ihr Vorteil
liegt vor allem darin, dass nicht so viel daran hängen bleibt,
wenn man umrührt, sie sind gut zu desinfizieren und sie erhitzen
sich nicht so stark. Ein Glasrührstab ist für die Wasserphase
gedacht, der andere für die Fettphase.) Alternativ: zwei beliebige Löffel.
Ein kräftiges (!) elektrisches Rührgerät mit Knethaken.
Es ist wichtig, dass es »Power« hat, also ca. 800–1200 rpm leistet,
sonst können Ihre Emulsionen im schlimmsten Fall nicht stabil bleiben.
Abwiegen der Rohstoffe
Sie werden hier vielleicht ein Utensil vermissen, das sonst sehr oft
genannt wird: einen Messlöffel, wie ihn die Hobbythek eingeführt
hat, mit zwei unterschiedlichen Löffeln, von denen der eine 1 ml
und der andere 2,5 ml fasst. Ich persönlich mag ihn nicht.
Der Grund: es gibt verschiedene Löffel auf dem Markt, und das Messen
ist je nach Rohstoff sehr ungenau. Im Februar 2007 schrieb mir eine Besucherin
per Mail, sie habe nun 4 (!) Quellen (Literatur und Webseiten) recherchiert,
und jede nenne ihr andere Mengen für bestimmte Rohstoffe, die ein
großer oder kleiner Messlöffel fassen solle – an
welcher sie sich denn nun orientieren könne? Ich empfehle Ihnen
daher eine digitale Waage, die mindestens 400 g tragen
kann und auf eine oder zwei Nachkomma-Stellen misst. Es gibt einfache Feinwaagen
ab ca. 20 Euro (z. B. Waagen von Tomopol),
die allerdings nicht für flüssiges Wägegut konstruiert sind –
das bedeutet, sie gehen schnell kaputt, wenn aus Versehen etwas Öl oder Wasser in die
Zwischenräume der Wägefläche gelangt. Wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie bei
diesem Hobby bleiben, kann eine solche Waage durchaus ein günstiger Einstieg sein.
Abb. 2: Eine günstige Feinwaage kann für den Einstieg akzeptabel sein.
Auch wer nur hin und wieder eine Creme rührt, wird nicht mehr investieren wollen.
Auf olionatura.de finden Sie grundsätzlich alle Mengen
in Gramm angegeben; so ist ein Nachrühren problemlos möglich.
Nichts spricht jedoch dagegen, sich Rohstoffmengen eines bewährten
Rezepts, nachdem man sie einmal abgemessen hat, in beliebigen Löffeln
abzumessen, um das Nachrühren fortan »lockerer«
zu gestalten.
Für alle, die gerne bestens ausgestattet sind und für die leidenschaftlichen
Rührer unter Ihnen habe ich auf der nächsten Seite einiges
an »Zubehör
für Fortgeschrittene« zusammengestellt:
ein Thermometer mit Zusatzfunktionen, eine Fantaschale, einen Flügelrührer,
einen Stabmixer und eine professionelle und dennoch erschwingliche Waag,
z. B. von der Firma Kern.